Daniel, Mark und Glen von The Script haben sich 2008 von Irland aus auf den Weg gemacht, mit ihren melodischen Rock-Pop-Songs die Welt zu erstürmen. Songs wie "We cry", "The man who cant be moved" und "Breakeven" kennt der eine oder andere aus dem Radio, doch die wenigsten werden wissen, wer sich hinter den Songs verbirgt. Denn dafür sind sie einfach zu selten im Radio gespielt worden. Das ist wohl auch der Grund, weshalb The Script in Deutschland leider weit hinter dem Erfolg in ihrer Heimat Irland und in England zurück geblieben sind, was schade ist, denn Musik dieser Güte gehört schlichtweg in mehr Haushalte, als es bislang der Fall ist, müssen sich The Script doch in keine Schublade stecken lassen, weil sie ihre eigene musikalische Nische gefunden haben und sie bestens ausfüllen: flüssiger und harmonischer Pop-Rock mit aufrichtigen authentischen Texten. Und dazu die Stimme von Daniel, mal ganz melodisch, dann wieder hastig-holprig sprechend. Gut, mag sich nach einem Allerlei-Rezept anhören, doch beim Hören der Musik spürt man, dass hier Geradlinigkeit und ehrliche Emotionen den Ton angeben und dass hier rechtschaffene Musiker Spaß an dem haben, was sie tun.
"Science & Faith" beginnt mit der bereits zweiten Singleauskopplung "You wont feel a thing", einem temporeichen und korrekten Opener, denn der Song ist nahezu Programm für das gesamte Album. Er reißt einen auch gleich mit, so dass man den Rest des Albums schwer abwarten kann.
"For the first time" ist die erste Single aus dem zweiten Script-Album und wahrhaft ein kleines Meisterwerk. Gemäßigtes Tempo und betörende, hymnenartige Melodie im Refrain, die aus tiefstem Herzen hervorgebracht wird. Der Song ging auf 1 in Irland und 4 in England und ist einer der Gründe, warum "Science & Faith" in beiden Ländern an der Spitze der Charts steht.
"Nothing" schließt sich vom Tempo her eher an den Opener an, die Melodie ist aber derartig eingängig, das sie nach einem dieser "Sing-alongs" klingt, die man bereits unter der Dusche und den ganzen Tag hindurch vor sich hinträllert und die wie ein vertonter Limerick wirken. Auf jeden Fall ein Highlight an gute Laune.
Der Titeltrack reiht sich nahtlos dort ein, was "You wont feel a thing" und "Nothing" versprechen und macht weiter gute Laune, doch mein Favorit ist eindeutig das darauf folgende "If you come back". Eingängige Melodie, musikalisch harmonisch unterlegt und der eilig-flinke Sprechgesang. Meiner Meinung nach ist der Song so sehr "The Script" und ihre Güte und Klasse wie kein anderer, obwohl alle ihrer Songs diese Zutaten haben, doch hier stimmen Gleichgewicht und Mischung zu mehr als 100%.
Die nächsten beiden Songs machen ebenfalls weiter Spaß zuzuhören: bei "Dead Man Walking" kann ich nur sagen, dass es sich hierbei um ein weiteres Highlight des Albums handelt.
"This love" führt die Qualität des Albums fort und zündet ein weiteres Feuerwerk an Energie und Melodie. "Walk away" hebt sich ganz eindeutig hervor, denn hier zeigen "The Script", dass sie sich nicht scheuen, in HipHop-Rhythmen abzudriften. Nicht nur der Sprechgesang, nein die gesamte Inszenierung scheut diesen Ausflug nicht, der wahrhaft gelungen und doch voll und ganz The Script ist.
Den Abschluss dieses großartigen Albums bestreitet "Exit wounds". Keine leichte Aufgabe, ein in sich stimmiges und rundes Album abzuschließen, doch auch hier haben sich die Jungs etwas einfallen lassen, denn der für meine Begriffe bombastischste Song des Albums hätte nicht besser platziert sein können. Unnötig zu sagen, dass die Melodie eingängig und der Song mitreißend ist. Ein guter Übergang in die Repeatfunktion des CD-Players...
Nach dem selbst betitelten Erstling war es auch für The Script sicherlich schwer, nachhaltig nachzulegen. Insgesamt gesehen haben sie das für meine Begriffe nicht nur geschafft, sondern sogar noch überboten. Sie klingen frischer und fast fröhlicher, als es auf dem Vorgänger der Fall war, ohne dabei jedoch an Aufrichtigkeit, Tiefe und Authentizität zu verlieren. Und die Melodien auf dem vorliegenden Werk sind noch einprägsamer, ebenso wie die unverkennbaren Leadvocals.
Zeit, dass The Script ihren Einzug in deutsche Haushalte finden...