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Schweres Beben. 10 CDs
 
 
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Schweres Beben. 10 CDs [Audiobook] [Audio CD]

Jonathan Franzen , Gerd Wameling , Thomas Piltz
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Argon Verlag GmbH; Auflage: Gekürzte Lesung. (20. Oktober 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3870249498
  • ISBN-13: 978-3870249496
  • Größe und/oder Gewicht: 13,4 x 12,8 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 539.765 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Wer auf den neuen Roman von Jonathan Franzen wartet, muss sich noch etwas gedulden. Strong Motion wurde nämlich in den USA bereits 1992 veröffentlicht und war -- nach Die 27ste Stadt -- Franzens zweiter Roman. Dass nach dem überwältigenden Erfolg der Korrekturen nun auch die früheren Werke ins Deutsche übersetzt werden, ist aus Verlagssicht ebenso verständlich wie für die Leser interessant. Denn hier kann man im Rückblick die schriftstellerische Entwicklung des gefeierten Amerikaners beobachten -- die Ansätze von sprachlicher Brillanz und das große Erzähltalent ebenso wie die noch vorhandenen Schwächen.

Was Franzen jedenfalls damals schon konnte, ist, den Leser über fast 700 Seiten gefesselt zu halten und für seine Charaktere zu interessieren. Handlungsgerüst und Grundkonstellation allerdings wirken arg konstruiert, die Symbolik -- das Beben der Erde spiegelt die persönlichen und gesellschaftlichen Erschütterungen -- zu aufgesetzt. Im Mittelpunkt der fassettenreichen Handlung steht die Familie Holland, „in der man selten die Kraft hatte, an einem anderen Leben als dem eigenen Interesse zu zeigen oder auch nur vorzutäuschen“. Bei leichten Erdstößen in Massachusetts ist ausgerechnet Louis Hollands Stiefgroßmutter das einzige Todesopfer. Seine Mutter dagegen erbt dadurch ein millionenschweres Aktienpaket eines Chemiekonzerns. Die Erdbeben gehen weiter und der 23-jährige Louis lernt zufällig die Seismologin Renée kennen, die wiederum den Konzern verdächtigt, durch das Einpumpen giftiger Rückstände in ein kilometertiefes Bohrloch die Beben auszulösen. Louis verliebt sich in die sieben Jahre ältere Renée und zerstreitet sich mit seiner Mutter ob des unerwarteten Geldsegens, auch weil diese seine Schwester bevorzugt.

