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Die Schwarzen Führer, Westfalen
 
 
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Die Schwarzen Führer, Westfalen [Taschenbuch]

Renate Schmidt-Vogt , Gustav-Adolf Schmidt
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (24 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 237 Seiten
  • Verlag: Eulen Verlag (1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3891024223
  • ISBN-13: 978-3891024225
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 11,1 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (24 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 543.692 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Knut Hamsun
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Der bekannteste autobiographische Roman Hamsuns

Damals, als noch niemand wußte, daß er ein Genie war und das Idol von Henry Miller, das Vorbild von Hemingway und der Lieblingsautor von Hermann Hesse werden sollte, damals, als noch niemand wußte, daß ihn Thomas Mann, Kafka, Brecht, Gorki oder Musil lesen würden und André Gide ihn sogar größer als Dostojewski findet, da wäre er fast in den Strassen von Kristiania (heute: Oslo, Norwegen) vor Krankheit und Armut gestorben.

Diese Zeit der äußersten Not greift Hamsun in seinem berühmten Roman auf und liefert mit seinem energiegeladenen, freizügigen Stil und seltsamen Galgenhumor eine erschütternde Geschichte, die dem Leser ans Herz geht, auch wenn man später von Robert Ferguson erfährt, daß Hamsun in Wirklichkeit nicht ganz so maßlos leiden mußte wie sein Held in Hunger. --Daphne Großmann -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Hunger
OT Sult OA 1890 DE 1890Form Roman Epoche Moderne
Dieser »Anti-Roman« von Knut Hamsun, als Protestwerk gegen den gesellschaftskritischen, realistischen Roman gewendet, ist einer der zentralen Texte der modernen europäischen und amerikanischen Literatur, die hier infolge der Erschütterung des metaphysischen Weltbilds wesentliche thematische Anknüpfungspunkte fand: Sinnverlust, Desorientiertheit, Unbehaustheit, Isolation und Selbstentfremdung des Individuums.
Inhalt: Geschildert werden mehrere Monate im Leben eines namenlosen jungen Mannes, der versucht, in Kristiania (Oslo) unter schwersten materiellen Bedingungen als Journalist und Schriftsteller Anerkennung zu finden. Ohne soziale Anklage wird das Bild der Stadt – gebrochen durch eine extreme Egozentrik – präsentiert wie in einem Zerrspiegel: eine pervertierte Welt, das Labyrinth einer entfremdeten Existenz, bestimmt durch Groteskes, Absurdes und Unästhetisches. Auf eine paradoxe Weise wird der Hunger sogar zu einem Ersatz für die mangelnde Daseinsperspektive. Sensibilitätssteigernd führt er zu Entgrenzungszuständen, die in den Dienst künstlerischer Produktivität gestellt werden, und dient als Legitimation der theatralischen Selbstinszenierungen des Protagonisten, deren Konturen sich an der von Friedrich R Nietzsche kritisierten Künstlerexistenz zu orientieren scheinen.
Die Stufen eines zunehmenden physischen und moralischen Verfalls werden markiert durch Besuche beim Pfandleiher, vergebliche Arbeitssuche, Hungerzustände und ständig drohende Obdachlosigkeit. Charakterisiert durch intensive Selbstbeobachtung, soziales Schamgefühl, Stolz und irrationale Anwandlungen, lebt das von Ambivalenzen beherrschte Ich in einem Zustand dauerhaft gestörter Kommunikation mit seiner Umwelt. Als der Protagonist ein einziges Mal Offenheit und Vertrauen zeigt, stößt er auf Ablehnung und artikuliert daraufhin in kompensatorischem Trotz ein elitäres, »aristokratisches« Bewusstsein. Selbst der am Schluss des Romans angedeutete Aufbruch – das Verlassen Kristianias an Bord eines Schiffes – steht im Zwielicht eines pessimistischen Schattens: Das vordergründige Entrinnen des Protagonisten ist zugleich Sinnbild einer Universalisierung seiner existenziellen Problematik.
Aufbau: In seiner Bindung an die gebrochene Perspektive des Ich-Erzählers ist das Werk gekennzeichnet durch den weitgehenden Verzicht auf die Darstellung eines kontinuierlichen Handlungsverlaufs. Mit seinen vier Abschnitten folgt es dem Grundmuster des Stationenromans (Exposition, Wiederholung, Klimax und Katastrophe).
