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Der australische Filmemacher George Miller (Mad Max, Mad Max II - Der Vollstrecker), der den ersten Babe-Film produziert und als Co-Autor agiert hat, nimmt diesmal als Regisseur die Zügel in die Hand und erhöht, wie man es aus seiner apokalyptischen, ebenfalls in Australien spielenden Trilogie von Science-Fiction-Thrillern gewöhnt ist, das Tempo und die Spannung der Handlung.
Von der ersten Szene an wird in Schweinchen Babe in der großen Stadt absichtlich die beruhigende Harmonie zerstört, mit der der erste Film geendet hat. Babes Sieg erweist sich als äußerst kurzlebig, denn schon bald lässt uns Miller im wahrsten Sinne des Wortes tief in den Abgrund blicken, als der wortkarge, aber gutherzige Farmer Hoggett (James Cromwell), Babes geliebter Boss, beim Sturz in einen Brunnen fast ums Leben kommt. Auf Reisen mit der gleichsam rosafarbenen aber bei weitem plumperen Mrs. Hoggett (Magda Szubanski), landet das kleine Schwein im einzigen Hotel, in dem Tiere gestattet sind, in einer Stadt, wo seine Artgenossen wie Ausgestoßene behandelt werden. Als Mrs. Hoggett verhaftet wird, muss sich Babe gegen die Verdächtigungen und Rivalitäten der anderen vierbeinigen Gäste wehren.
Bei der Einstufung des Filmes als kindertauglich wurde außer Acht gelassen, dass die bösen Dinge, die den guten Tieren in Millers Film widerfahren, für Kinder recht schockierend sind, zumal Babes neue Bekanntschaften von einem ganz anderen Kaliber sind als seine Kollegen auf der Farm. Ganz besonderen Ärger hat Babe z.B. mit einer Familie zynischer Schimpansen.
Millers Einsatz von Effekten, durch die seine Tiere zu "echten Schauspielern" werden, ist hier noch nahtloser integriert als in Ein Schweinchen namens Babe. Mit Hilfe des Produktionsdesigns wird in dieser Fortsetzung eine umfassende und fesselnde Welt geschaffen. Dabei erreichen die rein visuellen Ideen, wie z.B. das Meer von blauen Ballons während des Kampfes in einem Ballsaal auf dem Höhepunkt des Films, einen Glanz und eine Originalität, die auch die besten Computer-Animationen nie bieten könnten. Letztendlich jedoch bewirkt der Film mehr als bloße Verblüffung, wird der Zuschauer doch, während Babe seine Umgebung mit seinem Mitgefühl und Mut ansteckt, auf eine Art und Weise bewegt, von der die Lieferanten der Familienfilm-Renner nur träumen können. --Sam Sutherland
Schweinchen Babe wird hier in zahlreiche tierische Schwierigkeiten und Daseinskämpfe verwickelt; er begegnet einer kriminellen Affenbande, einsamen Hunden... Die ganze Bandbreite städtischer Problemkomplexe ist mühevoll in den wenig liebevollen Nachfolger der beliebten Komödie gepresst worden. Über weite Teile langweilt der Film oder wirkt in seiner bemühten Dramatik lächerlich, an wenigen Stellen vermag er so zu rühren wie Teil 1. Schmerzlich wird das Zusammenspiel zwischen dem Schweinchen und Farmer Hoggett, der hier nur eine Randerscheinung ist, vermisst- nur das Wiedersehen mit Babe macht die Ansicht des Werkes relativ erträglich.
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