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Schwarze Tage, weiße Nächte
 
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Schwarze Tage, weiße Nächte [Gebundene Ausgabe]

Philippe Djian
3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Diogenes (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257063083
  • ISBN-13: 978-3257063080
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 417.574 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Philippe Djian
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Der Kultautor Philippe Djian liebt es offenbar, seine eigenen Romane aus den schriftstellerischen Schaffenskrisen seiner inzwischen in die Jahre gekommenen Figuren heraus zu entwickeln. In Schwarze Tage, weiße Nächte erwischt es den verwitweten Autor Francis mitten in der Midlifecrisis. Zum Glück bringen ihn die schmutzigen Fantasien rund um seine tote Frau und die Gespräche mit dem ungleich erfolgreicheren Freund Patrick auf die Idee, doch einmal einen Porno zu fabrizieren. Von nun an ist Francis' Leben nur noch auf das "eine" hin ausgerichtet. Sex als hohe Kunst betrachtet: "Sie war genauso gut darin, mir den Schwanz zu lutschen, wie ich darin, ihr die Muschel zu schlecken. Auch darin, den Arsch zu schlecken. Und auch darin, die beiden Unternehmen parallel durchzuführen. Ich hoffte nur, daß ich die Wagschalen ins Gleichgewicht bringen konnte." Dass es dabei nicht nur um Pornografie, sondern auch um eine große Liebe -- und um deftige Literatur natürlich -- geht, versteht sich bei Djian von selbst.

Wie oftmals bei Djian, so endet auch in Schwarze Tage, weiße Nächte das erotische Geschehen (fast) im Wahnsinn aller Beteiligten. Und wie im großen Klassiker Betty Blue ist es wieder eine Frau, die eine letztlich selbstzerstörerische Irrsinnstat begeht. Dem ratlosen Mann bleibt wieder nur die Wahl, sich "von der Traurigkeit übermannen zu lassen und der Tragödie zu erliegen, die jeder Art von Dasein innewohnt" -- oder aber dagegen anzuschreiben. Bei Djian ist das wie immer nur ein schwacher Trost; aber immerhin ist es wenigstens einer.

"Aber der Kampf war nicht zu Ende", heißt es im Roman, dessen fulminante Sprache den sexuellen Reigen der Figuren in ständiger, weich fließender, klug austarierter Bewegung hält: "Der Kampf begann erst. Manche starben, manche gaben auf halbem Wege auf, aber die Literatur hatte noch eine große Zukunft vor sich." Mit so jemandem wie Djian im Schlepptau muss man sich da um die Zukunft der französischen Literatur wirklich keine Sorgen machen. --Thomas Köster

Kurzbeschreibung

Schwarze Tage nach Ediths Tod. Francis, der sich als Schriftsteller schon viele Geschichten ausgedacht hat, arbeitet nun daran, sein Leben neu zu erfinden. Warum nicht mit einem Porno? Francis läßt alle Geister der Sinnlichkeit los, um das Leben über den Tod siegen zu lassen.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Trotzdem noch Djian 26. Juli 2002
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Erstmal das Positive. Phillipe Djians'Roman "Schwarze Tage, Weiße Nächte" ist der beste Beweis, dass ein Autor im Laufe der Jahre durchaus zu Neuem fähig ist, ohne sich und seinem Stil untreu zu werden. Er ist härter geworden, seine Geschichte ist teilweise schon pornografisch. Während er in seinen vorangegangenen Büchern "zarte" Geschichten schrieb, ist er jetzt nallhart, schonungslos und offen. Ohne jedoch seinen klassischen Stil aufzugeben, ohne nicht immer wieder fast schon poetisch zu werden. Er ist und bleibt ein perfekter Stilist, ein Künstler des Wortes.

Was jedoch negativ aufstößt it die Tatsache, dass die Handlung dieses Buches weder originell noch besonders interessant ist. Seine Sexbesessenheit und das fast schon dümmliche Abenteuer seines besten Freundes sind fad und oberflächlich. Harter Sex scheint zwar momentan in Frankreich Bestseller zu garantieren, von Djian habe ich aber eine etwas anspruchsvollere Geschichte erwartet.

