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Schwimmer in der Wüste: Auf der Suche nach der Oase Zarzura
 
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Schwimmer in der Wüste: Auf der Suche nach der Oase Zarzura [Gebundene Ausgabe]

Ladislaus E. Almasy
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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László Almásy
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Mein Buch

Schöne Wüste

Martin Hamburger liest L. E. Almásy

1934 veröffentlicht der ungarische Saharaforscher Ladislaus E. Almásy ein Buch über seine abenteuerlichen Expeditionen in der Libyschen Wüste. 1939 erscheint das Buch unter dem Titel «Unbekannte Sahara» in deutscher Sprache; vom Autor selbst übersetzt und teilweise neu geschrieben. Er ist vierundvierzig Jahre alt und ein Universalgenie. Neben Ungarisch und Deutsch beherrscht er Englisch, Französisch, Italienisch und Arabisch. Er versteht sich nicht nur auf Landvermessung und Kartographie, sondern ebenso auf Auto- und Flugzeugtechnik, und er kennt sich aus in der Natur. Er ist vielseitig interessiert, und er besitzt diplomatisches Geschick, was ihm vor allem bei der Beschaffung von Bewilligungen und Geldmitteln für seine Unternehmungen zugute kommt. Er ist davon beseelt, eine verschollene Oase zu entdecken, und entdeckt – wie das Entdeckern so ergeht – unverhofft etwas ganz anderes, nämlich jahrtausendealte Felszeichnungen, die mittlerweile zu den bedeutendsten der Welt gehören. Dieser Forscher ist ein Forscher durch und durch – und gegen Ende des Zweiten Weltkrieges lässt er sich darauf ein, mit den Deutschen zusammenzuarbeiten (im Dienste Rommels Armee), obwohl ihm Ideologien ziemlich egal sind.

Almásys Expeditionsberichte sind aus dem Stoff, aus dem die Wüste ist. Es sind auch Zeitbilder des Reisens, und sie sagen viel aus über die Persönlichkeit von Almásy selbst. Der Schriftsteller Michael Ondaatje hat sich davon zu einem Roman inspirieren lassen, der 1992 erscheint und 1996 verfilmt wird: «The English Patient». Die Leute strömen ins Kino, und Ondaatjes Roman wird als Buch zum Film nun ebenfalls bekannt. Nur den Urtext kennt niemand: «Die unbekannte Sahara» ist längst vergriffen und vergessen.

1997 gibt der Haymon-Verlag in Innsbruck eine Neuauflage von Almásys Buch heraus, die ergänzt ist mit erstmals übersetzten Kapiteln aus der ungarischen Ausgabe, zahlreichen Fotos und einer Dokumentation über die Geheimoperation 1942; ausserdem enthält sie ein kluges und kenntnisreiches Vorwort von Roul Schrott und Michael Farin. Das Ganze hat einen neuen Titel bekommen: «Schwimmer in der Wüste».

Wer vermutet, dass Almásys Aufzeichnungen und das Hollywood-Produkt wenig miteinander zu tun haben, liegt richtig. Jene, die vom «Englischen Patienten» nicht sonderlich angetan waren, haben grosse Chancen, von den exakten Berichten Almásys fasziniert zu sein. Andersherum: Wer vom Film begeistert war, wird sehr viel Hintergrundinformation erhalten, aber auch Richtigstellungen. Denn Liebesgeschichten kommen beim Wüstenforscher Almásy nicht vor, schon gar keine mit Frauen, wie Schrott/Farin im Vorwort durchblicken lassen. Rommels Neffe habe nämlich mitgeteilt, dass zwischen Almásy und seinem Onkel eine intime Liaison bestanden habe.

Almásy geht es indessen stets um die Sache. Um die erste Autofahrt auf einer alten Karawanenroute, um die Oase Zarzura, um die uralten Felsenbilder, die davon zeugen, dass es in diesem Gebiet einst Vegetation gab – die Bilder zeigen Tiere und Menschen, und eben auch Menschen, die schwimmen: Schwimmer in der Wüste.

