Auch hier muss man sagen das der Untertitel zum Buch SCHWEDISCHE HOCHZEITSNACHT: ein verstörender Alptraum aus Maßlosigkeit und Gewalt alles besagt und einen Leser genau darauf hinzuweisen vermag um was es in diesem Buch eigentlich geht. Schwedische Hochzeitsnacht ist der letzte große Roman des Schweden Stig Dagerman, dieser brachte sich mit nur 31 Jahren selbst um und war dioch einer der wenigen schwedischen Autoren mit Weltruhm. Seine wirklich kurze Schaffensperiode von maximal vier Jahren hat anmutige und auch verstörende Werke zu Papier gebracht. Mit SCHWEDISCHE HOCHZEITSNACHT setzte er ein infernalisches und furioses Ende.
Die Sprache ist schwer, die Geschichte übel und voll der Armut, des Verzichts und des Vergessens. Mit SCHWEDISCHE HOCHZEITSNACHT von Stig Dagerman begegnet uns ein erschreckende Szenerie von Normalität, von Gewaltfantasien, Alkoholexzessen und von Mord.
Bosheit und Niedertracht scheinen untrennbar mit der scheinbaren dörflichen Idylle in Schweden verbunden zu sein. Man riecht den verbotenen Alkohol, den Mief der religiös anerzogenen Bescheidenheit, die Armut springt einen an, ebenso wie die Leidenschaft die ein ungewolltes Kind gebiert.
Der Roman führt uns fort in eine Szene der Alltäglichkeit, des gesellschaftlichen Wahnsinns und des allgegenwärtigen dörflichen Horrors wo Trinken und Essen feste Bestandteile des täglichen Lebens sind. Alles deckt die Lust zu, tötet sie ab und führt doch zu unkontrollierten Ausbrüchen die in einer Katastrophe enden müssen.
Das sich der Autor bei der Aufnahme von all diesem Leid, dem täglichen Wahnsinn und der unsäglichen Normalität in Verbindung mit den heimatlichen Problemen und den Auswirkungen des 2. Weltkriegs schließlich und endlich selbst umbrachte, macht ihn ebenso zu einer traurigen Figur wie es David Foster Wallace für mich ist, die Welt und ihr Leiden war zuviel für sie.
Empfehlenswert!