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In diesem Machtvakuum ergreift ein beherzter Aktionsausschuß die Gelegenheit, eine Selbstverwaltung aufzubauen. Die Probleme bei der Gründung eines Staates - der »Freien Republik Schwarzenberg« - aus dem Erbe des Nationalsozialismus heraus sind aber nicht nur vordergründiger Natur, an erster Stelle steht natürlich die Minderung der Hungersnot, sondern auch viel tiefgründiger. Die Protagonisten müssen sich fragen, wie denn eine Verfassung aussehen sollte, die allen Bürgern gerecht wird. Kann es einen dritten Weg gegenüber den beiden bestehenden Gesellschaftsordnungen geben? Das Territorium der Republik wird zu einem Labor für ein Experiment, das sich in seiner realen Umsetzung bis heute nicht beweisen konnte, »Sozialismus und Freiheit«; eines von beiden scheint immer auf der Strecke zu bleiben.
Nach sechs Wochen rückt die Rote Armee in das unbesetzte Gebiet vor, "übernimmt" die Macht und der streng wissenschaftliche Sozialismus darf ausgelebt werden; mit dem Gastmahl in der Kommandantura, der Villa eines Industriellen und Nazi-Vertrauten, wird schon mal ein Exempel statuiert. Diese Begebenheit erinnert stark an Orwells "Farm der Tiere" und zeigt die pessimistische, unpatriotische Einstellung des Bürgers Heym zur Interpretation der Ideen von Marx und Engels, die in der östlichen Hemisphäre bis zu 70 Jahre, durch "die Partei" verzerrt, durchgepeitscht wurden.
Stefan Heyms Sympathie gilt dem Philosophen und Sozialwissenschaftler Max Wolfram, einem tragischen Helden mit dem "unglücklichen Bewußtsein" (Hegel) wie Heym selbst. Im Nachspiel noch wird Wolfram, nun geläutert Professor an der Universität Leipzig, kurz vor Stundenschluß von dem Sohn des ehemaligen Bürgermeisters der Republik herausgefordert und sieht sich selbst als junger Widergeist gegenüber:
»Sie sind ein Utopist, junger Mann!« Wolfram blickt auf seine Uhr und steht auf. »Tut mir leid«, sagt er dann, plötzlich lächelnd, »wenn wir jetzt nicht Schluß machen, werden wir Unannehmlichkeiten haben.«
Mit diesen eindeutig zweideutigen Worten endet das Buch.
»Und aus ist der Traum.«
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