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Mit seinem zweiten Roman um Kommissar Berndorf ist Ulrich Ritzel den hohen Erwartungen nach seinem Debüt Der Schatten des Schwans gerecht geworden. Und beruhigt liest man, dass er bereits wieder am Recherchieren sei. --Martin Walker -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
kompakt, scharf beobachtet, gut geschrieben,
Von
Rezension bezieht sich auf: Schwemmholz: Roman (Taschenbuch)
Schwemmholz ist Ritzels zweiter Krimi (nach: "Der Schatten des Schwans" und vor "Die schwarzen Ränder der Glut erschienen"). Ich kannte den Autor bisher nicht, habe das Buch in einer Buchhandlung gesehen; auf der broschierten Ausgabe wird vorne darauf hingewiesen, dass der Roman mit dem deutschen Krimipreis ausgezeichnet wurde, auf der Rückseite befindet sich die Bemerkung, Ritzel sei der Hoffnungsträger des deutschen Kriminalromans. Das macht natürlich neugierig, so dass ich das Buch mit einigen Erwartungen erworben habe.Gleich vorweg: Das Lob ist ohne Abstriche verdient. Ausgehend von einem Brandanschlag auf einen Wohncontainer, bei dem man zunächst von einem rechtsradikalen Hintergrund ausgeht, wird zunächst eine Fährte in Richtung der italienischen Mafia ausgelegt, bevor der Leser schließlich stückweise in den Sumpf des Kampfes um kommunale Großaufträge und Ulmer Filz hineingeführt wird, wobei es gleich mehrere Todesfälle, eine Entführung und eine Vergewaltigung gibt. Dabei beruht der Erzählstoff auf einer durchaus komplizierten und vielschichtigen Konstruktion. Faszinierend ist, wie es dem Autor gelingt, die Handlungsstränge zu verbinden, ohne dass man das Gefühl hat, hier wirke etwas realitätsfern oder der Autor hätte den Überblick verloren; überaus gelungen auch die Beschreibung, wie es der Hauptperson, Komissar Berndorf, der bei den Ermittlungen selbst in Lebensgefahr gerät und seiner Assistentin Tamar Wegenast gelingt, das Puzzle zusammenzufügen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Fesselnd - mit kleinen Kunstfehlern,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Schwemmholz (Gebundene Ausgabe)
Ulrich Ritzels zweiter Kriminalroman um Kommissar Berndorf und seine Assistentin Tamar kommt zunächst etwas schwer in die Gänge, was bei einem Krimi nicht unbedingt schlecht sein muss. Mit jeder Seite aber, die uns Ulrich Ritzel weiter in die Abgründe aus Baulöwen, Jungunternehmern, Staatspartei und Mafia führt, entsteht ein höchst realitätsnahes Bild vor dem inneren Auge des Lesers und fesselt ihn zusehends. Ritzel versteht es vorzüglich, zunächst völlig unzusammenhängend erscheinende Handlungsstränge zu einer am Ende kaum mehr erträglichen Spannung zu verknoten und den Leser so zu zwingen, sich durch das aufgestaute "Schwemmholz" an Verbrechen, Intrigen und Stümperei Seite um Seite durchzukämpfen - bis zum Ende... Äußerst gelungen ist Ulrich Ritzel hier die Verknüpfung des im Titel genannten "Schwemmholzes" mit der Haupthandlung des Krimis - denn die Figuren erscheinen ausnahmslos alle, auch Berndorf, als irgendwo entwurzelt, weggespült und an anderer Stelle angeschwemmt. Fast noch faszinierender ist aber die Nebenhandlung, in der das Wetter die Hauptrolle spielt, das Ritzel sich zur faszinierenden Kulisse mit Regengüssen, Überschwemmungen etc. für seine Protagonisten auserwählt hat, und das ebenfalls für "Schwemmholz" sorgt. Eigentlich nicht