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Die Idee vom Helden, der urplötzlich in eine unbekannte Umwelt verschlagen wird, ist wahrlich nicht neu. Doch Terry Goodkind verleiht dem Ganzen eine neue Note, indem er das Unbekannte - in diesem Fall die Midlands - einfach zu einem Nachbarland macht. Die Geschwindigkeit, mit der Goodkind in den letzte Jahren seine Serie Das Schwert der Wahrheit vorangetrieben hat ist beinahe beängstigend. Und trotz der gewaltigen Menge an Geschriebenem läuft dieser Zyklus nicht Gefahr, langweilig zu werden. Die Saga um das Paar Richard und Kahlan ist bis zum Schluss spannend und am Ende bleibt nur noch der Hunger nach mehr und die Erinnerung an die fantastischen Welten, in die Goodkind den Leser entführt.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
81 von 87 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Guter Auftakt eines umfangreichen Zyklus,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Schwert der Wahrheit 1: Das erste Gesetz der Magie (Taschenbuch)
Terry Goodkind gleich auf der Außenseite des Buchdeckels (!), noch dazu im obersten Drittel, als "wahren Erben J.R.R. Tolkiens" anzupreisen ist meiner Ansicht nach eine höchst unglückliche Entscheidung. Sicherlich können durch eine solche Ansage Leser gewonnen werden, aber demgegenüber dürfte es auch sehr viele geben, bei denen aufgrund derart plakativer Vergleiche alle Alarmglocken schrillen. Nach der Lektüre des ersten Bandes von Goodkinds großer Saga kann man jedenfalls konstatieren: die Genialität eines Tolkien erreicht sein angeblicher Erbe bei weitem nicht, durchgängig schlecht ist sein Zyklus deshalb aber auch nicht geworden.Trotz des Umfanges von knapp über 1.000 Seiten, den die aktuelle Blanvalet-Ausgabe von Band 1 bietet, liest sich "Das erste Gesetz der Magie" erstaunlich schnell. Das liegt vorwiegend in der einfachen, lockeren und immer leicht verständlichen Schreibweise des Autors begründet, die ein wenig zu zeitgemäß anmutet - rein stilistisch steht er dem großen Vorbild tatsächlich um Einiges nach, was aber nichts per se Schlechtes ist. Die Geschichte selbst und die Figuren, die darin vorkommen sind zum Teil innovativ, zum Teil ein Konglomerat aus Romanen anderer Schriftsteller. Das wirkt sich meiner Ansicht nach aber nicht störend aus, im Gegenteil, die Vorstellung der Figuren wird dadurch erleichtert, abgesehen davon, dass wirkliche Innovationen im Fantasy-Bereich so oder so Mangelware sind. Die Handlung ist eine konventionelle, nichtsdestotrotz sehr spannende Abenteuergeschichte von der Rettung der Welt, angereichert mit einigen neuartigen Elementen; in diesem Bereich ist tatsächlich alles bestens und Fans klassischer Fantasy werden sich - nach Gewöhnung an die angelsächsischen Namen - sofort heimisch fühlen. Das Ganze ist sehr kurzweilig und durch geschickte Wendungen und Kapitelteilungen ist es zeitweise unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Abzüge muss es aber dennoch geben. Vor allem zwei Dinge störten mich beim Lesen und gaben immer wieder zu Kopfschütteln ob des beinahe fahrlässigen Tolkien-Vergleichs Anlass: zum einen handelt es sich bei der Welt, in der die Geschichte spielt, um ein Land unter dem man sich kaum etwas vorstellen kann. "Der Herr der Ringe" liest sich, als ob er in einer tatsächlich existierenden Welt spielen würde. Ständig hat man das Gefühl großer Tiefe und liest zwischen den Zeilen die reichhaltige Geschichte von Mittelerde heraus. Im "Schwert der Wahrheit" ist das lediglich in Ansätzen zu finden. Schade, die Idee des dreigeteilten Landes gefällt wirklich gut, hier wäre etwas mehr Feintuning höchst angebracht gewesen. Auch eine detailliertere Karte