Im Mai 1943 erreichte die „Atlantikschlacht" zwischen den alliierten - zu diesem Zeitpunkt vor allem noch britischen - Kriegsschiffen und Konvois und den deutschen U-Booten ihren Höhepunkt. Nach teils spektakulären deutschen Versenkungserfolgen in den Monaten und Jahren zuvor griffen nicht weniger als 40 deutsche Boote im Nordatlantik den von einer Handvoll Eskortschiffe verbissen verteidigten und von Stürmen zerzausten britischen Konvoi ONS.5 an. Was zunächst nach einem Triumph für die U-Boote aussah, wurde zu einem Desaster, in dem neun Boote verloren gingen und weitere beschädigt wurden. Dieser Sieg bildete einen entscheidenden, jedoch eher unbekannten Wendepunkt in der Geschichte des 2. Weltkriegs: Von nun an waren die bisherigen Jäger die Gejagten, die U-Boote wurden tatsächlich zu „Eisernen Särgen".
In seiner Darstellung, die auf umfangreichen Recherchen in deutschen, amerikanischen und britischen Archiven beruht, zeichnet der US-Historiker Gannon den Verlauf dieser entscheidenden Phase nach. Detailliert werden technische Neuerungen, nachrichtendienstliche Errungenschaften, strategische und taktische Fragen und deren Grundlagen erklärt. Deutlich wird etwa, dass die Entschlüsselung des deutschen „Enigma"-Codes keineswegs die ihr oft zugewiesene Bedeutung hatte, sondern vielmehr vor allem die HF/DF-Funkpeilung den Briten den entscheidenden Vorteil verschaffte - und die erstaunliche deutsche Blindheit gegenüber dieser Neuerung. Interessante Einblicke in die Gedankenwelt und Kampfmoral der U-Boot-Fahrer bieten die ausführlich widergegebenen Abhörprotokolle gefangener U-Bootfahrer, deren Gespräche von den Briten aufgezeichnet wurden. Insgesamt eine ausgezeichnete, die politischen Aspekte dieser Auseinandersetzung allerdings fast vollständig ausblendende Darstellung eines dramatischen Höhepunkts des 2. Weltkriegs.