Nachdem ja das Bornland schon in der vor einigen Jahren erschienenen Spielhilfe "Das Bornland" in Form eines Reiseberichtes beschrieben wurde und etliche Liter Wasser den Born in Richtung Perlenmeer geflossen sind ist es zu einer Überarbeitung dieser Spielhilfe in Form einer Regionalbox gekommen. Und in dieser Box findet sich wirklich viel Material, zwei Hefte mit Beschreibungen der Region, ein Heft mit Szenariovorschlägen, drei farbige Landkarten der Region und mehrere Stadtpläne (teilweise sogar in Farbe). Das erste Heft "Zwischen Born und Walsach" widmet sich auf knapp 170 Seiten dem Bornland und beschreibt erst mal die kulturellen und geographischen Besonderheiten des Bornlandes, wie z.B. die Magie im Bornland, typische bornländische Namen, die bornländische Gastlichkeit etc.pp. Danach kommt die geradezu obligatorische Geschichte des Bornlandes, in der dann auch dargestellt wird, wie es zur Besiedelung des Bornlandes kam. Danach widmet sich ein ganzes Kapitel dem bornländischen Staat und seiner Besonderheiten zu, und im Gegensatz zu anderen aventurischen Ländern/Staaten gibt es dort wirklich einige Besonderheiten, denn während auf dem Thron zu Vinsalt, Nostria, Brabak oder auch Gareth eine erbliche Dynastie an Königen bzw. in Vinsalt Horaskaisern herrscht gibt es im Bornland eine Art von adliger Demokratie, denn für jeweils einen bestimmten Zeitraum wird der Adelsmarschall gewählt, jedoch nur von den Adligen des Bornlandes, die normalen Bürger oder gar die unfreien Bauern haben da natürlich kein Wörtchen mitzureden. Wiewohl jedoch die reiche Händlerschaft indirekt schon mitzureden hat, denn das Bild des veramten Adligen gibt es im Bornland zuhauf und gegen eine freundliche Zuwendung eines finanzstarken Händlers kann man sich bei der Wahl dann vielleicht doch umstimmen lassen. Danach werden dann die einzelnen Teile des Bornlandes (u.a. Sewerien, das Festenland und die Mark) beschrieben und innerhalb dieser Beschreibungen werden auch die dort jeweils liegenden Städte beschrieben, wobei natürlich die Beschreibung Festums, der bornländischen Hauptstadt, am größten ist. In den einzelnen Anhängen werden die Elfen und Hexen des Bornlandes und die wichtigsten bornländischen Persönlichkeiten beschrieben, und im letzten Anhang gibt es - überaus lobenswert! - ein Literaturverzeichnis von irdischer Literatur um das bornländische Lebensgefühl besser kennenzulernen. Das zweite Heft (knapp 60 Seiten) was wie die gesamte Box "Rauhes Land im Hohen Norden" heißt widmet sich dem hohen Norden, vom Land der Nivesen über die wenigen menschlichen Siedlungen bis hin zum ehernen Schwert im Oste, welches ja bekanntermaßen die natürliche - und nahezu unüberwindbare - Barriere zwischen den Kontinenten Aventurien und Riesland bildet. Neben den einzelnen Städten (die aufgrund der Größe eher als Siedlungen bezeichnet werden sollten) werden schwerpunktmäßig die hier im hohen Norden lebenden Nivesen und Norbarden beschrieben, wobei natürlich auf die jeweiligen besonderen kulturellen Eigenschaften verwiesen wird. Natürlich gibt es auch in diesem Heft eine Übersicht über die wichtigsten Persönlichkeiten und in den beiden Anhängen werden einerseits besondere Regelergänzungen für das Reisen in Eis und Schnee als auch besonders für diese Region typische Heldentypen vorgestellt (wobei ich jedoch bezweifle, daß z.B. der Heldentyp "Walfänger" besonders beliebt bei den Spielern sein wird). Im letzten Heft "Von Meuchelmördern und Drachentötern" findet man auf ca. 50 Seiten insgesamt sieben Szenariovorschläge die recht unterschiedlich ausformuliert sind, so gibt es z.B. nur den Hintergrund für ein Abenteuer, was dann der Spielleiter selber weiter ausgestalten muß, aber auch teilweise ein ansich fertiges Abenteuer, was wie die normalen Abenteuer gestaltet ist, nur daß es natürlich erheblich kürzer ist. Die drei farbigen Regionalkarten (Das Bornland, Das westliche Nivesenland, Das östliche Nivesenland) sind in gewohnt guter Qualität (wobei man zwei der Karten schon aus älteren Publikationen kennt), die insgesamt fünf farbigen Stadtpläne (Festum, Norburg, Ouvenstam, Vallusa, Rodebrannt) wissen zu begeistern - im Gegensatz zu den sechs s/w-Stadtplänen (Festum, Norburg, Vallusa, Neersand, Paavi, Bjaldorn), da diese auf einem extrem dünnen Papier (ähnelt anhand der Reiß"un"festigkeit einer Tageszeitung) gedruckt sind und auf dem großen Festum-Plan die vielen Linien zu den Zahlen am Rand eher verwirren als informieren - da sind die Zahlen direkt im Plan doch angebrachter. Dies ist jedoch auch der einzige Kritikpunkt an dieser Box, denn beim Kauf dieser Box kann man kaum etwas falsch machen, für das Geld was man bezahlt bekommt man wirklich etwas geboten! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)