Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Geniales Stück, 5. Dezember 2009
Selten, dass ich ein Buch in einem Stück verschlungen hab.
Ich hatte es innerhalb von 13 Stunden durch. Wobei ich nicht sagen kann ob das Buch Hilfe oder Ursache dieser schlaflosen Nacht war...
Der Wechsel aus Spannung und Comedy ist genial, die plötzlichen Wandlungen in der Geschichte bannen bis zur letzten Seite.
Lesenswert, auch mehrmals!
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5.0 von 5 Sternen
Ein Drehbuch im absurden Wien, 8. Oktober 2009
Schwarzkopf ist die Geschichte von dem Hollywood-Autor Harald Schwarzkopf und seinem Freund dem Regisseur Ernesto Oswaldo, die gemeinsam auf Investorenfang nach Wien reisen. Geplant ist ein Remake des 1949 gedrehten Films "Der dritte Mann". In der Hauptstadt Österreichs angekommen verläuft natürlich nicht alles so wie ursprünglich geplant. Beginnend wie der Originalfilm stapeln sich die schrägen Ereignisse direkt am Anfang des Buches und spitzen sich weiter zu. Die ungewöhnliche, 5-tägige Reise beginnt am Wiener Flughafen, wo auch gleich die meisten Charaktere vorgestellt werden und man einen guten Einblick in ihre humorvollen Persönlichkeiten erhält. Diese behalten sie während der gesamten 288 Seiten bei. Nach dem Tod von Freund Otto Sittich beginnen Schwarzkopf und Oswaldo mit eigenen Ermittlungen, weil sie an die offizielle Version eines Unfalls nicht recht glauben wollen. Es beginnt eine verrückte Reise durch die einstige Kaiserstadt. Ob durch Klingeltöne wahnsinnig werdende Dirigenten, vergessliche Kanzler, verko(r)kste Partner oder nach liebevoller Gesellschaft suchende Frauen, man findet schnell einen Lieblingscharakter.
Diese sind auch das Kernelement des Buches, die Charaktere. Die Geschichte ist ähnlich einem Drehbuch geschrieben, somit müssen die Personen also die Dialoge für die entsprechende Atmosphäre sorgen, was dem Autor Richard K. Breuer gut gelungen ist. Die Personen sind makellos ausgearbeitet. Die Charaktere kann man eher als Karikaturen sehen, die ein sehr zugespitztes Bild einer bestimmten Persönlichkeit darstellen. Bestes Beispiel hierfür ist Oswaldo, der sein übertriebenes Auftreten durch massiven Drogenkonsum und leichtsinniges Verhalten ohne jegliche gesellschaftliche Etikette festigt. Diese überzogenen Karikaturen bringen der Handlung jedoch den Witz. Einen tollen schwarzen Humor bedingt durch die nebenher laufen Tragödien. An manchen Stellen will die Stimmung aber nicht wie erwartet aufkommen, da der Humor doch allgegenwärtig ist und sich einem regelrecht aufdrängt.
Breuer bietet uns mit seinem Drehbuch-Stil eine Betrachtungsweise der Handlung durch unterschiedliche Szenen, ob Fremdschämen mit den Hauptfiguren, eine "fachliche" Debatte im Büro des Bundeskanzlers oder eine Fernsehsendung, das uns die Zusammenfassung des Vortages aufbereitet. Ergänzt wird dies durch weitere Mittel wie Zeitungsartikel und unterschiedliche Schriftausrichtungen bzw. -arten. Unverkennbar ist zugleich auch die kleine Kritik an unseren Massenmedien. Jedes Kapitel (ein Tag) ist unterteilt in mehrere Abschnitte, welche nach bekannten Filmen benannt wurden. Generell gibt es viele kleine Anspielungen auf andere Filmstreifen, die einem Cineasten zusätzlich eine kleine Entlohnung versprechen. Hier möchte ich noch kurz die Sprache erwähnen. Natürlich ist das Buch in deutsch verfasst worden, allesdings spielt die Handlung ja in Wien, weswegen einige Figuren sich des Wienerischen bemächtigen. Das lässt die Dialoge sogar noch lebhafter erscheinen, wenn man sich erst dran gewöhnt hat (wie ich es musste ^^). Dazu gibt es aber auch ein kleines Wörterbuch zu Anfang des Romans, damit man beim Lesen erst gar nicht ins Stocken gerät.
Im Ganzen hat Breuer einen sehr frohsinnigen Roman abgeliefert, bei dem es einem schon nahezu leid tut, dass er so schnell vorbei ist. Ein wenig Satire über Produzenten, Politiker und Wohlhabende, mit viel Witz und ein wenig Kritik. Das Buch liest sich sehr einfach, man kann wirklich verdammt viel lachen und vor allem lässt es auf eine Fortsetzung hoffen. =)
PS. Zudem liegt dem Buch als kleine Überraschung eine Postkarte bei, die den Titel als Filmplakat darstellt.
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5.0 von 5 Sternen
Hinreißendes Kopfkino, 23. Juli 2009
Die beiden Hauptdarsteller Schwarzkopf und Ernesto haben mich an mehreren Stellen an einen berühmten Journalisten und seinen Anwalt auf ihrer Reise nach Las Vegas erinnert. Wenn Pillenjunkie Ernesto tatenfreudig aufbricht, um während einer Theatervorführung die Hauptdarstellerin zu retten, dann lächelt der Leser wissend in Erwartung dessen, was passieren wird. Schließlich kennt man seinen Tom Sharpe, weiß, was Peter Sellers in dieser Situation getan hätte, und ist durch Mr. Bean geschult. Auch erinnert die Atmosphäre des Buches sehr an Kottan ermittelt, nicht nur wegen des Akzents der Figuren, sondern auch wegen der Anhäufung von Absurditäten. Überall herrscht Verwicklung, Verwechslung und Verwirrung. Am Ende kommt es sogar noch zu einem spannenden Showdown mit einem mysteriösen Serienkiller, der jedem Psychothriller zur Ehre gereichen würde.
Schwarzkopf ähnelt den Werken von Wolf Haas bzw. deren Verfilmungen, denn der Roman besteht hauptsächlich aus Dialogen und macht mehr den Eindruck eines Drehbuchs. Wenn Bücher Kopfkino sind, dann haben wir es hier mit einem talentierten Regisseur zu tun. Und wie man dem Nachwort entnehmen kann, steht auch eine Verfilmung in Aussicht. Wenn diese kommt, dann bitte bitte mit Josef Hader als Kripo-Major Kohlweg.
Das Buch liest sich zügig und unterhält glänzend, es gibt herrliche Slapstick-Szenen und viele Running Gags durch wiederholt auftretende Nebenfiguren und Gegenstände, einige im Kalauerbereich, aber die meisten wirklich komisch. Schwarzkopf ist turbulent wie eine Boulevardtheaterstück und erinnert in seiner nervösen Hektik an Billy Wilders Eins, Zwei, Drei.
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