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Schwerer Weg: Übersiedlung aus der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin in die DDR 1961-1989
 
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Schwerer Weg: Übersiedlung aus der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin in die DDR 1961-1989 [Taschenbuch]

Thomas Weißbach


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Kurzbeschreibung

Der Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 veränderte die inner­deutsche Situation völlig: Der Kontakt zwischen den Bürgern der Bundes­republik Deutschland und der DDR wurde noch schwieriger als bisher, Reisen in den jeweils anderen Staat auf längere Sicht praktisch unmöglich. Das Bild von der DDR als einer grauen, tristen und von brutalen „rußlandhörigen“ SED-Funktionären beherrschten „Sowjetzone“ schien sich zu bestätigen. Unter diesen Umständen ist es erstaunlich, dass es überhaupt Menschen gab, die sich entschlossen, aus der „Freien Welt“ in die DDR überzusiedeln. Dennoch waren es rund 100000, die zwischen 1961 und 1989 diesen Weg wählten. Die Motive waren vielfältig und reichten von persönlichen Gründen (Eheschließung, Wunsch nach verwandtschaftlichen Kontakten und Pflege im Alter) bis zu politischen Sympathien für die DDR aufgrund von einschlägigen Prägungen bzw. einschlägigen Engagements in der Bundesrepublik. Auch die Ent­täuschung über die realen Verhältnisse in der Bundesrepublik bzw. die wahr­genommene Unfähigkeit, mit diesen klarzukommen spielten eine Rolle. Nach der Schließung der Grenze gerieten die Übersiedler in die Mühlsteine des kalten Krieges und wurden, da sie mit der deutsch-deutschen Grenze eine der neuralgischsten Konfrontationslinien zwischen Ost und West überschritten, durch die Sicherheitsorgane der DDR intensiver Überwachung und Kontrolle unterzogen. Dabei spielten sowohl die – stets präsente – Furcht vor westlicher Spionage als auch das Bestreben, unerwünschte Opfer des westlichen, „kapitalistischen“ Systems, wie Drogensüchtige, psychisch Kranke und Bankrotteure von der DDR fernzuhalten, eine Rolle. Diese Bedenken waren bei prominenten Fällen, wie z. B. dem Schauspieler Wolfgang Kieling, der zweimal in die DDR kam und jeweils mehrere Jahre blieb, natürlich weniger gegeben. Außerdem gab es Sonderfälle, die in der DDR ihre Chance zur Prominenz und Entfaltung ihrer Fähigkeiten erst erhielten, wie der Sänger James W. Pulley, der bis zu seiner Übersiedlung ein „durchschnittlicher“ Soldat der US-Armee gewesen war. Deutlich wurde in jedem Fall, dass sich West-Ost Übersiedler in einem Spannungsfeld zwischen oftmals unrealis­tischen Vorstellungen über die jeweils andere Seite, den Schwierigkeiten, die getroffene Entscheidung zur Übersiedlung rückgängig zu machen und der politischen Realität des kalten Krieges, die der Übersiedlung von West nach Ost automatisch einen politischen Charakter verlieh, bewegten.

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