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Schwarzbuch der Vertreibung 1945-1948: Das letzte Kapitel unbewältigter Vergangenheit
 
 
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Schwarzbuch der Vertreibung 1945-1948: Das letzte Kapitel unbewältigter Vergangenheit [Gebundene Ausgabe]

Heinz Nawratil
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 248 Seiten
  • Verlag: Universitas Verlag; Auflage: 14., überarbeitete Auflage. (1. August 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3800414740
  • ISBN-13: 978-3800414741
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 246.929 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Heinz Nawratil
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die 14., überarbeitete Neuauflage eines Standardwerks.

Gorbatschow hat einmal gefordert, die weißen Flecken in den Geschichtsbüchern zu erforschen. Genau dieses Ziel verfolgt auch das vorliegende Buch in seiner nunmehr 14. Auflage. Gemessen an ihrer Bedeutung sind die größte Völkervertreibung der Menschheitsgeschichte und die damit verbundenen millionen... mehrfachen Verbrechen in unserer Öffentlichkeit immer noch viel zu wenig präsent.

Gestützt auf Materialien des Bundesarchivs, des statistischen Bundesamtes und des früheren Vertriebenenministeriums versucht der Autor, den historischen Tatbestand jener apokalyptischen Ereignisse heraus zu arbeiten und von entstellenden Legenden zu befreien. Er untersucht darüber hinaus die Motive der seinerzeitigen Täter und die Gründe der Tabuisierung bis in unsere Tage.

„Nawratils Buch hilft mit, ein Informationsdefizit abzubauen.”, kommentierte der Sender Freies Berlin die erste Auflage. Ungesühnte oder gar akzeptierte Verbrechen werden schnell zum Nachahmungsmodell für andere, wie es selbst die jüngste Vergangenheit beweist. Schon am 28. Mai 1995 konstatierte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, José Ayala Lasso: „Wenn die Staaten seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges mehr über die Vertreibung der Deutschen nachgedacht hätten, wären die heutigen Katastrophen und Vertreibungen, die vor allem als ethische Säuberungen bezeichnet werden, vielleicht nicht in diesem Ausmaß vorgekommen”.

Über den Autor

Heinz Nawratil, bayerischer Jurist sudetendeutscher Abstammung, wurde 1965 ausgezeichnet mit dem Förderpreis der "Stiftung der Deutschen Gemeinden und Gemeindeverbände zur Förderung der Kommunalwissenschaften". Er ist Autor juristischer Taschenbuch-Bestseller und Mitarbeiter an einer Einführung in die Sozialpsychologie. Heinz Nawratil ist Mitglied zweier Menschenrechtsorganisationen.

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149 von 159 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch handelt von erlittenen Grausamkeiten, maßloser Kaltblütigkeit und von der Aussicht auf Heilung der dadurch verursachten Folgen.

Es zeigt Greueltaten, die während und nach Ende des zweiten Weltkrieges, beginnend mit dem Einmarsch der Roten Armee in die von Deutschen besiedelten Gebiete, an der ostdeutschen Zivilbevölkerung verübt wurden.

Jedenfalls wer sich bisher mit dem Thema Vertreibung der Deutschen aus Ost- und Mitteleuropa nicht näher befassen konnte wird aus dem Staunen und Entsetzen, welches bereits beim Lesen des ersten Teils des Buches beginnt und in welchem die Tatbestände der Vertreibungsverbrechen getrennt nach Regionen bzw. Verwaltungsgebieten (Opfer der Roten Armee, Unter polnischer Verwaltung, Böhmen und Mähren, Jugoslawien, Andere Gebiete), sparsam bebildert und mit einer Vielzahl von Quellen belegt, dargestellt werden, nicht sobald herauskommen. Es stockt der Atem wenn Heinz Nawratil die Vielzahl des Unrechts ermittelt und schlüssig darlegt, daß die Zahl der von Flucht, Vertreibung und Verschleppung Betroffenen 20 Millionen betragen haben dürfte, von denen 2,8 bis 3 Millionen Menschen ihr Leben verloren haben. Der Autor selbst verweist auf ein umfangreiches Quellen- und Literaturverzeichnis, welches eine Überprüfung seiner Angaben und das Studium anderer Meinungen und Berechnungen ermöglicht. Unwiderlegt dürfte jedenfalls der vom Autor gezogenen Schluß bleiben, bei der Vertreibung der Ostdeutschen in den Jahren 1945 bis 1948 handele es sich um die größte Menschenaustreibung der Weltgeschichte.