hätte zu mehr Profil beitragen können. Wesentlich schlimmer ist allerdings der zweite Störfaktor: die Charaktere, allen voran der Held, sind - zumindest bis über die Hälfte des Werkes hinaus - alles andere als ausgefeilt und können einem das Lesevergnügen bereits auf den ersten 300 Seiten verleiden. Um es deutlich zu sagen: bis auf Kahlan und den herrlich wahnsinnigen, verschlagenen und bösen Darken Rahl (über den man allerdings viel zu wenig erfährt) gibt es aus meiner Sicht keine überzeugende Figur. Ausgerechnet der Held Richard gefällt mir dabei am wenigsten. Er ist so ehrlich und rechtschaffen, dass es bisweilen wehtut, zeigt aber dennoch Züge von Arroganz und Jähzorn (was ja grundsätzlich durchaus in Ordnung wäre), ohne dabei auch nur ansatzweise sympathisch zu wirken. Problematisch auch, dass er sich innerhalb kürzester Zeit vom naiven Waldläufer, der Touristen durch die Gegend führt, in einen abgebrühten Haudegen verwandelt, der sich über nichts wundert und die Lösung aller Probleme mühelos aus dem Hut zaubert. Natürlich ist eine solche Entwicklung für diese Art von Geschichte erwünscht, es gelingt dem Autor nur nicht ganz, sie glaubwürdig umzusetzen. Wenn man allerdings die Hälfte des Buches geschafft hat, bessert sich diese Situation zum Glück und die Lektüre wird zu einem echten Vergnügen. Leider ist der Schluss ab den letzten 100 Seiten sehr vorhersehbar, spannend ist es aber trotzdem. Für eine weitere Sache, die erwähnt werden sollte kann Terry Goodkind nichts: prinzipiell ist die Idee, den Zyklus im Original-Zustand herauszugeben natürlich zu begrüßen (die gesplitteten deutschen Ausgaben waren ziemlich fragwürdig und haben wohl auch zu vielen schlechten Bewertungen des Zyklus geführt). Andererseits stellt sich die Frage, wieso die aktuelle Auflage nicht neu korrigiert und verbessert wurde. Eine Anpassung an die neue Rechtschreibung wäre ebenfalls wünschenswert gewesen. Und zuguterletzt hätte man mit dem Übersetzungs-Wirrwarr aufräumen können, das vor allem am Beginn von Band 1 herrscht: mal wird der Wald "Forest" dann wieder "Wald" genannt, ähnlich ist es bei "Lake" und "See" und bei den Ortsbezeichnungen ("Kernland" vs. "Southaven" usw.). Im Endeffekt überwiegt aber trotz dieser Kritikpunkte das Positive. Anders ist auch nicht zu erklären, dass mir die 1.000 Seiten zu keinem Zeitpunkt Mühe gemacht haben und ich nie versucht war, die Lektüre abzubrechen (lediglich zur Mitte hin gibt es kleinere Längen, die aber schnell überwunden sind). Im Gegenteil, mit zunehmender Länge des Werkes wurde der Zwang, es zu bewältigen immer größer - immer ein gutes Zeichen. Eine Bewertung von 4 Sternen halte ich daher für gerade noch gerechtfertigt. Schade, dass das Bewertungssystem von Amazon nicht ein wenig mehr Spielraum lässt... Die Bewertung der Einzelbücher der Saga sieht für mich folgendermaßen aus (immer in Relation der Gesamtwertung!): "Das erste Gesetz der Magie": **** "Das Schwert der Wahrheit 2: Die Schwestern des Lichts": *** "Das Schwert der Wahrheit 3: Die Günstlinge der Unterwelt": ***** "Das Schwert der Wahrheit 4: Der Tempel der vier Winde": ** "Das Schwert der Wahrheit 5: Die Seele des Feuers": * "Das Schwert der Wahrheit 6: Schwester der Finsternis": **** "Das Schwert der Wahrheit 7: Die Säulen der Schöpfung": **** "Das Schwert der Wahrheit 8: Das Reich des dunklen Herrschers": ** "Das Schwert der Wahrheit 9: Die Magie der Erinnerung": *** "Das Schwert der Wahrheit 10: Am Ende der Welten": **** "Schwert der Wahrheit 11: Konfessor": *** "Das Schwert der Wahrheit" gesamt: ** ------ An dieser Stelle ist es vielleicht hilfreich, ein paar Worte zum Zyklus als Ganzes zu schreiben, dessen Lektüre man sich