Schweres Beben ist Familiendrama -- mit den für Franzen typischen tragikomischen Zügen --, aber auch Umweltkrimi und Gesellschaftsroman mit ziemlich deutlicher Kritik, ebenso am Kapitalismus wie etwa an fundamentalistischen Abtreibungsgegnern oder den Medien. Aber am beeindruckendsten an diesem Werk ist vielleicht die Liebesgeschichte zwischen den zwei Außenseitern Louis und Renée, die dem Roman nach vielen Irrungen und Wendungen sogar ein versöhnliches Ende beschert. Mit den unvergesslichen Lamberts aus den Korrekturen können die Hollands zwar nicht mithalten. Aber die Wartezeit auf den wirklich neuen Roman von Jonathan Franzen kann Schweres Beben doch recht vorzüglich verkürzen. --Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Louis Holland, ein Rundfunktechniker, zieht nach Boston, wo seine Familie lebt: seine Mutter, eine frustrierte Aufsteigerin, sein Vater, ein linker Geschichtsprofessor, und seine Schwester, eine ganz und gar verwöhnte, ichsüchtige Frau. Kaum ist er eingetroffen, passiert Merkwürdiges - ungewöhnliche Erdbeben erschüttern die Stadt, und gleich das erste tötet seine Großmutter. Während eines erbitterten Streits um das große Vermögen, das sie hinterlässt, verliebt sich Louis in Renée Seitchek, eine leidenschaftliche, kluge Seismologin, deren Enthüllungen über die Gründe der rätselhaften Erdstöße alles, wirklich alles durcheinander bringen.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Robert Altman der Literatur 2. September 2007
Von dreamjastie TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
"Schwere Beben" entstand 1992 und weist stilistisch bereits den Weg zum Nachfolger "Die Korrekturen". Wieder wird das Innenleben einer Familie, der Familie Holland, akribisch seziert. Wieder wechselt Franzen innerhalb des Romanes die Perspektive und zerlegt den Roman dafür in vier Teile, chronologisch geordnet und doch subtil mit Rückblenden angereichert, die dem Leser zum rechten Zeitpunkt das eben Nötige enthüllen. Doch Franzen wäre nicht Franzen, würde er es sich und uns so einfach machen, denn jeder Teil des Romanes beinhaltet subtile Perspektivwechsel, als wolle er damit unterstreichen, dass im Leben nichts so ist, wie es scheint, dass alles in Bewegung ist: die weiten Passagen, die im wesentlichen und sehr akribisch Louis Holland begleiten, enfant terrible der Familie und überhaupt nicht zufrieden damit, dass seine Mutter dank einer Erbschaft jetzt Millionärin ist und sich augenblicklich daran macht, das Geld auszugeben; jene Passagen, am Anfang und am Ende des Romanes, legen den Fokus zunächst und sehr kurz auf seine schnöselige Schwester Eileen. An dem Punkt, an dem sich Louis von seiner Freundin Renee Seitchek trennt, im Mittelteil, wechselt Franzen die Perspektive und übergibt den Stab an Renee, die die Geschichte durch ihre geradezu detektivische Arbeit nunmehr vorantreibt, und doch beginnt er diesen zweiten Teil zunächst mit einer eingehenden Skizzierung ihres Studienkollegen Howard Chung. In dem Moment jedoch, in dem ein Anschlag auf sie verübt wird, wechselt er zurück zu Louis, der gerade im Haus seines Vaters Bob ankommt, um sehr schnell und unvermittelt auf diesen überzuspringen und ihm und seinen Erinnerungen Raum zu geben, die einiges von den Hintergründen der Geschichte zu enthüllen haben.
Und Franzen wäre nicht Franzen, wenn sich der Titel (im Original "Strong Motion") nur auf die Erdbeben-Serie bezöge, die den Großraum Boston heimsucht und als erstes Louis' exzentrische Großmutter zum Opfer hat. Denn damit, genauer mit ihrem bereits erwähnten Erbe, beginnen die Probleme, brechen alte Konflikte auf und entstehen neue Kontakte.
"Seit acht Jahren versuche ich, meinen Sender politikfrei zu machen", erklärt der Exilrusse Bressler Louis Holland, der als Techniker in seiner Radiostation arbeitet. "Es ist mein amerikanischer Traum - ein Sender, in dem den ganzen Tag geredet wird (keine Musik, das wäre ge-mo-gelt!), ohne dass EIN Wort über Politik fällt. Ein Radio, das den ganzen Tag Wortbeiträge bringt und keine Ideologie. Reden wir über Kunst, Philosophie, Humor, das Leben. Reden wir darüber, was es heißt, ein Mensch zu sein. Und je näher ich meinem Ziel komme - man kann es in Grafik zeigen, Louis -, je näher ich meinem Ziel komme, desto weniger Leute chören mir zu!"
So wie die Vision von Louis' Chef scheitern muss, weil Politik zu dem gehört und sich einmischt in das, was es heißt, ein Mensch zu sein, so drängt das Große und Ganze quasi als Beweis auch in das Leben der Familie Holland und stellt sie vor eine Zerreißprobe.
Und so ist auch dieser Roman das Psychogramm einer Familie und gleichzeitig das eines ganzen Landes, einer ganzen Gesellschaft. Denn je mehr Louis' Freundin Renee, die engagierte Seismologin, sich mit den Ursachen der Erdbebenserie um Boston beschäftigt, um so mehr gerät sie in einen Umweltskandal, der ein bezeichnendes Licht auf die amerikanische Wirtschaft wirft und darauf, dass - wir ahnten es - die Moral vor der Tür zu bleiben hat, wenn es ums ganz große Geld geht. Ein Konflikt, der wiederum in die Familie Holland hineingetragen wird, denn hinter den ganzen Vorgängen steckt ausgerechnet der Chemiekonzern Sweeting-Aldren, dessen Großaktionärin Louis' Mutter durch das Antreten ihrer Erbschaft plötzlich ist. Und so verwebt Franzen die Wege all seiner Protagonisten kunstvoll und leichthändig und erweist sich einmal mehr als ein Robert Altman der Literatur.
Franzen macht schon bei diesem Roman alles richtig: die Sprache ist ausgefeilt (und gut übersetzt), die Geschichte melancholisch und humorvoll zugleich und der Plot an den richtigen Stellen gebrochen. "Schwere Beben" bietet somit 685 anregende Seiten mit hervorragender amerikanischer Literatur.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ich sags gleich raus: Franzen hat mich mit seinen "Korrekturen" gepackt, wie schon seit Jahren kein Autor. Natürlich waren die Erwartungen gegenüber dem Frühwerk etwas geschmälert. Und wer - und davon gehe ich bei den meisten aus - die "Korrekturen" schon intus hat, wird zumindest phasenweise enttäuscht. sein. Gut, die Rahmenhandlung ist fast spannender, fast realistischer, wenngleich etwas weltverschwörerischer. Doch um die Story geht es nicht, es geht um die Darstellung der Charaktere und natürlich um die detailverliebten Darstellungen, die manchen Lesern ja auch langatmig vorkommen können. Mag der Autor hier noch nicht so perfekt gewesensein, wie später bei den Korrekturen, so liegt vielleicht gerade darin die Faszination. Mal ähnelt die Detailtreue den Korrekturen, mal ist sie weit schwächer ausgeprägt. Das ist nicht unspannend.
Aber: Die beiden Hauptcharaktere werden brilliant dargestellt, und zumindest ich habe - obwohl von Alter und Sozialistion doch eher den Korrekturen-Helden mehr zugetan - beim Lesen nicht absetzen können, wurde vom Autor noch mehr gepackt als bei den Korrekturen, zumindest phasenweise.
Natürlich ist das alles subjektiv: Schon auf den ersten Seiten fand ich "Schweres Beben" zumindest gut, dann begann eine Phase, in der mir das an "Korrekturen" erinnernde Strickmuster langweilig wurde - aber nur kurz, dann war ich drinnen und wollte immer nur mehr, mehr und mehr - so wie seinerzeit schon bei den Korrekturen, nur war diesmal meine Gier noch unbändiger.
Ich weiß nicht, ob man "Schweres Beben" nicht besser vor "Korrekturen" lesen sollte, aber auf alle Fälle ist es neben seinem Hauptwerk das empfehelenswerteste Buch von Franzen - und wie gesagt, mich hat es unglaublich gepackt.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Th. Leibfried TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Man kann der Problematik schwerlich ausweichen, dass man ein Buch eines Autors liest, das einen fasziniert, man dann anschließend sich dem weiteren Werk dieses Autors annimmt, auf frühere Werke stößt und enttäuscht wird. So ging es mir nach der Lektüre von Franzens Meisterwerk Die Korrekturen mit seinem Erstlingswerk Die 27ste Stadt, was mich dennoch nicht davon abhielt, den zwischen diesen beiden entstandene Roman Schweres Beben zu lesen.