Heinz Nawratil bleibt aber nicht bei der bloßen Geschichtserzählung. Im zweiten Teil des Buches versucht er die Motive der unmittelbaren Täter aber auch die der Befehlshaber und Politiker, welche die Vertreibung durch ihre Forderungen und Duldungen, durch Beschlüsse und Abkommen erst ermöglichten, zu ergründen. Bei der Vielzahl der maßgeblichen Interessen ist diese Darstellung, welcher etwa 80 Seiten gewidmet werden, eher zu kurz. Das Ergebnis erscheint aber überzeugend. Nur äußerst selten seien die Geschehnisse spontane Racheakte für erlittenes nationalsozialistisches Unrecht gewesen. Maßgebend seien vielmehr nationalistische Expansionspläne osteuropäischer Politiker, die mit maßloser Kaltblütigkeit ihre Liquidationspolitik zuungunsten Wehrloser verwirklichten und sich dabei mit Erfolg vor der Welt als Berechtigte darstellen wollten. An diesem Punkt zeichnet sich bereits ein weiterer, für viele der Opfer folgenschwerer Aspekt ab. Zu ihrem Ausgeliefertsein und den Qualen, welche das konkreten Verbrechen auslöste, kam ihre zunächst bestehende Ohnmacht gegenüber ihrer kollektiven Verurteilung als Täter und der damit verbundenen Verkündung der Ausführenden, die begangene Menschenrechtsverletzung seien als eine gerechte Strafe zu empfangen gewesen.

Wie dieses Vorgehen und diese durchgesetzte Erwartung der „Vertreiber" auf die Gruppe der Vertriebenen und die auch für sie verantwortlichen deutschen Nichtvertriebenen sich später im Verhalten der Deutschen als Gruppe bis heute auswirkt, zeigt der dritte Teil des Buches.

Dieser dritte Teil „Bewältigung" handelt im Grunde von der Aussicht auf Heilung. Doch hierzu wird zunächst noch von der Wirkung des die Opfer betreffenden Unrechts bis in unsere Tage fort erzählt. Auch nach Abschluß der Vertreibungsverbrechen ist die Welt für die Opfer und die sie umgebende Gesellschaft nicht einfach wieder „gut". Heilung braucht Zeit, aber Zeit allein heilt die Wunden nicht. Es bedarf einer Integration der eigenen erlebten Geschichte nicht aber einer Verdrängung. Heinz Nawratil geht es hierbei aber nicht um die jeweils höchstpersönliche Geschichte der einzelnen Opfer, sondern um die Leidensgeschichte der Opfer als Gruppe und der Deutschen als Volk. Der Autor setzt sich dazu für die Darstellung der ungekürzten Wahrheit ein, erst diese ermögliche es der deutschen Gesellschaft, unbefangen ihre jüngere Geschichte erzählen zu können. Er muß bei seiner Bestandsaufnahme aber feststellen, daß es weltweit ein Informationsdefizit und in Deutschland sogar ein „Halbtabu" bezüglich der größten Menschenaustreibung der Weltgeschichte gebe.

Heinz Nawratil ist am Ende seiner Schilderung nicht im Gestern angelangt, er beschreibt das Fortwachsen der Folgen von massiven, eine ganze Kultur betreffenden Menschenrechtsverletzungen im Heute und schildert Schritte für eine heilsamen Umgang mit dem vergangenen Unrecht für die Zukunft. Hierbei verdient besondere Aufmerksamkeit seine Auseinandersetzung mit der sogenannten Kollektivschuldtheorie. Seine Ansatzpunkte stammen dabei, wie er es selbst hervorhebt, aus Erkenntnissen der Psychotherapie. Der deutschen Gesellschaft sei es nicht möglich, sich der ungekürzten geschichtlichen Wahrheit zu öffnen, was sie gleichzeitig hindere, in weiten Bereichen die dadurch sinnlos gebundene Energien für die Lösung der Aufgaben des Tages nach rationalen und moralischen Kriterien zu nutzen.

