"Schweigerecht - Quadrille " kann man ganz leicht beschreiben: kleines Buch, große Spannung! Das Buchformat ist wirklich handlich und kann in jedem Täschchen für unterwegs mitgenommen werden. Doch Vorsicht! Nicht unbedingt in der Bahn lesen, denn dann kann es durchaus passieren, dass man die Haltestelle verpasst und über das Ziel hinaus fährt. Die Handlung der beiden Kriminalgeschichten ist einfach mitreißend. Schon gleich die ersten Seiten fesseln den Leser an das Geschehen. Der Prolog lässt ahnen, welche menschliche Tragödie beschrieben wird, ohne die Spannung vorweg zu nehmen. Die einzelnen Charaktere erhalten klare Züge, Menschlichkeit steht im Vordergrund. Der Leser lebt mit! In der ersten Geschichte "Schweigerecht" erklärt sich der Titel erst ganz am Schluss und man denkt "eigentlich hätte man durchaus durch den Titel auf den Täter kommen können..." Doch die Geschichte ist so geschickt verpackt, dass die Spannung bis zuletzt erhalten bleibt, da den Hauptpersonen alle Wege offen bleiben, der Leser reichlich Zeit zu spekulieren hat und sich vielleicht ein ganz anderes Urteil für den Täter erhofft.
Die zweite Geschichte Quadrille hat ein ganz anderes Format. Hier geht es nicht mehr um persönliche Beweggründe, menschliche Schwächen oder niedere Beweggründe. Hier steht knallhart die Politik im Vordergrund. Es geht um Waffen, Macht und internationale Verschwörung. Ein anderes Gebiet, aber doch keinesfalls langweiliger. Es handelt sich um eine andere Art des Krimis. Nicht weniger spannend, eben einfach anders. Der aufmerksame Leser vermisst vielleicht, dass die Liebesgeschichte aus der ersten Geschichte im 2. Teil so gar keine Erwähnung mehr findet, obwohl die Handlungsorte doch fließend in einander über gehen. Doch schnell wird klar, dass so belanglose Liebeleien in diesem Teil gar keinen Bestand mehr hätten. Hier geht es um mehr, um die großen Geschäfte, die keinen Platz für Einzelschicksale lassen.
Was beiden Kriminalgeschichten gemein ist, ist der unsagbar trockene Humor gegenüber Juristen und Journalisten. Die kleinen feinen Sticheleien, die alle Vorurteile gegen diese Berufsgruppen bestätigen.
Witzig, selbstkritisch und doch durchaus taktvoll treiben sie die Geschichten voran, bringen den Leser zum Schmunzeln und machen es einfach unmöglich, das Buch vorzeitig aus der Hand zu legen!