Die neunzehnjährige Keiko Obana, Schreibkraft in einem Versicherungsunternehmen und depressiv, trifft in einer Bar auf einen gut aussehenden Mann mit einer wunderbaren Stimme. Ohne zu überlegen, geht sie mit ihm.
Ein halbes Jahr später stürzt sich Keiko, infolge dieser Nacht schwanger geworden, von einem Hochhaus.
Und jemand beginnt nun, den Mann zu jagen, der sich seinerseits als Jäger sieht: als Jäger von Frauen, die seinem Charme stets erliegen. Ichiro Honda lebt in Tokio und arbeitet dort als Computerspezialist; an den Wochenenden besucht er seine Frau in Osaka. Es hat mit einem traumatischen Erlebnis in dieser Ehe zu tun, dass er ständig neue flüchtige Eroberungen sucht.
Und nun werden diese Eroberungen stets dann ermordet, wenn er gerade eine neue Frau verführt hat. Raffiniert platziert der Mörder scheinbar unwiderlegbare "Beweise" für Hondas Schuld und nimmt ihm potenzielle Alibis. Für Honda beginnt ein wahrer Alptraum.
Zu einer Zeit, als das Genre des Thrillers noch nicht als Untergattung des Kriminalromans existierte, schrieb Masako Togawa bereits Romane, die eindeutig diesem Genre zuzuordnen sind. Es geht darin erst in zweiter Linie um die Ermittlungsarbeit. Das Hauptaugenmerk des Romans ist auf die Psyche der Protagonisten ausgerichtet - nebst Honda, seinem freilich vor allem als Phantom auftretenden Verfolger und dem Anwalt Shinji, der rasch ein persönliches Interesse an dem Fall entwickelt, auch Hondas Kurzzeit-Gespielinnen. Zu einer Überfrachtung kommt es dabei nicht.
Zudem ist der Roman raffiniert aufgebaut. Möchte man anfangs Ichiro Honda für einen perversen Mörder halten, so revidiert man diesen ersten Verdacht recht schnell, bekommt man doch einen anderen Verdächtigen vorgesetzt und erwartet nun, dass es im weiteren Verlauf der Handlung vor allem darum gehen werde, auf welche Weise der Fall aufgeklärt wird.
Aber so einfach macht es die Autorin ihren Lesern nicht: Sie hat noch mehrere verblüffende Wendungen in petto.
Ein außerordentlich spannender, lesenswerter Kriminalroman!