Welcher Chor kann auf eine solche Zahl zurückblicken ? In der zeit von 1921 bis 1979. Der Leiter: Serge Jaroff:Er wurde in einer Kleinstadt in Nordost-Russland geboren. Mit fünf Jahren begann er schon im Kirchenchor zu singen und man schickte ihn später auf die Synodal Musikschule in Moskau. Professoren an dieser Schule waren unter anderem Kastalsky, Tschaikowsky, Golowanoff, Tschesnokoff, Rachmaninoff und Gretschaninow. In dieser weltberühmten Ausbildungsstätte Russlands für Kirchenmusik und Chordirigenten konnte Serge Jaroff dank eines Stipendiums für außerordentliche Musikalität 11 Jahre lang bleiben, bis zu seiner glänzend bestandenen Abschlussprüfung am 20. März 1917.Während der russischen Revolution stand er auf der weißrussischen Seite in einer Brigade der Don Kosaken. Nach dem Sieg der Roten gegen die Weiße Armee flohen die zarentreuen Einheiten in die Türkei, wo ein großer Teil in Tschilingir interniert wurde. Hier bildete Serge Jaroff auf Befehl des Kommandeurs den Don Kosaken Chor.
Dieser Chor hatte fulminante Stimmen, vor allem Bässe, gegen die hiesige Bässe sich eher wie Baritone anhören. Der Counter ist heute sehr gewöhnungsbedürftig. Aber er trat zu einer Zeit auf, wo es diese Stimmlage fast gar nicht gab. Mit dieser Anthologie werden die Stücke zusammengefasst, mit denen man " russische Seele" verbindet, Gefühl, Melancholie,sei es nun Abendglocken,Wolgaschlepper,Moskauer Nächte und viele andere. Das kann man in der Abteilung " Kitsch" verbuchen oder sich an den prächtigen Stimmen erfreuen.Die Aufnahme ist aus den frühen sechziger Jahren, der Chor konnte schon auf ein vierzigjähriges Bestehen zurückschauen. Der Chor bedient das Cliché halt sehr,drückt auf die Gefühle; wer es mag, sollte unbedingt zu dieser CD greifen. Der Gründer ist seit zweiundzwanzig Jahren tot, den Chor gibt es immer noch.