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3.0 von 5 Sternen
Nicht zu bewerten, aber sicherlich ein Kuriosum, 23. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Das Schwarze Auge. Basis- Spiel VII. Borbarads Fluch oder die Hieroglyphen des Grauens. Ein Solo- Abenteuer der Erfahrungsstufen 1-4, Abenteuer 7 (Broschiert)
Yeah - wenn es ein Produkt aus der DSA Frühzeit gibt, welches heutigen Aventurien-Fans wie ein sehr schlechter Witz vorkommen muss, dann ist es meiner Ansicht nach das Soloabenteuer BORBARADS FLUCH von 1984.
Zwar wurde hier der große Finsterling Aventuriens, seine niederhöllische Majestät Borbarad eingeführt, dies aber mit einer "etwas anderen" Hintergrundgeschichte... ich denke nicht das ich jemandem den Spaß verderbe wenn ich die hier zu lesende Geschichte Borbarads verrate:
Vor 500 Jahren stürzte ein Raumschiff in der Khom-Wüste ab. Diese brachte der böse Magier Borbarad in seine Gewalt, und mit den dortigen High-Tech-Waffen konnte er seine Herrschaft festigen. Jetzt, viele Jahrhunderte nach Borbarads (vermeintlichen) Tod kann der Zentralcomputer des Raumschiffs Kontrolle über ein einzelnes Lasergeschütz erlangen und brennt damit einen Hilferuf in die Wand eines Saales, welche unseren Helden auf den Plan ruft - der sich zu und durch dieses unter der Khom liegende Raumschiffwrack kämpfen, in dem Roboter, Aliens und sonstige Schrecklichkeiten mittlerweile frei herumstreifen.
Ich muss es wohl kaum extra nochmals erwähnen - dieser Hintergrund passt nicht mehr so 100% zu dem, was bei DSA sonst über Borbarad zu lesen war. Dieses Modul ist ohne Frage sicherlich etwas, was mit dem heutigen Hintergrund GAR NICHT mehr kompatibel ist.
Während das im Grunde genommen sehr schöne Modul DURCH DAS TOR DER WELTEN, ebenfalls aus dem Jahr 1984, bei dem ja ebenfalls Science Fiction Elemente zum tragen kamen, im Prinzip dem heutigen Aventurien nicht widerspricht (außer, das sich 99% aller DSA-Fans dieses Modul heutzutage nicht mehr vorstellen können, was aber eher deren Problem ist und nicht die des Moduls) und man den Planeten Ras Tabor nach Myranor verlegen wollte (eine selten blöde Idee, aber nun gut...) ist BORBARADS FLUCH etwas, was heute wohl nur noch als Kuriosum anerkannt werden kann. Und leider ist das Soloabenteuer auch nicht besonders gut...
Dabei: die heute für DSA-Fans fraglos blasphemisch (und auf jeden Fall hirnrissig) klingende Grundidee von BORBARADS FLUCH ist ja prinzipiell gar nicht mal so schlecht... wenn auch im Modul total naiv geschildert hätte die Idee für tolerante Spieler vielleicht sogar Potential.
Das berühmte Mene Tekel als einen mit einer Laserkanone abgesetzten Hilferuf ist zumindest eine ganz nette Idee, und auch Stories von abgestürzten Raumschiffen unter Wüstensand sind doch auch nicht so schlecht - ganz zu schweigen von der Überlegung, was passieren würde, wenn abgrundtief böse Schwarzmagier an Kernwaffen und sonstigen High Tech Plunder kommen.
Klar - zu dem was man heute unter DSA versteht passen solche Ideen nie und nimmer... in einem generischen Fantasy-Hintergrund kann man aber mal darüber nachdenken.
1984 hat das weniger gestört, DSA war wesentlich durchgeknallter und natürlich längst nicht so durchorganisiert wie heute.
Als Soloabenteuer ist BORBARADS FLUCH wie gesagt "so lala" (und war schon damals nicht gut), von der Story unter heutigen Gesichtspunkten sicherlich totaler Trash - alles in allem kein Produkt was man wirklich empfehlen kann, es sei denn man möchte mal sehen wie DSA seinen Anfang genommen hat und welche Ideen auf dem heute sehr engen Aventurien auch mal Platz hatten.
Hier mögen viele, die DSA erst seit der 3. oder 4. Edition kennen, entsetzt und/oder erstaunt sein.
Sicherlich ist BORBARADS FLUCH kein Meilenstein, aber auch nicht der Tiefpunkt der DSA-Geschichte (da gab es später schlimmeren Unfug, der nicht mal auf die trashige Art von BORBARADS FLUCH sympathisch war), sondern vielmehr ein Relikt aus einer Zeit, als DSA in den Kinderschuhen steckte und auf Aventurien grundsätzlich noch alles möglich war... und man kann sagen was man will: keines der Konkurrenz-Produkte (D&D, Midgard, Schwerter und Dämonen) hat sich meines Wissens nach 1984 mit etwas wie BORBARADS FLUCH auf den Markt getraut.
Aus diesem Grund 3 Sterne - BORBARADS FLUCH entzieht sich allen Kriterien, und einfach wegen der kompletten Unzensierbarkeit eine Durchschnittsnote.
Keine Kaufempfehlung, aber für DSA-Historiker, Komplett-Sammler, Fans von Kuriositäten und Freunde durchgedrehter Ideen irgendwie doch ein Tipp...
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