Vorneweg, dieses Buch habe ich nicht ganz gelesen sondern eher mal "'reingeschaut" -- was bei einer derartigen Textsammlung aber wohl auch Sinn macht. Dabei habe ich mich dann sehr schnell an den bizarren Ergüssen renommierter Pädagogen festgelesen, die aus heutiger Sicht manchmal schon hart am Irrsinn vorbeischrammen: sollte man etwa die lieben Kleinen nicht lieber doch zwingen, sich eine öffentliche Hinrichtung anzusehen? Schließlich gibt es da wertvolle moralische Lektionen zu lernen! -- Solche Gedankengänge bilden schon ein interessantes Komplementär zur heutigen Debatte um "Killervideospiele". Man muss feststellen: in der Pädagogik wurden immer schon die schrägsten Theorien aufgestellt und enthusiastisch verfolgt. Die heutige Debatte um Wahlrecht für alle Kinder steht da vor dem Hintergrund der historischen Tendenz, Kinder als Erwachsene im Zwergenformat zu behandeln. Früher forderte man von den Stressstumpen halt Arbeitsfleiß und Gottesfurcht, heute eine politische Kompetenz über die schon viele Erwachsene nicht verfügen. In der Pädagogik ändern die Wahnideen halt nur die Form, nicht aber ihren Inhalt.
Also, eine spannende historische Textsammlung. Den Titel "Schwarze Pädagogik" finde ich zwar griffig, aber auch überzogen.