Ein Mädchen sitzt vor einem Fernsehgerät, das es in ungläubigem Entsetzen anstarrt. In ihrer linken Hand sind die Abdrücke der Fingernägel der rechten deutlich sichtbar, und das Kissen, dass neben ihr auf dem Fußboden liegt, sieht ebenfalls arg strapaziert aus.
Nein, keine Szene aus dem Film, sondern aus meinem Wohnzimmer, die ich hier einzig und allein zu dem Zweck anführe die Wirkung des Films zu beschreiben. "Das Schweigen der Lämmer" ist schockierend. Und der mit Abstand beste Psychothriller, den ich je gesehen habe.
Sir Anthony Hopkins brilliert in seiner Darstellung des Hannibal Lecters, der weniger Grausamkeit, sondern vielmehr ein atemberaubendes Genie vermittelt. Dr. Lecter zieht alle in seinen Bann - den Gefängniswärter, die Senatorin, den Zuschauer.... und natürlich Clarice Starling. Dass Jodie Foster die Idealbesetzung für die FBI-Anwärterin ist, braucht sicher nicht noch einmal erwähnt zu werden, so authentisch verkörpert sie die junge Frau.
Da ist es nicht verwunderlich, dass die besten Szenen des Films die (leider nicht allzu zahlreichen) Gespräche von Lecter und Starling sind. Aber auch sonst ist die Gänsehaut garantiert. Die düsteren, gut inszenierten Bilder sind der perfekte Rahmen für Thomas Harris' genial gute Handlung.
Es gibt nur einen einzigen Grund, warum ich diesen Film mit fünf Sternen bewerte: Mehr sind nicht möglich!
Allerdings rate ich, auch das gleichnamige Buch zu lesen, denn einen kleinen Minuspunkt hat der Film: Er ist zu kurz. Damit meine ich nicht, dass ein richtiges Ende fehlt - das Ende ist durchaus angemessen und eine gute Überleitung zum Nachfolger "Hannibal" - sondern dass während des Films die Charaktere leider nicht allzu viel Spielraum haben, um sich so auszuleben, wie sie es in Harris' Roman tun.