Langenscheidts Praktisches Lehrbuch Schwedisch ist längst nicht so praktisch wie der Titel verspricht.
Dem Aufbau des Buches kann ich überhaupt nicht folgen: wenn ich auf eigene Faust eine neue Sprache lerne, möchte ich nach einigen Kapiteln einen ersten Erfolg sehen und mich zumindest ein wenig unterhalten können. Hier lernt man aber in den ersten Kapiteln Vokabeln, die bei einem Schwedenaufenthalt weniger relevant sein dürften, wie bspw. "Topfpflanze", "Richter, "römisch" oder "Förster", alltägliche Redewendungen wie bitte, danke etc. werden meiner Meinung nach viel zu spät behandelt.
Die Vokabeleinheiten sind sehr lang, pro Lektion können durchaus 100 neue Wörter zusammenkommen. Dafür sind auch die Lektionstexte relativ lang, was ich gut finde, da man die Aussprache so gut üben kann.
Die Grammatikerklärungen sind zu kurz und erfolgen häufig nur an ein oder zwei schwedischen Beispielen, so dass man sich schwertut die Grammatik auf andere Wörter zu übertragen.
Das schwedische Artikelsystem wird zwar erklärt, aber es wird benutzt als sei es völlig klar, obwohl es den meisten Selbstlernern auf Grund seiner Verschiedenheit zum deutschen und anderen romanischen Sprachen erst einmal Probleme bereiten dürfte.
Ferner wird die Grammatik sehr oft an Vokabeln erklärt, die noch nicht bekannt sind. Zwar werden diese in den meisten Fällen übersetzt, die dazugehörigen Artikel und weiteren Übersetzungen muss man sich jedoch mühsam selbst aus dem Wortverzeichnis zusammensuchen. Tut man dies nicht, hat man meist Pech: die benutzten Wörter werden in späteren Kapiteln als bekannt vorausgesetzt.
Nach jeder Lektion gibt es einige Übungen, die anhand eines ebenfalls von Langescheidt angebotenen Schlüssels, korrigiert werden können.
Wer das Buch durch hat, darf sich dennoch getrost noch einmal zu einem Schwedisch-Anfängerkurs anmelden, da man kein solides Grundgerüst vermittelt bekommt, sondern nur mit einigem Sprachgefühl erahnen kann, wie das Schwedische eigentlich gestrickt ist. Für absolute Selbstlerner ist das Buch weniger zu empfehlen, ein begleitender Sprachkurs oder erste Schwedischkenntnisse wären sicher von Vorteil.