Wirkung: Hunger repräsentiert einen folgenreichen Entwicklungssprung in der Geschichte des modernen Romans. Mit der perspektivischen Konzentration auf die subjektive Sphäre des Ich-Erzählers, deren filigrane Ausleuchtung mit den Mitteln der erlebten Rede, des inneren Monologs und des Sekundenstils erfolgt, vollzieht das Werk eine entscheidende Weichenstellung in Richtung auf die im 20. Jahrhundert von Autoren wie William R Faulkner, James R Joyce oder Virginia R Woolf perfektionierte Stream-of-consciousness-Technik. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
40 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Der junge Autor und Ich-Erzähler des Romans durchstreift die Straßen des alten Oslo (Kristiania) auf der Suche nach Arbeit zum Geldverdienen, nach Inspiration für seine Artikel, die er an die lokalen Zeitungen verkaufen will und es scheint auch auf der Suche nach sich selbst, nach einem Platz an den er gehört, nach Menschen, die ihn verstehen. Der Protagonist durchlebt ein ständiges Auf- und Ab zwischen kurzfristigen Erfolgen mit seinen (wohl teilweise brillianten) Zeitungsartikeln und gnadenlosen Rückschlägen, wiederholter Ablehnung seiner (nach anfänglichem Lob zur Mittelmäßigkeit geschrumpften) Werke, Verwahrlosung, Ein samkeit und ... Hunger. Letztere Empfindung ist das Leitmotiv des Romans, das vom Erzähler uneingestandene, beschämende Gefühl des Hungrigseins, nach Nahrung, nach Anerkennung, nach Kreativität und Liebe. Dieser Hunger scheint den Erzähler regelrecht zu paralysieren, ihn für die täglichen Aufgaben des Lebens unfähig zu machen, der Hunger scheint seinen Realitätssinn langsam zu vernichten. Wiederholt bringen krasse Fehleinschätzungen seiner Situation den Protagonisten dem Abgrund ein Stück näher, wiederholt kann er sich aus der Klemme befreien , doch die Anstrengung wird jedesmal größer. Er trifft eine (wohl doch recht biedere) Frau, die er mit dem exotischen Namen Ylajali betitelt, mit welcher eine letztlich nur Minuten dauernde erotische Begegnung stattfindet, die bei den Partnern einen seltsamen Widerwillen hervorzurufen scheint. Auch Ylajali sieht - wie fast alle Menschen, die dem Erzähler begegnen - in ihm nur den Armen, der Verwahrlosung anheimgefallenen Bettler, löst den Kontakt zu ihm und läßt ihm etwas Geld überbringen, was eine unendliche Demütigung darstellt. Immer wieder blitzt aus dem Verhalten des Erzählenden eine scharfe Aggression gegenüber seinen Mitmenschen auf, die ihn phasenweise in ähnlicher Manier dämonisch wirken lässt, wie den nach der Ermordung der Pfandleiherin in einen komaartigen Taumel verfallenden Rodion Raskolnikoff (vgl. Dostojewski, Schuld und Sühne), es ist nicht auszuschließen, daß Hamsun das Buch des russischen Großmeisters bekannt war. Die Sprache des Autors ist klar, an der Darstellung orientiert und zu jedem Zeitpunkt brilliant, dürfte als wegweisend für Generationen von Schriftstellern dienen. Etwa 80 Jahre später schrieb Samuel Beckett seinen Roman "Molloy", in dem er seine Hauptfigur durch einen sinnlosen Taumel absurder Ereignisse stolpern lässt, eine Art Pendant zu "Hunger". Die Lektüre des irischen Erzählers wird mancher Leser frustriert abbrechen, bei Hamsun halte ich das für nahezu ausgeschlossen, zu eindringlich ist seine Erzählkunst, zu realitätsnah die Handlung, zu intensiv die Beobachtung der menschlichen Natur. "Hunger" ist ein absoluter Klassiker wenngleich ich ihn nicht als einen der ganz großen Romane der Weltliteratur ansehen würde (wie z.B. "Schuld und Sühne" oder "Wuthering Heights"), in denen eine derartige Handlung einen sicher wichtigen Nebenschauplatz darstellt. Dennoch: Verfall eines Menschen, wie viele Autoren werden noch über das Thema schreiben? Sie alle werden sich mit dem Norweger Knut Hamsun messen müssen, keine beneidenswerte Aufgabe.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Hamsun gehört zu den ganz großen seiner Zunft. Denn diesen Literatur-Nobelpreisträger, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wirkte, zeichnete sich durch moderne Themen und Literaturformen aus, die ihn bei seinen Zeitgenossen zu einem ganz Modernen gemacht hatten. Doch hatte er erst spät richtigen Erfolg, und als alter Mann tendierte er mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus in eine falsche ideologische Richtung, auch dann noch, als das 3. Reich Europa mit einem Weltkrieg überzogen hatte, der seinesgleichen in der Weltgeschichte sucht. Daher suchen die Norweger bis heute die richtige Form, um ihrem großen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts in ausreichend differenzierender Weise doch noch gerecht zu werden.

