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Schwarze Flut: Roman (suhrkamp taschenbuch)
 
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Schwarze Flut: Roman (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Yasushi Inoue , Otto Putz
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 189 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (29. Januar 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518458353
  • ISBN-13: 978-3518458358
  • Originaltitel: Kuroi ushio
  • Größe und/oder Gewicht: 17,3 x 10,9 x 1,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 337.010 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Yasushi Inoue
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Spät erst wurde Yasushi Inoue (1907-1991) hierzulande mit den Meistererzählungen Das Jagdgewehr und Der Stierkampf bekannt. Nun ist mit Schwarze Flut endlich sein Debütroman von 1950 erschienen, der mit den beiden erstgenannten Texten eine Art Triptychon bildet. Im Zentrum steht das Psychogramm des Journalisten Hayami Takuo, der über den grausamen Mord an dem Generaldirektor der japanischen Staatsbahn Shimoyama Sadanori schreiben soll (der Fall schockierte 1949 tatsächlich ganz Japan) -- und im Zuge dessen an den Tod seiner Frau erinnert wird, die mit ihrem Geliebten Jahre zuvor ins Wasser ging.

Dabei ist die Schwarze Flut nicht nur Name jenes Gasthauses am Kap Shionomisaki, wo der Doppelselbstmord geschah, sondern zugleich (und vor allem) vielschichtige Metapher für den "schwarzen, riesigen Strom aus unzähligen anmaßenden Augen" einer sensationslüsternen Öffentlichkeit ebenso wie für die Welle alptraumhafter Bilder und Erinnerungen, die an die Oberfläche drängen und Hayami überfallen. Zugleich ist sie auch Symbol der "entsetzlich unbestimmten" Bedrohung, die das düster-nebulöse Geschehen auf jeder Seite des Romans bestimmt -- und die im Verlauf der Handlung stetig weiter wächst.

Zur Logik dieser geheimnisvoll-emotionalen Unbestimmtheit gehört es auch, dass Schwarze Flut offen endet: "und mit diesem Gefühl, den Blick seltsam distanziert, verließ er das Zimmer". So ist Inoues frühes Meisterwerk nicht zuletzt ein grandioser Vorläufer des Nouveau roman, der den Vergleich mit den besten Büchern von Claude Simon, Alain Robbe-Grillet, Maurice Blanchot oder Marguerite Duras nicht zu scheuen braucht. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 05.09.2001
Rund 50 Jahre nach seinem Erscheinen in Japan kommt der Erstlingsroman dieses preisgekrönten Autors auf den deutschen Markt, den Ludger Lütkehaus als kühn und kompromisslos empfindet, und das bei einem Autor, der dem Rezensenten bislang als "die personifizierte Verbindlichkeit" gegolten hat. Lütkehaus verortet Inoue als weder traditionalistisch verankerten noch experimentell angehauchten Autor, der ein zutiefst humanistisches Anliegen vertrete. Als besondere Qualität sieht es der Rezensent an, dass Inoue die dem Roman zugrundeliegenden Gefühle von Kälte, Misstrauen, Fremdheit nicht preisgebe oder zugunsten optimistischerer Lösungen verrate. Der Leser, schreibt Lütkehaus, sieht sich am Ende ziemlich frustriert: Die kriminalistisch angehauchte Handlung - es geht um den vermeintlichen Mord oder Selbstmord des Staatsbahnpräsidenten in einer politisch aufgeheizten Atmosphäre - bleibe ebenso offen wie die erotischen oder publizistischen Verwicklungen. Stattdessen erlangte Lütkehaus das Gefühl, abgründige Wahrheiten zu erahnen.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von shuwa
Format:Gebundene Ausgabe
Als ich letzthin in der Bahnhofsbuchhandlung auf der Suche nach Lesestoff für eine längere Fahrt in den Regalen herumstöberte, stach mir der ebenso schlichte wie schöne Rücken von "Yasushi Inoue - Schwarze Flut" in die Augen. Der Bibliothek Suhrkamp sei Dank! Inoue ... ein alter Bekannter ... warum nicht?
Das Buch erschien, so lesen wir im Nachwort, als erster Roman Inoues im Jahre 1950, also nach dem fulminanten Start mit "Das Jagdgewehr", einer der bedeutendsten Erzählungen des 20. Jahrhunderts.
In "Schwarze Flut" kreuzen sich zwei völlig konträre Handlungsstränge und Zeiten. Einerseits die hektische Reportage über den mysteriösen Tod des Generaldirektors der japanischen Staatsbahnen, die aus der Perspektive einer Zeitungsredaktion photorealistisch nachgezeichnet wird. Andererseits die dumpfen Erruptionen der Ratlosigkeit, des erfolglosen Ergründens und der Melancholie der Hauptfigur Hayami, dessen Frau vor 16 Jahren völlig unerwartet mit einem zweitklassigen Schlagersänger von einer Klippe in den Tod sprang. Hayami ist die Klammer dieser beiden Geschichten. Ihm obliegt die Hauptverantwortung für die Berichterstattung über den Tod des Generaldirektors. Schon am folgenden Tag quellen in den verschiedenen Tageszeitungen des Landes übertriebene Mutmassungen über die Ursachen des Todes des Generaldirektors. Die Mordthese gewinnt zunehmend an Anhängerschaft, doch Hayami und sein Team bleiben bei einer vorsichtigen Berichterstattung, die eher auf einen Selbstmord hindeutet. Je weniger sich der Fall auflösen lässt und je verbissener die Reporter nach der Wahrheit suchen, desto mehr verlangt die Öffentlichkeit nach einer simplen Erklärung. Doch Hayami weigert sich, diese zu "erfinden", genauso wie sich der Tod seiner Frau für ihn letztlich nicht enträtselt. Ein packendes Buch!
PS: Ein Äquivalent zu Inoues Sprache findet sich in den Bildern des Regisseurs Hirokazu Koreeda in "Maboroshi no hikari" (Licht der Illusion). Umwerfend ruhig und zugleich bedrohlich!
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Konkret geht es in "Schwarze Flut" um den mysteriösen Tod des japanischen Staatsbahnpräsidenten Shimoyama im Jahr 1949 und darum, wie die Redaktionen der einzelnen großen japanischen Tageszeitungen an der Aufklärung des Falles arbeiten. Während die anderen Zeitungen vertreten, daß Shimoyama ermordet wurde aufgrund der von ihm angekündigten Massenentlassungen bei der Staatsbahn, propagiert die K-Zeitung (hinter der sich die Mainichi-Tageszeitung verbirgt) unter der Federführung des Redakteurs Takuo Hayami - trotz Kritik seitens der Leserschaft und der Verlagsleitung - beharrlich die Theorie, daß sich Shimoyama selbst getötet habe und ficht damit einen einsamen Kampf aus.

