Peter Hogart ist ein schrulliger Versicherungsdetektiv. Ein Bein ist etwas kürzer als das andere, er hat früher einen Fall verpatzt, weswegen ihn die Wiener Kripo auf dem Kiecker hat, er sammelt alte Schallplatten und Filmplakate, und seine Freundin hat mit ihm Schluss gemacht. Erinnert ein wenig an Wolf Haas' Brenner oder an Thomas Raabs Metzger, dennoch ist Peter Hogart anders ... eine Spur ernster, schlagkräftiger und kantiger.
Dieser Fall führt ihn aus seiner Heimatstadt nach Prag, wo er eine verschwundene Kollegin finden soll.
Die Stadt Prag nimmt in diesem spannenden Krimi schon fast den Charakter einer eigenen Figur an - man hat das Gefühl, die Stadt lebt und wirft Hogart sämtliche Knüppel zwischen die Beine, die es gibt, damit er den Fall nicht lösen kann. Mit sehr viel Spannung, Action und auch gruseligen Einlagen endet der komplizierte Fall, mit dem ich bis zuletzt mitgerätselt habe, in einer gewaltigen Schluss-Szene, über die bereits andere Rezensenten vor mir gesprochen haben.
Ein wirklich gelungener Roman, bei dem sogar die Randfiguren bis ins Detail ausgearbeitet und interessant sind.