Ich schaffte es nicht, dieses Buch in einem Rutsch durchzulesen; denn schon auf der ersten Seite mußte ich laut loslachen und bei Kapitel Zwei wäre ich beinahe vom Sofa gekollert, so sehr hab ich mich vor Lachen geschüttelt.
Thomas C. Breuer ist gleichzeitig intuitiv und präzise, urkomisch und beißend böse. Er erfaßt genau die Wahrheit über diverse Schweizer Befindlichkeiten und Marotten, daß ich mir genau vorstellen kann, wie säuerlich manche Eidgenossen auf sein Buch reagiert haben müssen. Deutsche mit Schweiz-Erfahrung werden an dem Buch die größte Freude haben, denn Breuer trifft jedesmal mitten ins Schwarze. Dabei liebt er die Schweiz, was im Kapitel "Goethe im Bergell" ganz besonders zu spüren ist.
Doch ob Wallis oder Engadin, Basel oder Zürich, Breuer hat genau hingeschaut mit diesem Sinn fürs Kuriose, das so nur dem Ausländer auffallen kann. Hier gibt es Pointen, die perfekt sitzen, virtuosen Sprachwitz und gekonnte Wortspiel-Feuerwerke. Das Buch ist gleichzeitig albern und voller Tiefgang, exakt und maßlos übertrieben. Es enthält herrliche Blödel- und Spottgedichte und die genialsten Fußnoten aller Zeiten. Thomas C. Breuer verdient es, als "Meister der Fußnote" in die Literaturgeschichte einzugehen.
Sein Buch ist ein prima Geschenk für jemanden, der demnächst in die Schweiz will, aber nicht zum Skifahren.
So, ich muß jetzt wieder auf mein Sofa zurückrobben und mich von diesen schlimmen Attacken auf mein Zwerchfell erholen.