Also: Unvergleichlicher Stil beschreibt eine mittelkklassige Geschichte.

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26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Mehr als nur Sex 12. März 2002
Von Raúl
Format:Gebundene Ausgabe
Sex ist modern geworden in Frankreich, und die französischen Schriftsteller scheinen alle Henry Miller neu entdeckt zu haben. Nach Houellebecq und Millet widmet sich nun auch Djian der klinischen Pathologie des Sexus. Doch zu meinen, es ginge nur oder auch nur hauptsächlich um Sex, wäre verfehlt.
Der alternde Schriftsteller Francis erwartet an seinem Geburtstag die Rückkehr seiner Frau und seiner Kinder - und deren Flugzeug explodiert in der Luft wie der Boden der Realität unter Francis' Füßen. In seiner neuen Realität schlägt ihm seine Frau Edith vor, es einmal mit einem Porno zu versuchen und Francis setzt sich an einen neuen Roman, worüber man lange nichts erfährt, außer dass er über 1000 Seiten geschrieben hat. Der Porno spielt sich nun in Francis' Leben ab - oder in seiner Phantasie, man weiß es nicht wirklich. Pathologisch steigert er sich von diversen Schrulligkeiten zu einem ausgewachsenen Verfolgungswahn. Erlebt er die Eskapaden mit Olga, seiner Bekannten, und Nicole, der Frau des von ihm bewunderten jüngeren Schriftstellers Patrick wirklich?
Djian schreibt distanzierter über Sex als in früheren Büchern, er will keine einfache erotische Spannung mehr hervorrufen, sondern strebt eine nahezu klinische Beschreibung der jeweiligen Akte an. Möglicherweise ein Ausdruck für die Distanz des Protagonisten zur Realität und zu seiner Umwelt. Francis schwankt bei seinen Affären wie bei den Beziehungen zu seiner Umwelt zwischen Distanz und Nähe - bloße sexuelle Begierde, aber auch Agression, Bewunderung, aber auch Neid und Enttäuschung, Empörung, aber auch Mitleid. Behandelt er Nicole und Olga mitleidlos, versinkt er dagegen in Bestürzung angesichts des Todes seiner Agentin und hält in rührender Liebe seine Frau und seine Kinder am Leben. Natürlich ist der Sex in diesem Roman Selbstzweck - wie bei fast allen Autoren, die über ihn schreiben, seien es Miller, Ellis, Houellebecq, Darieussecq, die Francis bzw. Djian erwähnt, oder Irving, de Sade, Berg, an die man auch denken möchte. Über Sex wird geschrieben, weil es ihn gibt - und auf verschiedenste Arten und Weisen, weil es eben diese verschiedenen Weisen gibt. Djian bildet da keine Ausnahme - weder darin, dass er dieses Thema wählt, noch darin, wie er es behandelt: nicht herrausragend, nicht innovativ, aber gelungen, auf seinen (Francis' oder auch Djians) Punkt gebracht und geschickt mit den anderen Motiven des Romans verbunden. Djian gibt mit "Schwarze Tage, weiße Nächte" keine Antwort auf die Frage "Was ist der Sex für den Menschen?", doch es geht um mehr als um das Erzählen einer Geschichte, in der es vornehmlich um Sex geht. Djian schreibt immer wieder über Schriftsteller und über das Schreiben, und so geht es hier auch um die Frage "Wie schreibt man über Sex?".
Eine durchgängige Handlung, eine Story, einen Plot, gibt es kaum, eher lose verknüpfte Handlungselemente: die sexuellen Eskapaden, die Beziehung zu Patrick und Nicole, das Geschehen Verlag, Francis' Verfolgungswahn. Dies lenkt die Aufmerksamkeit auf innere Geschehnisse. Die Ereignisse am Ende scheinen nur bedingt zwingend aus der Vorgeschichte zu folgen: eine Auflösung, die keine ist, eine Katastrophe, deren Folgen letztlich offen bleiben.

