Valerie steht zu ihren Gefühlen und wird von Ihren Mitschülerinnen und Ihrem Ex dafür durch die Hölle gejagt. Beim Lesen konnte ich die Spannung kaum ertragen, weil ich, auch als Mann, so mitgefühlt habe.Das Schlimme ist ja, dass keine bluttriefenden Handlungen beschrieben wurden,die diese Spannung erzeugen.Diese wären so schön fern von meinem Leben gewesen.
In diesem Buch wird die Gewalt im Alltag beschrieben: die Eifersucht, der Neid, die Verschlagenheit, die Einsamkeit, das Ausgeliefertsein, die Verzweiflung, das Brechen der Psyche, der Gruppenzwang, der Terror. Dies wird nicht nur beschrieben, sondern fühlbar vermittelt. Das hat mir die Luft genommen, auch weil ich an manche Erlebnisse in meinem Leben erinnert wurde.
Der Gegenpol ist die wunderbar beschriebene innige Liebe, die auch ich mir wünsche, die trotz aller Belastungen Bestand hat.Corvin und Valerie schafften dies, weil sie offen miteinander reden konnten und dabei jeweils ihr Herz wahrgenommen haben und es auch sprechen ließen.
Das Ende macht mich nachdenklich. Was müssten beide tun, was müsste geschehen, damit sie doch noch zusammenkommen? Weil die Frage offen bleibt, denke ich nach: Was kann ich tun, damit meine Liebe Bestand hat, damit sie nicht im Alltag aufgefressen wird?
Danke für das Buch.