Über die schwedische Geschichte ist relativ wenig in deutschsprachigen Büchern aufzutreiben. Demnach ist es eine gelungene Initiative des Pustet-Verlags, die Geschichte der skandinavischen Länder dem Publikum näher zu bringen.
Jörg-Peter Findeisen schildert die schwedische Geschichte von seinen Anfängen bis in die jetzige Zeit. Mangels Quellenmaterial liegen die Anfänge ziemlich im Dunkeln. Anfangs existiert in Schweden mehr das Stammeswesen, von den Germanen bis hin zu den Wikingern. Erst später bilden sich dann die eigentlichen Nationen Skandinaviens, wobei die Grenzen unstabil sind, dieses oder jenes Gebiet wechselhaft zu diesem oder jenem Staat gehörte. Auch kommt es zu zeitweiligen gemeinsamen Staatsgebilden unter einem Herrscher. Im allgemeinen herrscht eine gewissse politische Instabilität.
Unter dem Wasa-Geschlecht gelingt es Schweden dann in die europäische Grossmachtpolitk aufzusteigen. In dieser Zeit kann man den Ostseeraum unter Kontrolle bringen. Ab dem 18. Jahrhundert geht der Grossmachtstatus allerdings wieder verloren. Schweden kann sich aber vom Bauernstaat zu einer modernen Nation im 20. Jahrhundert emporheben. Man schafft soziale Sicherheit für alle und erreicht einen Volkswohlstand-Status.
Findeisen hat eine gute, flüssig geschriebene Zusammenfassung der schwedischen Geschichte hinterlegt. Punktuell könnte das Buch etwas mehr ins Detail gehen. Zum Beispiel vermisse ich die Schilderung der Übergangs von Karl XIII auf Karl XIV. Es befinden sich zudem ein paar kleinere Fehler im Buch, welche bei einer Neuauflage zu korrigieren wären.
Sieht man aber von diesen kleineren Mängeln ab, ist das Buch bestens geeignet, um sich einen Überblick über Schwedens Vergangenheit zu verschaffen.