Um es kurz zu machen: "Die Katze" von Yasmine Galenorn hat mir mindestens ebensogut gefallen wie "Die Hexe".
Was mir gefallen hat?
Nun, die Sprache (bzw. deren Übersetzung), in der das Buch geschrieben ist, ist flott, unterhaltsam, emotional.
Wenn Literatur Kunst ist, dann ist Sprache für den Literaten das, was Farbe für den Maler ist. Und Galenorn beherrscht ihre "Palette". Sie ist kein weiblicher Shakespear oder Hemmingway, aber sie hat ihre "Palette" genug genug im Griff, um spannende, bunte ,vielschichtige und aussagekräftige Bilder damit zu malen.
In "Die Katze" finden sich viele der spannenden, vielschichtigen und bunten Persönlichkeiten wieder, die auch "Die Hexe" so höchst unterhaltsam gemacht haben.
Gelenorn versteht es, ihren Hauptdarstellern und Hauptdarstellerinnen Ecken und Kanten zu geben sowie ein interessantes Innenleben. Zudem entwicklen sich die personen bzw. Persönlichkeiten im Laufe des Romans nachvollziehbar weiter, wobei Handlung und Entwicklung eine logische Verbindung haben, so dass die Entwicklung durchaus glaubhaft ist, ohne allzu vorhersehbar zu sein. Auch bei Personen, bei denen keine wesentliche Entwicklung erfolgt, ist das in sich schlüssig und keineswegs langweilig.
In jedem Fall schafft Yasmine Galenorn es, den Leser auf höchst unterhaltsame Weise am Innenleben der Hauptdarstellerin Delilah teilhaben zu lassen.
Und das die Hauptdarstellerin bzw. die Erzählperspektive in "Die Katze" eine andere ist als in "Die Hexe", ist ebenfalls interessant, und sprachlich gut umgesetzt.
Last but not least plaziert Y. Galenorn die Hauptdarstellerin in einem Plot, der temporeich, ausreichend komplex, dabei spannend und recht unterhaltsam ist.
Dies alles macht "Die Katze", genau wie "Die Hexe" zu einem sehr unterhaltsamen Buch, das zu keinem Moment Langeweile aufkommen lässt.
Sicher ist die Reihe "Schwestern des Mondes" keine Hochliteratur.
Aber es ist handwerklich sehr gut gemachte und äußerst kurzweilige Unterhaltungsliteratur auf höherem Level ,die mehr bietet als nur spannende Handlung.
Ich jedenfalls habe "Die Katze" mindestens ebenso genossen wie "Die Hexe", und die Idee, das Leben der drei recht unterschiedlichen Halbfeen-Schwestern abwechselnd aus der Ich-Perspektive der einzelnen Schwestern darzustellen, ist gut und gut umgesetzt.
Da man 4,5 Punkte nicht vergeben kann, vergebe ich für "Die Katze" 5 Punkte.