Dieses Buch hier bietet Gelegenheit sich einen kleinen Eindruck zu verschaffen mit welchen Problemen die ehemals heiß umworbenen Gastarbeiter, sowie deren Nachkommen, in unserer Gesellschaft zu kämpfen hatten und haben.
Für die erste Generation der Einwanderer ist der Begriff HEIMAT wohl eng verwoben mit dem Geburtsort - mit dem Teil der bewußt erlebten Kindheit, den zurückgebliebenen Verwandten, deren gelebtem Brauchtum - dieses ganze gewohnte Leben ist es, welches in der "Fremde" fehlt und diese wohl für immer zur "erlebten" Fremde werden lassen....
Die heranwachsende Generation von Renan Demirkan stand / steht(?) irgendwo zwischen den Fronten - durch die Familienbindung der alten Heimat nur langsam entwöhnt und wegen der entgegenschlagenden Abneigung der "Ureinwohner" dauerte die Ankunft in der neuen Heimat eben länger als die damalige Zugfahrt selbst....
Die geschilderten Konfliktsituationen, aus der neuen Umgebung heraus resultierend, sind es gewesen die dieses Buch für mich so interessant gestalteten. An einem einzigen Abend habe ich die 137 S. verschlungen - konnte ich nicht aufhören, bevor die letzte Seite gelesen war.
Die Art zu erzählen, die Rückblenden in die Vergangenheit waren ebenso spannend wie der ständige Einwurf dieser "Geburtsvorbereitungsszenerie" im Krankenhaus selbst - ich wollte wissen was sie erlebte und wissen wie die Geburt verlaufen würde - beides erhoffte ich in Erfahrung zu bringen...
Versuchen Sie es auch - es lohnt sich!
Mit diesem Buch in der Hand werden viele Dinge klarer, dürfte klar werden,
dass wir längst in einer multikulturellen Gesellschaft angekommen sind - und das ist auch gut so! Wir müssen aufhören in Form von Nationen zu denken - was zählt ist der Mensch, nicht die Herkunft!
Das Buch ist nicht nur Bericht über die "Ankunft" der Gastarbeiter und deren Kinder in der europäischen Familie - es ist auch die spannende Erzählung einer Schwangeren, die auf den Narkosearzt wartend über Schwiegereltern, Pubertät, Jugendrebellion und andere Dinge zu erzählen versteht...