Die moderne Jugendliteratur scheut sich schon lange nicht mehr davor, aktuelle Themen und Probleme aufzugreifen. So auch Marie Hagemann, die mit "Schwarzer, Wolf, Skin" einen gelungenen Vesuch vorgelegt hat, die Gefährdung von Jugendlichen durch den Rechtsradikalismus mit literarischen Mitteln aufzuzeigen.
Die Autorin hat authentisches Material zu einem fiktiven Fall zusammengezogen. Hauptfigur ist Wolfgang Schwarzer, genannt "Schwarzer Wolf". Saufereien, Straßen-und Bandenschlachten, Mord "just for fun" an einem jungen Türken - nichts wird beschönigend dargestellt. Aber es werden auch mögliche Ursachen deutlich: familiäre und soziale Vernachlässigung, Alkoholismus im Elternhaus, Arbeitslosigkeit, Versagen der Schule, Orientierungslosigkeit, sexueller Mißbrauch von Kindern ...
Wolfs Skinhead-Gruppe wird sehr bald von Alt-und Neonazis vereinnahmt. Mit ihrer straffen Organisation und ihren primitiven, aber eingängigen Parolen versprechen sie einen verführerischen Halt: Flucht aus der schrecklichen inneren Leere.
Marie Hagemann gelingt überzeugend, die Methoden der rechtsradikalen Verführer aufzuzeigen. Deutlich wird v.a. die unverantwortliche Werte-und Orientierungslosigkeit, in die unsere Kinder oft hineinwachsen.