Kurzbeschreibung
Ein Reisender hätte in den 1930er Jahren an der Djupvasshytta nicht weit vom Geirangerfjord eine unerwartete Begegnung machen können: Kurt Schwitters verkaufte dort Landschaftsbilder und Porträts an Touristen. Er hatte die Schönheit Norwegens während eines ersten Urlaubs im Jahr 1929 für sich entdeckt und verbrachte jahrelang die Ferien im Nordwesten des Landes. Im Januar 1937 folgte er seinem Sohn Ernst ins norwegische Exil, gestaltete in der Nähe von Oslo seinen zweiten Merzbau, das Haus am Bakken, und blieb bis zur Okkupation durch die Deutschen im April 1940 im Land.
Die Publikation zeigt erstmals die besondere Qualität seiner Collagen und Assemblagen aus dieser sehr produktiven Zeit auf: Sie wurden stilistisch lockerer und formal freier und die Bedeutung der Farbe nahm zu. Materialien aus der Natur, wie Steine, Treibholz und Federn, fanden zunehmend Verwendung. Einflüsse aus seiner norwegischen Umgebung beeinflussten auch Schwitters Malerei, neben abstrakten Gemälden entstanden viele naturalistische Landschaften.
Ausstellung: Henie Onstad Kunstsenter, Oslo 1.10.2009 17.1.2010
Über den Autor
Kurt Schwitters, geboren 1887, besuchte nach einjähriger Kunstgewerbeschule 1909 - 1914 die Kunstakademie Dresden. Nach der Rückkehr in die Heimatstadt 1915 heiratete er Helma Fischer. 1918/19 Studium an der TU Hannover. 1918 stellt Kurt Merz Schwitters seine ersten 'Merzbilder' aus und veröffentlicht seine ersten Gedichte. Nach der Begegnung mit Hans Arp nimmt er Kontakt zu allen Avantgarde-Gruppen auf, führt auf Vortragsreisen und in Ausstellungen regelrechte "Dada-Feldzüge'" und gibt von 1923 - 1932 die dadaistische Zeitschrift 'Merz' heraus. 1933 wird sein Schaffen als "entartete Kunst" verboten. 1937 flieht Schwitters vor der Gestapo nach Norwegen, 1940 nach England, wo er am 8. Januar 1948 in Ambleside/Westmoreland verstarb.