Das vorliegende Buch der beiden Hochschullehrer, Therapeuten und Ausbilder Alexander Noyon und Thomas Heidenreich wird nicht nur von vielen Psychotherapeuten ganz unterschiedlicher Richtungen begeistert aufgenommen werden, sondern auch von der großen Zahl von Menschen, die ohne direkt therapeutisch zu arbeiten, aber doch beratend in den vielen Beratungsstellen in unserem Land tätig sind. Aber auch Seelsorger, Lebensberater, Coaches und anderen beratend tätigen Frauen und Männern wird dieses Buch eine große Hilfe bei ihrer Arbeit, vor allem aber bei der Reflexion ihrer Arbeit sein.
Es ist die Erfahrung jedes therapeutisch und beratend Tätigen, dass es im Laufe des Prozesses mit einem Klienten häufig zu bestimmten Konflikten kommt, die den Berater verunsichern, irritieren und in seiner Arbeit behindern. Insgesamt 24 solcher "schwieriger Situationen" ( im übrigen nicht immer vom Klienten verursacht oder herbeigeführt) haben die beiden Autoren gesammelt, wobei sie ihre Leser dazu auffordern, ihnen gerne weitere zukommen zu lassen, denn sie wollen diese Sammlung ergänzen und für ihre Ausbildungstätigkeit nutzen.
Das Buch ist systematisch aufgebaut. Zunächst wird an einem kurzen Fallbeispiel die Entstehung einer sogenannten schwierigen Situation beschrieben (z.B. kurzfristige Terminabsage oder Nicht-Erscheinen des Klienten, aber auch so heikle Situationen wie Verliebtsein bei Klienten und Verliebtsein von Behandlern). Dann wird auf etwa 3-4 Seiten diese Situation erläutert, oft mit Verweis auf die dazu erschienene Literatur. Diese Erläuterung ist erfrischend praxisnah und absolut verständlich. Fokussiert wird jeweils das gewünschte bzw. erstrebte Verhalten des Therapeuten bzw. Beraters, das am Ende jeweils noch einmal in zwei Spalten mit der Überschriften "Do`s" und "Don`ts" zusammengefasst wird.
Die Lösungsvorschläge sind durchweg praktikabel und praxisorientiert. Sie machen aus dem Berater keine Übermenschen, sondern sie betonen immer wieder die Notwendigkeit zur eigenen regelmäßigen Supervision. Sie sind nicht einem bestimmten Therapieansatz verpflichtet, sondern laden geradezu dazu ein, integrativ über die Ansätze hinweg zu arbeiten und nicht konkurrent.
Das Buch ist allen in der Therapie, der Seelsorge oder der Beratung tätigen Menschen nur zu empfehlen.