Der Umwelt-Liebes-Wirtschaftsroman zeigt zweifelsohne das enorme Talent Franzens. Seine Dialoge sind meisterhaft, die Charakterisierung der Hauptfiguren, neben der gesamten Familie Holland vor allem die junge Seismologin Renée, ebenfalls. Man wird von den Dialogen regelrecht aufgesogen, so sarkastisch, so realistisch schreibt er.

Für mich persönlich spielt Franzen jedoch mit zu vielen Themen auf einmal: Umweltkatastrophen ausgelöst durch Wirtschaftsinteressen, die Abtreibungsproblematik und ihre Auswüchse in den USA gemischt mit religiösem Fanatismus, Familienpsychogramme im typisch-amerikanischen Mittelstand, Liebesgeschichte zweier Außenseiter. (Auch die Korrekturen wären für mich noch einen Deut genialer ohne den Ausflug ins Baltikum.)

Die Korrekturen mit der Familie Lambert im Mittelpunkt bleiben für mich mit Abstand das Meisterwerk Franzens und ein Meilenstein in der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Schweres Beben gefällt mir allerdings deutlich besser als Die 27ste Stadt. Und damit muss man ihm eines lassen: Er wird bisher von Roman zu Roman  für die er sich ausreichend Zeit lässt  besser. Ich bin gespannt, ob er diese Entwicklung mit seinem nächsten Werk halten kann, oder zumindest nicht abfällt.
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Veröffentlicht am 5. Mai 2007 von B. Kugler
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"Schweres Beben" - der Titel lässt schon einiges erahnen.

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