aufgrund seines großen Umfanges (um die 10.000 Seiten!) gut überlegen sollte. Insgesamt schafft es Terry Goodkind meiner Ansicht nach nicht, die wirklich gigantische Seitenzahl mit ausreichend Inhalt zu füllen. Leider bekommt man, im Gegenteil, bei nahezu sämtlichen Bänden das Gefühl, dass der Autor nach Seitenzahl bezahlt wurde. Dieser Eindruck entsteht durch langwierige und umständliche Dialoge, die oft völlig unverständlich sind bzw. kaum etwas zur eigentlichen Handlung beitragen. Hinzu kommen langatmige Passagen, die zum einen in jedem (!) Band bereits Gesagtes und Geschehenes ausführlichst wiederholen und zum anderen uninteressante, langweilige Landschaftsbeschreibungen bieten. Diese Dinge stellen - aus der Retrospektive betrachtet - höchst merkwürdige Unterbrechungen im Lesefluss dar und wollen einfach nicht zu den schnellen und flüssig lesbaren Abschnitten passen. Inhaltlich kann man drei Dinge kritisieren: erstens hat die im Endeffekt recht brauchbare Hintergrundgeschichte den Haken, dass man ihr bisweilen kaum folgen kann. Die Schlussfolgerungen, die die Figuren ziehen, mögen ihnen oft klar sein, allein schafft der Autor es selten, auch beim Leser den Aha-Effekt zu erzielen, den er seinen Charakteren in den Mund legt. Daraus ergibt sich, dass die Handlung in der Rückschau für eine so große Seitenanzahl recht dünn wirkt. Zweitens zeigt sich vor allem ab der Mitte des Zyklus eine verstärkte Neigung des Autors, (zumindest) fragwürdige Thesen und Moralvorstellungen anzuführen. Wobei "anzuführen" wohl das falsche Wort ist, "predigen" ist zutreffender. Manche mag das nicht stören, bei mir hinterließen einige Aussagen allerdings einen schalen Beigeschmack, vor allem, da aus sie aus irgendeinem Grund nicht aus dem Mund der Charaktere, sondern aus dem des Autors selbst zu kommen scheinen. Der dritte Negativ-Faktor ist gleichzeitig der Bedeutendste: an vielen Stellen schafft es Goodkind nicht, seine zeitweise unüberschaubaren Handlungsstränge zu einem gelungenen Abschluss zu bringen. Es wirkt bisweilen, als ob ihm einfach die Ideen ausgegangen wären. Gelöst wird dieses Problem mit einer gewissen "Deus-Ex-Machina"-Haltung: die Charaktere zaubern dabei die unwahrscheinlichsten Lösungen aus dem Hut und unvorstellbare Geistesblitze lassen Sie... Lesen Sie weiter... › Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Und 1000 Seiten später,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Schwert der Wahrheit 1: Das erste Gesetz der Magie (Taschenbuch)
Im Oktober letzten Jahres habe ich mir in der Buchhandlung "Das Schwert der Wahrheit" gekauft, denn ich wollte mal wieder eine episch lange Serie lesen, die mich Monate beschäftigt. Und da in der Buchhandlung gleich fast alle Bände vorhanden waren, war absehbar, dass diese Buchreihe einige Zeit in Anspruch nehmen würde. Nach nun drei Monaten und 1000 gelesen Seiten bin ich mir aber nicht mehr sicher, ob ich das weiter lesen möchte. Die Handlung des ersten Buches ist hier sicherlich oft genug beschrieben worden, deswegen möchte ich das nicht noch einmal wiederholen.Gleich zu Beginn des Buches ist mir aufgefallen, dass der Stil irgendwie recht "einfach" wirkt. Man kann den Gedanken und Motivationen der Charaktere kaum folgen, da trifft der Waldläufer Richard Cypher im Wald eine junge Frau, die von Feinden verfolgt wird. Das Fantasy-Klischee muss natürlich bedient werden und der junge Mann rettet die junge Frau. Das ist die Basis dessen, was die beiden danach immer als Freundschaft bezeichnen und aus dem Liebe wird. Irgendwie war es für mich als Leser nicht plausibel, warum diese beiden Personen nun auf einmal die dicksten Freunde sein müssen. Derart merkwürdiges