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Pressenotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 02.09.2000
Milde geht Verena Auffermann mit dem 49-jährigen, "wohlhabend" gewordenen spanischen Schriftsteller um, in dessen "Labyrinth" selbst sie, die seine Bücher liebt, sich manchmal verliert. Dann fühlt sie sich aus dem Text geworfen und mutmaßt, dass man ihm überhaupt gar nichts glauben kann, weder die Fiktion noch die Fakten. Mit der Mischung von beidem beschäftigt sich nämlich dieses "Buch über Bücher" noch einmal auf besondere Weise. Marías nimmt den "Rücken" in seinem Titel als Rückseite der Geschichte, jeder Geschichte, ernst, und gibt, so Auffermann, hier "Auskunft über das Verhältnis realer Personen zueinander, die sich in Marías fiktiven Figuren zu erkennen glauben". Oberflächlich gesehen wurde dies ausgelöst durch einige Oxforder Professoren, die sich über Missrepräsentationen empörten, nachdem sie sich in Marías Roman "Aller Seelen" dargestellt wähnten. Damit hatte der "internationale Star" sie am Haken und schreibt hier seinen Roman noch einmal, gewissermaßen aus der Sicht der anderen und macht so zum Thema, was Kunst und Leben gleichermaßen auszeichnet. Denn "nicht nur der Schriftsteller `fälscht` Biografien", schreibt Auffermann, "jeder Mensch tut es, wenn nicht mit anderen, dann mit dem eigenen Leben. Darüber gibt Marías Auskunft." Eine "Arbeitsanalyse des Schriftstellers" ist dies zudem, meint die Rezensentin, und dem Literaturliebhaber gibt sie weitere Hinweise an die Hand, wie das Buch zu lesen sei: da gibt es z.B. Anspielungen auf Nabokov, auf Marías Biografie und auf die anderer Schriftsteller, und natürlich seine eigenen Bücher. Und sie lobt am Schluss die Übersetzerin Elke Wehr, die seine "verzwickten Bücher so souverän, schlank und lakonisch übersetzt".
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-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Pressestimmen
Die Lektüre des Buches ist ein Genuss, auch und gerade für denjenigen, der das Original nicht unmittelbar zur Hand hat.
Javier Marías verwandelt seine Biographie in den abenteuerlichsten seiner Romane.
›Schwarzer Rücken der Zeit‹ ist durchaus etwas Neues: ein Abenteuerroman für bibliophile Spurensucher, die sich gerne durchs dichte Unterholz eines Dschungels exotischer Existenzen schlagen.
Ein weniger talentierter Autor hätte aus den verstreuten Themen und Figuren wohl kaum etwas Zusammenhängendes schaffen können. Marías aber spinnt […] den Leser ein in eine Art kriminalistische Bibliographie und Biographie. […] Die mysteriöse Spannung seines Buches liegt vor allem in der schließlich unmöglichen Trennung zwischen wahren und fingierten Schilderungen. […] Ein so wunderbar versponnenes und exquisit exzentrisch bevölkertes Buch wird man so schnell nicht wieder finden: sicher ein egozentrisches Werk, aber auch ein großer Roman über die Vergänglichkeit, über Verhängnis und Zufall.
Wieder fesselt sein plaudernder Erzählton, der eindrückliche Bilder und Szenen zu beschwören vermag.
Es gibt niemanden, der aus […] den ungezählten Kleinigkeiten auf dem Wegesrand offizieller und bedeutender Ereignisse, aus diesen en passant aufgesammelten Splittern […] zauberhaftere Dichtung schaffen kann als Javier Marías.