erwähnt werden muss die - auch für einen ortskundigen Leser aus der Umgebung Ulms - exzellente Ansiedlung der Handlung im Raum Ulm - Oberschwaben, sowohl was Lokalkolorit als auch Landschaftsbeschreibungen angeht. Manche Figuren, etwa der alte Bauer Vochezer, sind so treffend beschrieben, dass man sich fragt, ob man ihnen nicht schon einmal irgendwo begegnet ist. Eine Schwachstelle hat der Roman jedoch: Ulrich Ritzel lässt etwas zu häufig den "deus ex macchina" in die Handlung eingreifen und Berndorf und seinen Kollegen den ein oder anderen Hinweis doch recht konstruiert zukommen: Die Frau, die mit Berndorf ein Krankenzimmer teilt, das Taschentuch eines Vermissten, das Berndorf zufällig in die Hände gerät - auch ohne diese "Kunstfehler" hätte der Krimi funktioniert. Doch anders als in der Medizin beeinträchtigen sie nicht das Ganze, sondern bleiben kleine Zweiglein im aufgetürmten Schwemmholz... Ulrich Ritzel, von Haus aus Gerichtsreporter der in Ulm erscheinenden "Südwest Presse" (und als solcher vielleicht identisch mit dem "Tagblatt"-Reporter Frentzel)hat mit diesem Buch bewiesen, dass es den deutschen Krimi noch gibt, und dass nicht alles nach Donna Leon oder Henning Mankell klingen muss, um gut zu sein. Insofern hat er mit "Schwemmholz" einen Stil gefunden, der durchaus Zukunft hat und prägend auf das gesamte Genre sein könnte: Einer der wichtigsten Krimis der letzten Jahre.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"LEICHENZERSTÜCKELN",
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Schwemmholz (Gebundene Ausgabe)
Im Herbst 1998 wird ein Brandanschlag auf einen Wohncontainer einer italienischen Baufirma in Ulm verübt und ein italienischer Arbeiter schwerst verletzt. Die Presse vermutet hinter diesem Anschlag die Neonazi- Szene. Als der vom Gericht freigesprochene Skinhead kurz darauf tot vor das Landesgerichtsgebäude gelegt wird, scheint es, als hätte sich die Mafia gerächt. Einige Tage darauf wird auf Kommissar Berndorf, den Leiter der Ermittlungen, ein Attentat verübt, das er durch Glück überlebt. Auf Grund dieser Geschehnisse flüchtet Berndorf samt gebrochenen Bein zu seiner Lebensgefährtin nach Berlin und vertreibt sich die Zeit mit Aphorismen von "Georg Christoph Lichtenberg", seinem Lieblingsautor. Obwohl Berndorf um vorzeitige Pensionierung angesucht hatte, zieht es ihn nochmals zurück ins Ulmer Geschehen, wo er gemeinsam mit seiner Kollegin,der lesbischen Kommissarin Tamar Wegenast, gegen die Ulmer "High Society" ermittelt. Denn auch dort liegen Leichen im Keller vergraben.....Von falschen Fährten legen, Mafia, Erpressung bis hin zu Mord samt dazugehörigem "Leichenzer- stückeln" und im Keller einmauern ist in "Schwemmholz" alles enthalten. Im Krimi kommen des öfteren Schauplatzwechsel vor. Ebenso bedarf es der ganzen Aufmerksamkeit beim Lesen, da eine große Anzahl an wichtigen Personen vorkommt. Dennoch ist der Krimi ein gut durchdachtes, gesellschaftskritisches Meisterwerk, in dem auch die wahren Begebenheiten wie Hochwasserkatastrophe 1999, Nachrichten im Hintergrund und Lichtenberg- Aphorismen, Goethe oder Brecht Zitate hervorragend verpackt sind. "Schwemmholz" zeichnet sich durch einen dichten Handlungsablauf und einige Zufälle, die jedoch nicht unrealistisch wirken, aus. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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