otto f. kernberg konstatiert bei anwendung seines methoden-konzeptes gute erfolge bei "borderline-patienten mit vorherrschend hysterischen, zwanghaften, depressiven, phobischen, infantilen und passiven" ausprägungsformen, eine gewisse erfolglosigkeit resümiert er bei patienten mit "vorherrschend paranoiden, narzißtischen, schizoiden, explosiven, hypomanischen und anti-sozialen" persönlichkeits-typen. mit der für kernberg typischen maxime der TECHNISCHEN NEUTRALITÄT und der vorrangigkeit von INTERPRETATION im therapeutischen prozess erläutert er mit vielen fallbeispielen den weg von der ursprünglichen verstricktheit der patienten in SPALTUNG, PROJEKTIVE IDENTIFIZIERUNG, LEUGNUNG, PRIMÄRE IDEALISIERUNG, ENTWERTUNG und OMNIPOTENZ-gehabe hin zur dialog-fähigen person, die sich nicht in aggressionen und übertragungen, narzißtischen selbstverliebtheiten oder diabolischen manipulationen verliert, sondern sich selbst spöttisch und erkennend über die schultern zu schauen in der lage ist. mit wöchentlich ca. 3 therapie-stunden über einen zeitraum von ungefähr 5-7 jahren meint kernberg bei der definierten patienten-gruppe zuverlässig bewerkstelligen zu können jenen aufbau einer neuen ÜBER-ICH-STRUKTUR und selbstbeobachtungsfähigkeit, die unumgänglich ist für das verlassen von tief eingebrannten verhaltensweisen. KERNBERG optimistisch (und ich weiß nicht, wie die krankenkassen dazu stehen): "manche borderline-patienten aktivieren ein einziges übertragungsmuster in endloser wiederholung über viele jahre hinweg; ihnen kann INTERPRETATION in einem frühen stadium nicht nur viel zeit sparen, sondern sie auch vor destruktivem ausagieren schützen."