Andrew Roth hat mit "The Book Of 101 Books" vor 10 Jahren
Pionierarbeit zum Thema Fotobücher geleistet. Seitdem sind gut
15-20 Bücher erschienen, die Buchsammlern und Interessierten
thematische Überblicke geben (The Photobook von Parr/Badger,
Open Book, Book of Nudes etc.) oder länderspezifisch eine "Best of"
Auswahl zeigen (Japanese Photobooks, Latin American Photobook etc).
Zur letzten Kategorie zählt auch das vorliegende Werk.
Zunächst beeindruckt die Optik: 576 Seiten, 3 Kilogramm schwer.
Wie vom Verlag Lars Müller gewohnt, perfekt gedruckt und konsequent
bis ins Detail gestaltet (Umschlaginnenseite in Schweizer Nationalfarbe
rot!!). Dafür gab es Gold bei dem Deutschen Fotobuchpreis 2012.
Zum Inhalt: Es werden 70 Schweizer Fotobücher aus der Zeit 1927
bis heute vorgestellt, die vom Herausgeber Peter Pfunder und
seiner Mitarbeiter Martin Gasser und Sabine Münzenmaier als
mustergültig und stilprägend angesehen werden. Natürlich sind bei
dieser Auswahl die "üblichen Bekannten" dabei, die man auch
schon in anderen Fotobuch-Anthologien gesehen hat ( Aircraft, Fabrik,
Magie der Schiene, Zwei Gramm Licht, The Americans, Die Deutschen,
Airports oder Peter Zumthor Häuser). Aber die Stärke dieses
Überblicks liegt in den eher unbekannten Büchern, die es zu
entdecken gilt, die auch Buchkultur-Geschichte geschrieben haben.
Unverständlich allerdings das Moi Vers "Ein Ghetto im Osten" (Schau-
bücher) keinerlei Erwähnung findet, ein herausragendes und epochales
Buch aus der Schweiz.
Die einzelnen Werke werden vorbildlich in Wort und Bild vorgestellt,
neben den Titeln werden mindestens 10 Innenseiten, häufig auch mehr
abbgebildet. Die Bücher werden detailreich beschrieben, auch in
Hinblick auf deren Geschichte und Wirkungsweise. So ausführlich und
spannend wurde Fotobuchgeschichte noch nie erzählt!