Das fünfte Element Im 23. Jahrhundert bewegt sich das Böse in Form eines nahezu unzerstörbaren Kometen auf die Erde zu. Wird er nicht aufgehalten, wird er die Welt vernichten. Doch die Mondoshawan, ein uraltes, friedliebendes Volk, besitzen eine Waffe, das so genannte fünfte Element, mit der der Komet vernichtet werden kann. Auf ihrem Weg zur Erde werden sie jedoch von bösen Mächten vernichtet, die den Untergang der Menschheit herbeiführen wollen. Wissenschaftlern aber gelingt es, das fast zerstörte fünfte Element wieder herzustellen. Durch eine Reihe von Zufällen wird schließlich der Taxifahrer Korben Dallas (Bruce Willis) in die Geschichte hineingezogen: In seinen Händen liegt plötzlich die Zukunft der Menschheit.
Was als fantasievoller, wunderschön ausgestatteter Sci-Fi-Fantasy-Film beginnt, entwickelt sich mit zunehmender Laufzeit leider zu einer relativ stupiden Komödie, in der zwar erlaubt ist, was Spaß macht -- was aber leider nur selten spaßig anzuschauen ist. Die wunderbare Geschichte wird dabei mehr und mehr aus den Augen verloren, und nimmt Regisseur Luc Besson (Leon - Der Profi) die Geschichte zu Beginn sehr ernst, nutzt er sie zum Ende hin nur noch als Ballast, der dazu dient, eine Schießerei, einen Witz, einen Spezialeffekt an den nächsten zu kitten. Das sieht zwar spitzenmäßig aus, hat aber kaum Substanz. --Christian Lukas
Lost in Space
Voll gestopft mit 750 überwältigenden Spezialeffekten, verpasst diese 70-Millionen-Dollar-Produktion der gleichnamigen TV-Serie (die in Deutschland unter dem Titel Verschollen zwischen fremden Welten zu sehen war und die zwischen 1965 und 1968 in den USA produziert wurde) mehr als nur eine Auffrischung. An ein Publikum gerichtet, das zur Zeit der Ausstrahlung noch gar nicht geboren war, ruft die Handlung dieser Sci-Fi-Extravaganza nicht gerade einen Aha-Effekt beim Publikum hervor -- trotz mehrerer Cameo-Auftritte von Originaldarstellern der Serie.
Dessen waren sich die Macher bewusst, also erschufen sie einen Mischling, der einerseits die Originalprämisse der TV-Serie berücksichtigt, in der eine Familie auf dem Weg ins All durch einen Sabotageakt in einem vollkommen fremden Teil der Galaxie landet, wo sie fortan das Leben einer Weltraumfamilie Robinson führt. Andererseits präsentiert sich der Film als ein die Sinne berauschendes, spektakuläres Videospiel für die große Leinwand.
Der Film wird niemals langweilig, visuell ist er ein großartiges Werbeprodukt dessen, was die Spezialeffekt-Technologie heute zu realisieren weiß. In seinem Versuch aber, jedem Zuschauer zu gefallen, gleicht der Film im Endeffekt mehr einem Marketing-Trick als einem zufrieden stellenden Abenteuerfilm. Zum Glück verzichtet der Film auf die billigen Kulissen der TV-Serie. Zwar bleibt die Handhabung der Geschichte somit wenig zufrieden stellend, das Auge aber kommt auf seine Kosten. Die Hauptrollen dieses Filmes spielen übrigens der Oscar-Preisträger und Charakterdarsteller William Hurt sowie der Schurke vom Dienst Gary Oldman (Leon - Der Profi, Bram Stoker's Dracula). --Jeff Shannon
The 13th Floor
Der Computerwissenschaftler Hannon Fuller (Armin Mueller-Stahl, Night On Earth) macht eine extrem wichtige Entdeckung. In dem Bewusstsein, dass er umgebracht werden soll, hinterlässt er in einer von ihm gestalteten virtuellen Welt eine Nachricht, hoffend, dass sein Kollege Douglas Hall (Craig Bierko) diese finden wird. Hall zählt zu Fullers möglichen Mördern und findet auch tatsächlich ein blutiges T-Shirt in seinem Haus, während er aber keine Erinnerung mehr daran hat, was er in der Nacht zuvor getan hat. Also stürzt Hall sich Hals über Kopf in Fullers virtuelle Welt (einer Rekonstruktion des Los Angeles von 1937), um zu versuchen, den Mord aufzuklären. Im Handumdrehen steckt er knietief in Verwirrung und Ärger.
Den Mangel an ausgefeilten Charakteren, Tiefe und geschlossener Handlung macht der Film durch ein gelungenes Konzept und Spezialeffekte teilweise wieder wett. Wer sich für Sci-Fi-Filme wie Blade Runner, Dark City, eXistenZ oder sogar das Spiel Sim City begeistern kann, sollte auch diesen Film ansprechend finden. Natürlich stellt sich, wie es allzu oft in den 90ern der Fall war, die Frage, ob es auf Dauer wünschenswert ist, Computer die ganze Arbeit machen zu lassen, während die Besetzung einfach nur durch die Handlung schlendert. Aber das Los Angeles der 30er-Jahre ist trotz blassem Script und schwachem Schauspiel in jedem Fall sehenswert. The 13th Floor liefert eine typisch neumodisch düstere Technologie-versus-Realität-Story, eingebettet in eine Ich-lös-den-Mordfall-selbst-Rahmenhandlung. --Jerry Renshaw