Kurz nach Erscheinen der deutschen Erstausgabe des Schwerttänzers habe ich mehr oder weniger per Zufall mal wieder eine Buchhandlung besucht (amazon ist ja bequemer...) und habe der Dame beim Einräumen der Regale zugesehen. Dabei fiel mir der Schwerttänzer auf. Schon beim Anlesen wollte ich das Buch eigentlich nicht mehr aus der Hand legen, also habe ich es gekauft. Der Wortwitz, der entsteht, wenn eine AutorIN einen absoluten Macho in der Ich-Form schreibt, ist unbeschreiblich! Der Fantasy-Anteil ist (verglichen mit Moorcock, Zimmer-Bradley u.a.) relativ gering und verstärkt sich dann bis zum Schwertmagier. Die Mischung aus Abenteuer-Roman, einer zarten Romanze, kleinen und größeren Seitenhieben gegen Machos, Emanzen und Diktatoren sowie Fantasy macht süchtig! Tiger und Del entwickeln sich in immer neue Richtungen, der ganze Zyklus bringt immer wieder überraschende Wendungen und ist selten vorhersehbar. Der Schwerttänzer-Zyklus gehört zu meinen absoluten Favoriten im Regal und wird vor allen Dingen nicht langweilig. Wer wenig Fantasy-Literatur kennt, erhält mit diesem Zyklus sicherlich einen guten Einstieg, der sich gut und flüssig liest und ausnahmsweise eine gute Übersetzung hat, der erfahrene Leser weiß ohnehin spätestens seit dem Cheysuli-Zyklus, wer Jennifer Roberson ist. Achtung - Lesen in der Öffentlichkeit kann zu irritierten Seitenblicken der Nachbarn führen (lautes Gelächter beim Lesen nicht ausgeschlossen)! Das Ende des Schwertmagiers war bisher auch das Ende des Zyklus, nun kommt in Kürze Band 5 und 6 auf den deutschen Markt - ich bin gespannt!