Als eine Kultarschatzsammlung präsentieren die beiden Autoren die Schweiz. Recht wenig erfährt man über die Menschen, die dieses Land ausmachen. Neben einer Kapitelüberschrift "Menschen und Kultur" wird ein Bild des Schweizer Ringersports "Schwingen" gezeigt, doch im Text erfährt man nichts darüber, wieviel Aktive und Fans dieser Sport hat. Auch nichts über die Liebe unserer Nachbarn zu Eishockey, Fussball oder Jassen (dem Kartenspiel der Schweizer). An einen staubtrockenen Baedeker-Führer erinnert mich dieses Werk, obwohl es ca. alle fünf Seiten feurig knistert: denn im Anschluß an einen historischen Brand ist wieder ein besprechungswürdiges Bauwerk entstanden. Zwischen all den barocken Pfarrkirchen und klassizistischen Amtshäusern gehen nützliche Hinweise, ob ein Ferienort mondänes Publikum oder Familien anzieht, beinahe unter.
Vom Reise Know-How-Verlag hätte ich einen bunteren, von Menschen belebten Führer erwartet, wie es z.B. das Reisetaschenbuch "Graubünden" von Johannes Eue (DuMont) darstellt. Von der Aufmachung sind beide ähnlich, mit aktuellen Unterkunftsempfehlungen mit Preisangabe und einem Landkartenteil als Anhang. Doch mit dem Know-How-Kartenteil läßt sich wenig anfangen, vielfach kann man nicht mal die Lage besprochener Orte damit verfolgen. Auch die Rundgänge, die bei den Großstädten beschrieben sind, sind auf den abgedruckten Stadtplänen nicht eingetragen.
Ich gebe zwei Punkte, denn mit guten Tipps für ein preisgünstiges Hotel oder Restaurant hat man in der Schweiz den Reiseführerpreis schnell wieder eingespart. Und bei solchen Tipps haben sich die Autoren Mühe gegeben, für alle Geldbeutel etwas zu nennen. Andere praktische Dinge wie Telefonkosten lassen sich ausbauen: die Kosten von der Telefonzelle werden aufgeführt, ein Vergleich mit Roamingkosten oder Schweizer Prepaid-Karten fehlt. Mal schauen, ob die zweite Auflage besser wird und z.B. die Veränderung der Schweizer Telefonnummer durchgängig angewendet wird: schon bei bei Drucklegung hatte man die Ortsvorwahlen in die Nummer integriert; alle Schweizer Telefonnummer sind seither 9- oder 10-stellig, dafür gibt es keine Ortsvorwahlen mehr.