Inwieweit die Kommentare und Randbemerkungen den Lesern helfen kann ich nicht beurteilen.
Ich muß keine Aufsätze in Literatur mehr schreiben.
Meine Rezension richtet sich ausschließlich auf den Roman.
Der Icherzähler präsentiert sich als der (vermeintlich) letzte Überlebende des III. Weltkrieges. Und er findet das schön. Unbeschwert vom Anblick seiner Mitmenschen gurkt er mit einem vollgummibereiften Fahrrad durch seine norddeutsche Heimat und besorgt sich, was nicht niet- und nagelfast ist. Schließlich muß Robinson ja auch irgendwie über den Winter und die Jahre kommen.
Das Wetter ist schön, die Lüfte lau, radioaktive Verseuchung ? Ham wa nich. Und so bricht er munter in Wohnungen, Militärstützpunkte, Kunstgalerien (oder wars ein Rathaus ?) ein, drückt sich indigniert an den Skelettansammlungen vorbei und freut sich dabei auf jeder zweiten Seite, "das der Spuk endlich vorbei ist".
Die Mitmenschen als dumpfe, kulturlose und irrationale Masse, die sich den eigenen Untergang redlich verdient hat und nun endlich IHM, dem wahren Liebhaber von Kunst, Kultur und Büchern Platz gemacht hat.
Ein sich über die Kultur definierender kleiner Herrenmensch. Arno Schmidt als Nano-Hitler, mal was Neues.
Und so baut er sich ein Häuslein, geht weiter ins Umland "besorgen", trifft auf eine Überlebende, man geht miteinander ins Bett und nach ein paar Tagen zieht die Frau weiter. Bums, aus die Maus.
Das Ganze liest sich recht locker und hohl, wie eine schlechte Fortsetzung vom "Faun". Die gleichen Orte, die gleichen Gedankengänge. Selbstplagiat ?
Wohl eher ein literarischer Anfall von Misanthropie.