...ist, wie man anhand der letzten Erscheinungen beobachten konnte, folgendes: entweder die Handlung ist stimmig in Aventurien integriert und deckt sich mit der Spielwelt, oder Aventurien ist nur eine Fantasy-Welt als Aufhänger für allerlei fantasymäßige Actionhandlungen. Der "Letzte, der inquisitor wird", zählt zur ersten Kategorie. Man merkt, daß der Autor mit der DSA-Welt Aventurien bestens vertraut ist, er vermag es, die Personen und Örtlichkeiten so zu schildern, daß sie in die offizielle Version der Welt gut hinein passen. Leider geht dies etwas auf Kosten der Dramatik, und es ist auch kein durchgehender "Spannungsbogen" zu bemerken - die Geschichte dümpelt eben so dahin, die richtig "packenden" Szenen wissen bei weitem nicht so zu fesseln, wie es wäre, wenn der Roman dramturgisch geschickt strukturiert wäre.
DSA-Romane, die das Flair von Aventurien gut herüber bringen und trotzdem eine Dramatik aufweisen, daß man das Buch kaum aus der Hand geben möchte, sind rar. Das war die "Thalionmel-Saga" aus den Anfangstagen, die "Piraten des Südmeers"-Trilogie (ja, trotz seiner Derbheit!), die "Farindelwald"-Romane, das "Gesicht am Fenster" und natürlich Kiesows "Das gebrochene Rad". Man wünscht sich wirklich wieder einmal einen DSA-Roman mit diesen Voraussetzungen, so finden sich halt wenig Perlen in der DSA-Romanreihe.
Aber trotzdem ist "Der Letzte wird Inquisitor" immerhin ein solides durchschnittliches Werk, es gab schon schlechtere DSA-Romane.