Damit ist Djian seinen klassischen Themen treugeblieben: die Grübelei über die eigene Situation, das Leben des Schriftstellers, die sozialen Beziehungen, das Älterwerden und natürlich die Liebe - in guten wie in schlechten Zeiten. All dies geprägt von Trotz und Resignation, vom Willen, etwas zu tun und der Überrschung durch die Ereignisse, von Illusionen und der lähmenden Macht der Umstände. Djian bringt nichts Neues, aber er hält sein Niveau – und er konstruiert den Spannungsbogen gerade durch die eher lose zusammenhängenden Ereignisse bis zum Ende.

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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zurück zu den Wurzeln 17. November 2002
Format:Gebundene Ausgabe
Dijan hat endlich wieder zurück zu seinen Wurzeln gefunden. So kraftvoll und voller Tempo ist derzeit nur Dijan. Zum erstenmal blickt er auch kritisch auf seine Zunft, was man ihm aufgrund seiner nun langjährigen Erfahrung nicht böse nimmt. Obwohl "Schwarze Tage, weiße Nächte" leider nur die ersten 300 Seiten wirklich Dijan Power besitzen. Die deutsche Übersetzung ist zum größten Teil gelungen, aber leider nicht immer. So müsste dieses Meisterwerk aus meiner Sicht nur 4,5 Sterne kriegen, dass geht nicht, also 5 Sterne für den Buchattentär. Prüde Menschen sollten Abstand von diesem Buch halten. Denn derzeit behandeln französische Autoren das Thema "SEX" in all seinen Facetten. Gott sei Dank!
Wer wissen will wie moderne Literatur aussehen kann, sollte "Schwarze Tage, weiße Nächte" lesen. Und wenn es nur die ersten 300 Seiten sind.
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Die neuesten Kundenrezensionen
interessantes buch!
als eingefleischter djian fan habe ich das 8. buch, das ich von diesem wunderbaren autor schon gelesen habe, kritisch betrachtet da die rezensionen und buchkritiken eher... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. Oktober 2007 von esc
halb-halb
Die Passagen der Geschichte, in denen der verzweifelte, tieftraurige Schriftsteller über den Tod seiner Familie trauert, macht meiner Meinung nach die eine Hälfte dieses... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. April 2007 von Christina Kerschbaumer
langweilig
Djian ist sowieso Geschmacksache, stilistisch niemals anspruchsvoll oder gar originell und man muss seinen Schwätzstil schon mögen, aber dieses Mal war es mir zu viel. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. September 2006 von Sabine E. Poebing
Handlungsstränge?
Was ist es, was ein Buch lesenwert macht? Was erwarten wir von einem Krimi? Der Mörder soll gefunden werden. Und wenn der Mörder immer wieder der Gärtner war? Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. Juli 2006 von Jürgen Kremer
Den Ball verloren
Djian stolpert seiner alten Form hinterher und bleibt weit abgeschlagen zurück. Er versucht sich selbst zu kopieren, doch leider kann er das Feuer, was seine Bücher... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Januar 2005 von Larsson
... mehr als schwach ...
ich habe alle bücher von philippe djian gelesen und dieses da ist mit abstand das schwächste. wenn ich kein fan von ihm wäre, wäre es glatt nur ein stern.
Am 15. November 2003 veröffentlicht
Abgehangen
Als Djian-Fan fällt es mir schwer es zu schreiben: Man wird das Gefühl nicht los, dass Djian mit diesem Buch seine französischen Kollegen überholen wollte und... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. August 2003 von Dirk Kolassa
suspekt!
ich hab mir das buch für den urlaub gekauft und eigentlich mit was henry miller mäßigem gerechnet, allerhöchstens.. Lesen Sie weiter...
Am 11. August 2003 veröffentlicht
Unterhaltung in ihrer Reinkultur
Ich habe dieses Werk verschlungen. Es beinhaltet alles, was ein gutes Buch braucht, um aus der Masse hervorzustechen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. Juni 2003 von Noel
Porno?
Ich bin wirklich ein Djian-Fan der erste Stunde (denke ich) und ich habe den "drastischen" Stil des inzwischen ja nicht mehr so jungen französischen Autors mit dem Stil eines... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 15. Juni 2003 von "mpunktw"
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