"Ohhh... was haben wir denn da wieder böses?" wird wohl der eine oder andere unbedarfte Betrachter denken, der zum ersten Mal dieses Album in den Händen hält: Schwarze Messen? Satanismus? Teufelsanbetung?? Und das von einer Band die "Untoten" heisst?!
Nein, nein.. gar so "schlimm" ist es bei weiten nun auch wieder nicht und man kann beruhigt Entwarnung geben, denn insgesamt ist das Coverdesign und Albumtitel "provokanter" als der gesamte Inhalt dieser CD (aber das hatten wir ja auch schon beim gleichnamigen Buch von "Untoten" und "Soko Friedhof" Mitstreiter & Mastermind David A. Line)! *gg* ;)
"Schwarze Messe" kann mit insgesamt 10 Songs (wobei vier davon lediglich kürze "Hörspiele" bilden bzw. mehr oder weniger "instrumentale Stücke" sind) und bei einer Laufzeit von 43.23 Minuten aufwarten.
Während der gesamten Laufzeit zieht sich ein (sprichwörtlicher) "roter Faden" gekonnt durch das komplette Album, welches von einer extrem gelungenen und stimmigen Atmosphäre von alten, klassischen Horrorfilmen und Gruselgeschichten getragen wird (welche z.B. explizit durch den Einsatz dementsprechender, eingebauter Film-Sampels und "Kratzern" (wie eben beim Abspielen von Schallplatten her bekannt) geschickt und passend unterstützt wird).
Die Musik ist als eine homogene Mischung aus Dark-Wave und Dark-Electro (inkl. einigen "rockig angehauchten" Passagen) zu bezeichnen... und textlich wird der geneigte Hörer wohl vergeblich auf "satanische Textverse" warten müssen: denn die wird er hier (wie zu anfangs bereits erwähnt) nicht finden!
Die Texte sind zwar allesamt düster (und mitunter melancholisch-nachdenklich) und spielen gekonnt mit Pathoselementen aus dem Gothic- und Gruselgeschichtenbereich, aber von "Satanismus" ist wahrlich nichts zu entdecken... *gg*
Oder um es ganz einfach auszudrücken: "Schwarze Messe" ist ein geniales Meisterstück und (berechtigtes) Kultwerk der Untoten geworden, das einen wirklich von der ersten bis zur letzten Minute durch seine m.u. stimmige und fesselnde Gruselatmosphäre (welche auch sehr gekonnt durch Gretas leicht "flüsternden" Gesang unterstützt wird) nicht mehr los lässt.
Für Fans somit ein Pflichtalbum, aber ebenso Neueinsteigern als eine Art "Referenzwerk" zu empfehlen.
Anspieltipps:
"Lilith", "Tanz der Hexen", "Desdemona", "Black blood" und "Church of Littleton".