Trotz dieser Schwierigkeiten mit der Causa Hamsun gehört Hamsun heute zu den ganz Großen der europäischen Literatur. Er hatte den Nobelpreis für Literatur zurecht erhalten. In seinem Buch Hunger schildert er die Geschichte eines Mannes, der von seinem Talent und der Idee seines Lebens getrieben, ein ganz Großer der schreibenden Zunft sein zu können, vor allen Halbheiten und falschen Kompromissen zurückschreckt und alles, was ihn von diesem Weg seiner Tugend abbringt, ausschlägt, auch wenn es ihm kurzfristig nützte: der statt dessen seinen direkten Weg und den unmittelbaren Erfolg sucht. Er will mit dem, was er von Hunger getrieben mit den letzten Resten der ihm verbliebenen Schreibutensilien auf Papier bannt, reüsieren: Er will anerkannt und bekannt werden, einen anderen Weg weiß er nicht. So schildert dieses Buch die Leidensgeschichte eines Menschen auf seinem Weg, von dem er sich um nichts in der Welt abbringen lässt.

Die Geschichte, die Hamsun in diesem Buch erzählt, ist mit Sicherheit von ihm selbst durchlitten worden. Sie ist in ganz erheblichen Teilen autobiographisch. Aber gerade darum geht einem das Buch so nahe. Es ist die qualvolle Lebensbeschreibung eines Individuums der Moderne, das mit den Erfordernissen der neuen Zeit schwer zurande kommt. Hamsuns Buch ist daher nicht nur Weltliteratur, sondern auch unbedingt zu lesen.

Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend (Weltliteratur oder Tendenz zu Weltliteratur); 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Ich fasse mich kurz - meine erster Hamsun wird sicherlich nicht mein letzter sein. Der 1890 erschienene Roman, aus der Ich-Perspektive erzählt und in Kristiana (heute Oslo) handelnd, ist von erschreckender Radikalität und erscheint mir vollkommen zeitlos. Das Elend des Literaten lässt sich auf jeden erfolglosen Künstler umlegen, und davon gibt es heute wahrscheinlich noch mehr als vor 120 Jahren. Besonders berührend fand ich, wie der Stolz des Protagonisten es ihm teilweise unmöglich machte, Gaben anzunehmen, trotz bereits lebensgefährlicher Hungerattacken. Die tiefe Verzweiflung wird gebrochen durch ein seltsam stoisches Verhalten des Protagonisten, man wird nicht ganz schlau aus ihm. Das gelungene Ende erzeugt Hoffnung und Trost. Ich bin äußerst beeindruckt von der Kraft dieses Buches, insbesondere berücksichtigend, das es das Erstlingswerk von Hamsun war. Ein Geniestreich allererster Güte!
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