Der Autor dürfte ein Kenner des Pestphänomens im europäischen Mittelalter sein, diese Erkenntnis ereilt einen, sobald man ein paar Seiten dieses Buches gelesen hat. Ein gefühltes Drittel aller Literaturverweise bezieht sich nämlich auf seine eigenen Werke. Diese nicht gelesen habend, kann ich nur annehmen, dass er in ihnen wesentlich tiefer in die jeweilige Materie eindringt, im Gegensatz zu dem vorliegenden Buch, das wohl als eine Art erster Einstieg oder allgemeiner Überblick gedacht ist. Das ist denn auch das Problem, das ich bei der Lektüre hatte.
Der Autor schneidet endlos viele historische Details mit ein paar Sätzen an, verweist dann aber sogleich auf eines seiner sonstigen Werke, in welchem er sich ausführlicher mit der angeschnittenen Subthematik befasst habe. Besser wäre es meiner Ansicht nach gewesen, Herr Bergdolt hätte das Thema weniger detailliert, dafür aber überschaubarer ausgearbeitet. Es kann nicht sein, dass ich des Autors Gesamtwerk kennen muss, um dieses eine Buch zu begreifen - was im übrigen dessen Lektüre auch ad absurdum führte. Ein Gesamtüberblick sollte genau das bieten, er sollte ein Thema in groben Zügen erfassbar machen.
Summa summarum: Zu viele angeschnittene, nicht ausgearbeitete und daher wenig aufschlussreiche Details. Das Buch erweckt eher den Eindruck eines bibliographischen Stichwortgebers denn eines eigenständigen Werkes. Möglicherweise empfehlenswert für Leser mit fortgeschrittener Themenkenntnis, die genau diese kurzen Anhaltspunkte zur weiterführenden Lektüre suchen.