Allgegenwärtig sind die Doppeldeckerflugzeuge, die vier Autos, die treuen britischen Gefährten und die wackeren sudanesischen Gehilfen, ohne die natürlich nichts gehen würde. Höhepunkte sind zahlreich. Etwa die mit Humor beschriebene Begegnung mit einer Gruppe räuberischer Beduinen oder mit dem kleinen Jungen des Scheichs, der sich auf dem Nil als Schiffer betätigt. Almásy scheint jeder Situation gewachsen zu sein und erweist sich als Kenner fremder Sitten und Kultur. Beim Lesen dieses Buches spürt man Sandkörner zwischen den Zehen und hört das Knattern des Fordmotors, der mit Vollgas den hart gewehten Walfischrücken einer Sanddüne in Angriff nimmt. Eine wirklich spannende Lektüre – und garantiert Hollywood-frei.

Martin Hamburger

Ladislaus E. Almásy: Schwimmer in der Wüste. Haymon-Verlag 1997 (auch als dtv-Taschenbuch).

Pressestimmen

"Beim Lesen dieses Buches spürt man Sandkörner zwischen den Zehen und hört das Knattern des Fordmotors, der mit Vollgas den hart gewehten Walfischrücken einer Sanddüne in Angriff nimmt. Eine wirklich spannende Lektüre - und garantiert Hollywood-frei." (Martin Hamburger, Neue Zürcher Zeitung)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Die Zusammenstellung von Almasy's Reiseberichten läßt einen in eine andere Welt eintauchen. Es ist zum einen die Welt der Entdecker und Forscher zum anderen auch die politische Welt in der Zeit um den zweiten Weltkrieg, einer Zeit in der die isolierten ortskundigen Forscher vor Ort nicht mehr nur mit der Natur sondern auch noch mit der Politik kämpfen müssen. Eine Situation, die bis heute noch real scheint in diesem Teil der Erde. Auf der anderen Seite beziehen sich weite Teile des Buches auf die Entdeckung von Oasenverbindungen und in Vergessenheit geratenen Stätten der Vorzeit. In diesem Buch kommt jeder auf seine Kosten und auch der Erzählstil, der bei vielen Entdeckerberichten doch etwas karg ist, zieht einen bei Almasy in den Bann.
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Wer inspiriert vom Meisterwerk "Der englische Patient" das Buch des Helden dieses Films kauft und liest und ein Werk wie den Film erwartet wird enttäuscht und begeistert sein. Enttäuscht, weil das Buch nicht große Gefühle schildert sondern eher nüchtern über Expeditionen in die Lybische Wüste berichtet. Begeistert, weil er unabsichtlich ein Meisterwerk erworben hat, das den Leser in eine Welt führt, die ihm zwar räumlich und zeitlich noch sehr nah ist, aber schon fast unwirklich fern wirkt. In klarer Sprache und lebhaftem Erzählstil nimmt Almasy den Leser mit in die letzten unerfoschten Gebiete dieser Erde, so leer und unwirtlich, daß die bloße Existenz zum Überlebenskampf wird. Mit seinen Expeditionen erkundet Almasy diesen letzten leeren Raum in der Wüste und findet verschollene (unbewohnte) Oasen und geheimnisvolle Felsenbilder. Daß es sich bei Almasy um eine Ausnahmeerscheinung handelt, wird dem Leser spätestens dann klar, wenn er die Originalfotos von den Expeditionen betrachtet oder gebannt die Geschichte des Geheimkommandos 1942 liest. Und wenn die Bilder von der Rallye Paris-Dakar über den Bildschirm flimmern, erwacht im Herzen der Wunsch, es Almasy gleichzutun und auch einmal im Leben durch die Wüste zu fahren (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Schwimmer in der Wüste - paradox? Ganz und gar nicht. Für den geographisch und geschichtlich interessierten Leser der wohl spannendste und informativste Reisebericht in Bezug auf die ägyptsich-lybische Sahara. In wohltuender politischer Distanz zur damaligen politischen Gegenwart (ein gescheiteter österreichischer Maler werkelt gerade an seinem tausendjährigen Reich) beschreibt der Autor seine Expeditionen (zu Land und in der Luft) auf der Suche nach einer sagenumwobenen Oase in der südägyptischen Sahara....ob bei technischen, organisatorischen, bürokratischen oder geographischen Problemen, man schwitzt mit dem Autor. Unbedingt lesen.....
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