Verhalten legen fast alle Charaktere des Buches an den Tag. Personen die zu Beginn interessant wirkten, werden leider meist nicht weiter verfolgt, zum Beispiel Adie. Die Schurken und Bösen des Buches sind zudem sehr eindimensional, ihr Verhalten aber kaum weniger schlüssig. Der Besuch bei der Hexe Shota liest sich jedenfalls in meinen Augen komisch, sie ist weder böse noch gut, eigentlich sind das mehr oder weniger unnütz vollgeschriebene Seiten. Charaktere die durchaus Potenzial haben, wie z.B. Brophy, werden leider dann an Nebenschauplätzen und für den Effekt geopfert. Hinzu kommt, dass Goodkind die Welt kaum ausgearbeitet hat. Die Ebene der Schlammmenschen kann ich mir noch halbwegs vorstellen, die Reise danach verkommt aber zu schlichtem Hinspringen zum Ort des Geschehens. Die Reise von den Schlammenschen zu Shota benötigt zwar einige Zeit, beim lesen kommt es einem aber so vor, als wäre man innerhalb von zwei Tagen dort. Von dort aus geht es wieder nach Tamerang und dann zum Palast des Volkes. Offenbar sind Westland und D'Hara keine besonders großen Länder. Etwas konstruiert wirkt das beispielsweise bei der Szene, in der Richard verflucht wird. Die Gruppe flieht aus Tamerang, dann wird der Fluch festgestellt und die Lösung für den Fluch liegt natürlich nur einen Tagesritt entfernt. Wirklich durch große Angst getrieben scheint die Flucht nicht gewesen zu sein, wenn man quasi noch im Einflussbereich Tamerangs bleibt. So geht es jedenfalls im ganzen Buch, was ja nicht grundsätzlich falsch ist, aber es hat dafür gesorgt, dass ich meist nach einem Kapitel aufgehört habe zu lesen. Irgendwoher muss die lange Lesezeit ja auch herkommen. Einige Szenen gegen Ende (Stichwort Folter) empfand ich auch als etwas merkwürdig. Die Mord-Sith an sich mögen ja interessante Charaktere sein, so merkwürdig wie sich diese Folterei liest, Denna ist durchaus ein interessanter Charakter, denn man hätte aufheben sollen. Stattdessen zieht sich diese Folter-Szene über einige Dutzend Seiten und bringt zumindest in diesem Moment nicht viel an Inhalt und Erklärung (soll später kommen). Am Ende bleibt ein unsicheres Gefühl, ob ich nun Band 2 kaufen soll, oder lieber etwas anderes Lesen soll... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Band 1 bis 11,
Rezension bezieht sich auf: Das Schwert der Wahrheit 1: Das erste Gesetz der Magie (Taschenbuch)
Nachdem ich Band 1 gelesen hatte, wurden mir leider sofort alle restlichen 10 Bände geschenkt. Band 1 bis einschließlich 4 fand ich sehr gut. Band 5 bis 6 mittelmäßig und Band 7 ff. hätte sich der Autor sparen können. Spätestens ab Band 7 gibt es zu viele Wiederholungen was vorher passiert ist, die Story wird zunehmend lahm und lahmer und die Hauptfigur Richard nervt nur noch. Ab Band 5 oder 6 hätte der Autor damit aufhören können, dass seine Hauptfigur angeblich immer noch nicht weiß, wie mächtig er ist und wie er seine Macht gebrauchen kann. Gute Figuren werden gestrichen und tauchen nicht mehr auf und werden durch langweilige "Randfiguren", denen zum Teil ein ganzer Band gewidmet ist, ersetzt. Die in den ersten Bänden vorhandene ausgeprägte Darstellung von Gewalt, die aber bei einer Geschichte wie dieser über Gut und Böse sowie Krieg sinnig und gut dargestellt ist bzw. war und meiner Meinung nach nicht fehlen sollte, entfällt zunehmend vollständig. Es dreht sich im Ergebnis nur noch um die Liebe und das Zueinanderfinden von Richard und Kahlan mit ein paar harmlosen Hindernissen. Allen Bänden gemeinsam ist, dass das sogenannte große Finale eines jeden Buches innerhalb weniger Seiten abgehandelt wird, so auch im letzten Band das finale Ende.
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