Schweden ist mein absolutes Lieblingsreiseland. Da ich zur Zeit einen längeren Studienaufenthalt in diesem Gelobten Land plane, machte ich mich auf die Suche nach Literatur, die nicht die üblichen bunten Bilder und Besichtigungstipps liefert, sondern politische, historische und kulturelle Hintergründe über meine baldige Wahl-Zeit-Heimat. Ich entdeckte den Band „Schweden" aus der Beck'schen Reihe. Autor Gerhard Austrup zeichnet die wichtigsten Umrisse der schwedischen Geschichte von der Wikingerzeit bis heute nach, erklärt das politische und soziale System, die Parteien im Parlament und die außenpolitische Zusammenarbeit Schwedens mit anderen Ländern. Er geht kurz auf die Probleme der Samen in Schweden und auf die postindustrielle Gesellschaft ein und widmet Umwelproblemen und der Kernkraftdiskussion ein eigenes Kapitel.
Im Kapitel „Typisch schwedisch" erfährt der Leser, warum Wein in Schweden so teuer ist, was man in Schweden isst, wer Alfred Nobel war, welche Feste die Schweden wann wie feiern und wie man sich als Gast bei Schwedens verhält.
Austrup schildert aber auch, was die einzelnen Landschaften Schwedens in kultureller und touristischer Hinsicht ausmacht und porträtiert vier wichtige Wirtschaftsstandorte (Stockholm, Göteborg, Malmö, Kiruna).
Auf insgesamt 167 Seiten erwartet den Leser zwar kein Kriminalroman, dafür aber eine kompakte und sachlich anschauliche Darstellung von Schwedens „Back Stage Bereich". Eine übersichtliche Gliederung in kurze Kapitel macht dieses Buch zur idealen Straßenbahn-Lektüre. Mit derlei Hintergrundwissen ausgestattet, macht eine Reise gleich doppelt so viel Spaß, denn man kann ansatzweise verstehen, warum Schweden so ist, wie es ist, man erhält Einblicke in die Gesellschaft des Gastlandes, erkennt Vor- und Nachteile des „Volksheims" - und dass in Schweden vielleicht doch nicht alles besser ist als in Deutschland?
In der Beck'schen Reihe „Länder" sind ca. 85 Bände erschienen, die einzelnen Ländern oder Ländergruppen gewidmet sind.