Die Geschichte der Wiederfindung der Helden nimmt die ersten 2/3 des Buches ein, die Story kommt wirklich ins Rollen erst im letzten Drittel. Die Aufmerksamkeit vorher liegt auf Handlungen und Herumreisen der Charaktere, was auch kein Problem wäre, wenn es gelingen würde, die Charaktere dem Leser irgendwie ans Herz zu legen. Dies funktioniert aber so gar nicht, alle vier Hauptcharaktere bleiben bis zum Ende einander und auch dem Leser fern - Sympathie findet sich nicht, obwohl durchaus Platz in der Geschichte wäre, diese zu finden.
Über das Zerwürfnis der Personen wird zwar geschrieben und auch eine Begründung dafür geliefert, doch dass das Ganze bis zum Schluss durchgezogen wird, ohne näher darauf einzugehen oder zwischenmenschliche Aspekte zu beleuchten wirkt schal und langweilig. Es wird am Ende ganz schnell noch in die Stadt gereist, der Dämon besiegt, und dann ist es gut.
Nein, nicht mein Ding.
Des Weiteren fallen Kleinigkeiten am Schreibstil auf, die nicht gefallen mögen; bspw. "vermögen" alle Dinge in diesem Buch, anstatt dass auch irgendetwas einmal etwas "macht". Und - ist es wirklich nötig, den Namen "Boromir" zu nutzen? Aventurien und die Phantasie bietet eine solche Namensvielfalt, muss dann ein Name gewählt werden, welcher durch Tolkien in dem Maße berühmt wurde, dass man dieses eingebrannte Bild nie loswird, obwohl es so gar nicht zum Boromir dieses Buches passt?
Dann doch lieber "Koboldgeschenk", oder das "Zepter des Horas", welche mir beide um einiges besser gefallen haben!