Wer allgemein Interesse an Brechts Literatur hat, wird auch dieses Buch für gut empfinden. Wie gewohnt gibt es sehr viele Verfremdungs-Effekte, die der Autor z.B. in Form von Liedern einbaut, um über das Gesagte nachzudenken, anstatt eine Katharsis - einer seelischen Reinigung - zu erfahren. Wie der Buchname schon sagt, handelt es sich um Schweyk, einem Hundehändler aus Prag. Brecht übt nicht nur Kritik am Nationalsozialismus, dem Wesen Hitlers, sondern auch die, die damit kollaborieren. Z.B. der Kirche. Sehr interessant sind die zweideutigen Argumentationen Schweyks, die sich durch das gesamte Buch ziehen.
Wieso ich dem Buch nur 4 Sterne gebe, liegt daran, dass mir in der letzten Szene ein wenig der sogenannte "Aha-Effekt" fehlt, wie ich das bei Brechts "Der gute Mensch von Sezuan" oder Dürrenmatts "Die Physiker" vorgefunden habe.
(Es gibt sicherlich Leser, die das nicht so sehen. Aber das sollte jeder für sich raus finden!)
Ich kann es nur jedem empfehlen.