Es ist jedoch nicht unbedingt Sturheit, die Hayami zu diesem Verhalten führt, sondern seine eigene Vergangenheit. Im Jahr 1933 verlor er seine damalige junge Frau Harumi durch Selbstmord. Obwohl die beiden Liebe verband, waren sie damals mit Mitte zwanzig noch zu jung, um ihre starken Gefühle in ihren Alltag einzuordnen. Als Halt empfindet Harumi daher die Bekanntschaft zum dem älteren Schlägersänger Masahiko - mit dem sie dann auch gemeinsam in den Tod geht. An dieser Stelle ist ein wenig Wissen über die Bedeutung des Selbstmordes in Japan hilfreich - dort hat dieser eine andere Bedeutung als im christlich geprägten Europa.

Je weiter die Aufklärung der Shimoyama-Affäre voranschreitet, desto stärker wird Hayami von den Gefühlen zu seiner verstorbenen Frau eingeholt. Für ihn ist alles nur noch eine schwarze Flut, die ihn zudeckt. Der Kontakt zu seinem früheren Zeichenlehrer Usan und vor allem dessen schöner Tochter Keiko, die Usan Hayami zur Frau geben möchte, ändern daran nichts. Die Geschichte des Romans wird somit mehr und mehr zum Psychogramm Hayamis, das man hier als äußerst gelungen bezeichnen kann, darin vergleichbar mit Inoues Roman "Die Eiswand". Schließlich überlagert seine Reflexion über seine verstorbene Frau die Realität völlig; als die Behörden offiziell die Selbstmordtheorie bestätigen, nimmt Hayami dies kaum mehr wahr, geschweige denn als persönlichen Erfolg.

Das Ende bestätigt diesen Rückzug ins private ebenfalls - Hayami trifft die Entscheidung, Keiko nicht zu heiraten, da er seine Gefühle für Harumi nicht überwinden kann. Diese Hinwendung ganz auf Hayamis Inneres unterstreicht finalement die - für japanische Literatur typische - Subtilität im Denken eines Menschen und wie diese das Handeln eines Menschen lenkt. Sehr eindrucksvoll - vielleicht auch nachahmenswert für unsere westliche Lebensweise, in der doch mitunter alles andere als subtil gedacht und miteinander umgegangen wird.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Die Sprache von Inoue ist Japanisch. Selbst wenn man sein Werk übersetzt bleibt diese hintergründige Sprache seiner Geschichte erhalten.
Dieses Werk erzählt nun zwei Geschichten auf wenigen Seiten. Es ist wie in vielen Bereichen in Japan. Man denkt etwas sehr offensichtliches zu sehen, merkt aber nach einer Weile, dass da noch etwas anderes, verborgenes, eigentliches ist. Das Verborgene ist der Kern, den man aber nur schwer begreifen kann. Thematisiert wird in diesem Buch der Selbstmord. Der einzige Ausweg aus der japanischen Gesellschaft. Es ist ein Ausweg für den, der diesen Weg geht. Für alle anderen ist es der Beginn einer neuen Rolle in der Gesellschaft. In der einen Geschichte beeinflusst der Protagonist den Umgang der Öffentlichkeit mit dem Tod eines Eisbahners. In der anderen Geschichte verzweifelt derselbe Protagonist unter dem Selbstmord seiner Frau.
Es ist ein trauriges Buch. Ein großartiges Buch. Es sind zwei gute Geschichten.
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