Mit diesem Countdown eines Kunden, im Büro des Bankangestellen Frederik Feinermann(Fabian Hinrichs) beginnt -Schwerkraft-. Dann fällt ein Schuss und das Leben von Frederik ist nicht mehr so, wie es war. Frederik verliert den Glauben an die Arbeit und sich selbst. Nach 7 Jahren Bankerkarriere bleibt er einsam und desillusioniert zurück. In Tagträumen und der unerfüllten Liebe zu seiner Exfreundin Nadine(Nora von Wadstätten) scheint Frederik auf der Strecke zu bleiben. Doch dann trifft er seinen alten Freund Vince(Jürgen Vogel) wieder. Vince arbeitet als Packer in einem Elektroladen. Früher spielte er mit Frederik in einer Band und zwischenzeitlich hat er lange im Knast gesessen.
Als Frederik bei seinem Chef Kollath(Thorsten Merten) eingeladen ist, stiehlt er dort einen Hausschlüssel. Kurze Zeit später steigt er bei Kollath ein, als er weiß, dass der nicht zu Hause ist. Aber es gibt Probleme. Um die zu lösen, braucht Frederik Vince. Der greift dem Banker auch tatsächlich unter die Arme und nebenbei räumen die beiden alten Freunde Kollaths Wohnung aus. Das ist der Beginn einer Einbruchserie, bei der aus dem zahmen Frederik ein ziemlich harter Bursche wird. Frederik "besorgt" interessante Opfer durch sein Bankenwissen und anschließend machen Vince und er fette Beute. Frederik blüht dabei so sehr auf, dass er sogar wieder Kontakt zu Nadine knüpft. Nur eines kapiert Frederik nicht: Vince wollte von ihm die Kontodaten eines Renier Grimm(Jeroen Willems). Was will Vince damit? Hat die Sache etwas mit Vince Knastaufenthalt oder seiner Freundin Sonja(Jule Böwe) zu tun?
Als Frederik merkt, wohin der Hase läuft, ist es fast schon zu spät, dass Ruder noch herumzureißen. Aber Frederik versucht es...
Maximilian Erlenwein hat -Schwerkraft- mit eindringlich guter Kameraarbeit gefilmt. Auch das Drehbuch stammt vom Wahlberliner. Die Story ist schnell, ohne jeglichen Hänger und ziemlich kreativ. Leider fehlt dem Plot an ein paar Stellen ein gewisser Realitätsbezug. So lässt Erlenwein zum Beispiel die Polizei völlig außen vor, und das obwohl Vince und Frederik bei ihren Taten als wahres Spurenleger- und Zeugenbeobachterteam agieren. Doch das sind nur kleine Mängel. Ansonsten hat Erlenwein einen wirklich guten Film an den Start gebracht, der vor allem durch seine Darsteller überzeugt. Egal, ob das der Ex-Knacki Vince ist, den Jürgen Vogel in der ihm eigenen Art spielt, oder der schüchterne Frederik, der im Schauspiel von Fabian Hinrichs zum Gewaltjunkie mutiert. Jule Böwe und Nora von Waldstätten sind ausdrucksstark und überzeugend in der Verköperung von Sonja und Nadine. Unterlegt ist -Schwerkraft- mit einem äußerst starken Soundtrack. Die Musik wurde von Jakob Illja komponiert und bei der Umsetzung agierten Fabian Hinrichs(Gitarre und Gesang) sowie Jürgen Vogel(Schlagzeug) und andere Künstler mit. Weiterhin überzeugt -Schwerkraft- mit Dialogen der Güteklasse 1A.
Mit -Schwerkraft- ist wieder einmal ein gutes, starkes Stück Deutsches Kino am Start. Der Film wird ganz sicher seine Anhänger finden. Für Freunde von Jürgen Vogel und Fabian Hinrichs ist der Streifen in jedem Fall ein Muss. Mittlerweile hat der Film einige Preise eingeheimst. Wenn sie auf deutsche Filme abseits des Mainstream stehen, kann ich ihnen -Schwerkraft- bedenkenlos empfehlen.