Auch auf die Gefahr hin, von vielen Lesern für unzurechnungsfähig aufgrund dieser scheinbar einzigartigen Meinung erklärt zu werden, aber es ist einfach unprofessionell, einen Film immer dann gleich zu verreißen, nur weil er von einem bestimmten Regisseur ist. Und genau so geschieht es bei den Filmen von Uwe Boll. Sicher, es zeugt nicht unbedingt von Kreativität, sich auf Videospielverfilmungen zu fokussieren, und seine Methoden bei der Finanzierung seiner Filme sind vielleicht zweifelhaft. Aber dennoch zählt doch der Film an sich, und der ist nicht schlecht. Statt dessen werden im Internet Petitionen aufgestellt, mit dem Inhalt, Boll möge doch bitte mit dem Filmemachen aufhören. Als ob die Welt keine anderen Sorgen hätte.
Der Film hat mit Jason Statham, Ray Liotta, Burt Raynolds und vielen mehr ein bis in die Nebenrollen beachtlich besetztes Ensemble zu bieten, das man so nicht erwarten würde, welches aber perfekt auf die jeweiligen Rollen passt und sich gegenseitig gut ergänzt. Einzig der Charakter des bösen Neffen des Königs erschien mir etwas zu überdreht.
Was Uwe Boll auch oft vorgeworfen wird, ist fehlendes Talent bei der Inszenierung, und keinerlei Gespür für Dramaturgie. Bei früheren filmischen Fehlgriffen wie "Alone in the Dark" mag das zutreffen, bei "Schwerter des Königs" allerdings keinesfalls. Es gibt große Landschaftspanoramen und Kulissen, die sich hinter dem Herrn der Ringe nicht zu verstecken brauchen, imposante und durchaus mitreißend gefilmte Schlachten, es ist in jeder Sekunde spannend. Dennoch bleibt der Film nicht oberflächlich spektakuläre Action, er bietet auch Emotionen bei der Interaktion der Charaktere. Was ich mir allerdings gewünscht hätte, wäre eine etwas längere Einführung der Figuren, so dass man sich mehr mit ihnen identifizieren kann. Dennoch stellt "Schwerter des Königs" die Konkurrenz, die unter anderem filmische Katastrophen wie "Eragon" oder Dungeons&Dragons" verbrochen hat, locker in den Schatten.
Für eine unter anderem deutsche Produktion hat "Schwerter des Königs" beachtliche Effekte zu bieten, vor allem in Kombination mit dem Schaffen des bösen Magiers, dargestellt von Ray Liotta. Lediglich die orchestrale Filmmusik scheint mir in manchen Szenen etwas daneben gegriffen zu sein. Die Story von Schwerter des Königs" ist nicht unbedingt die tiefgründigste und vielschichtigste, bietet jedoch genug Stoff für einen überdurchschnittlichen Fantasyfilm und knapp 2 Stunden fesselndes Filmvergnügen. Was hingegen völlig daneben ist, sind die auf einmal auftretenden Ninja-Kämpfer, die Boll als neues Element im Fantasy-Mittelalter- Genre gedacht hatte, die jedoch wie ein kompletter Fremdkörper wirken.
Für alle Freunde der härteren Musik sei dringend diese 3-Disc-Edition mit Soundtrack- CD ans Herz gelegt, denn diese enthält Songs von Blind Guardian, Hammerfall, Epica, Nightwish, Avantasia, und damit eigentlich alles, was das Metal-Herz begehrt. Leider tauchen davon aber nur 3 Songs im Abspann auf. Aber Blind Guardians Skalds and Shadows" ist musikalisch gesehen der perfekte Abschluss eines Films wie diesen.