Man wird sich darüber streiten können, ob die deutsche Gesellschaft ihre Tagesaufgaben weniger gut löst als andere, überzeugend dargelegt ist mit dem Buch aber, daß Vertreter der deutschen Gesellschaft die jüngere Geschichte von Millionen ihrer Angehörigen als Opfer von Menschenrechtsverletzungen nicht nur verdrängt sondern wiederholt erfolgreich leugnet. Die Deutschen stehen daher in dem Verdacht, nicht ein von ihrem inneren „Selbst" bestimmtes Dasein zu führen.

Daß ein solches Dasein aber wertvolle Energien bindet, liegt mit Rückgriff auf psychologischen Erkenntnisse mehr als deutlich auf der Hand. In einem wohlverstandenen Sinne bedeutet selbstbestimmtes Dasein, auch gerade nicht, schlichtweg egoistisch und für andere bedrohlich zu sein, da es ja gerade auf dem Prinzip der Selbstbestimmung, welches für alle gilt, beruht. So kann nur eine selbstbestimmt lebende, angstfreie und ihrer gesamten Geschichte bewußte Gesellschaft auch anderen Halt und Schutz geben. Hiervon scheint Heinz Nawratil inspiriert zu sein, wenn er mit seinem Buch deutlich macht, daß es zunächst gerade den Deutschen obliege, das Gedenken an die Opfer zu pflegen und zugleich den UN-Hochkommissar José Ayala Lasso mit den Worten zitiert: „Wenn die Staaten seit dem Ende des zweiten Weltkrieges mehr über die Vertreibung der Deutschen nachgedacht hätten, wären die heutigen Katastrophen und Vertreibungen, die vor allem als „ethnische Säuberungen" bezeichnet werden, vielleicht nicht in diesem Ausmaß vorgekommen."

Zutreffend ist die Ankündigung aus dem Vorwort des Autors: „Die Lektüre ist nicht immer angenehm. Die Schrecken der Vergangenheit werden wieder Gegenwart - um der Zukunft willen....Kurzum dieses Buch ist keine bequeme Lektüre, wohl aber eine notwendige; es wendet sich auch nicht an den bequemen Bürger, sondern an den mündigen."

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54 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Glaubhaft insofern, dass alle Zahlen und Fakten einen Herkunftsnachweis besitzen. Zitiert werden auch andere internationale namhafte Historiker, die zu selben Schlüssen kommen. Und auch das Bundesarchiv ist wohl als zuverlässige Quelle einzustufen. Nicht zu sprechen von hunderten Zeitzeugen, die diese Zeit überlebt haben. Gott sei Dank überlebt haben.
Interessant zu erfahren, dass alle Deutschen verfolgt, erdrosselt, erschlagen, vergewaltigt, zertrampelt, entmannt, erstochen, ertränkt und anders bestialisch ermordet wurden (Zitat aus dem Buch S. 60). Darunter auch Antifaschisten, Juden und jene, die über viele Jahre hinweg das Regime bekämpften! Frauen und Kinder sowieso. Ohne Unterschied. Nur, dass sie Deutsche waren, war relevant.

Faszit: Besonders wertvoll, lesenswert!

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92 von 102 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Pflichtlektüre! 18. September 2003
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Zum Anfang sollte gesagt werden, dass dieses Buch in keinem Fall als Propaganda abgestempelt werden kann. Im Gegenteil: Es ist hervorragend recherchiert und verzichtet auf unnötige Abschweifungen - was wohl erklärt, warum es wegen seiner geringen Dicke eine so hohe Fülle von Informationen enthält. Man muss sich auch vor Augen halten, dass es sich bei der Vertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten um die größte ethnische Säuberung der Weltgeschichte handelt. Die Aussage, dass die Vertreibung notwendig gewesen sei, da Deutschland den Krieg begonnen hat, ist reiner Schwachsinn. Ein Verbrechen ist ein Verbrechen, ob es nun von Deutschen, Russen oder Anglo-Amerikanern verübt wird. Dies ist auch eine der Kernaussagen in Navratils Buch. Er weist auch immer wieder daruf hin, dass er mit seinem Werk keine Stimmungen oder Haßgefühle auf andere Völker oder Volksgruppen wecken will. Hinzu kommt, dass er bei jeder Volksgruppe, die an der Vertreibung der Deutschen beteiligt war auch immer einige Beispiele von betreffenden Angehörigen dieser Volksgruppen bringt, die unter großen Gefahren deutschen Flüchtlingen geholfen haben. Nur weil z. B. Polen an der Vertreibung beteiligt waren heisst es noch lange nicht, dass alle Polen damit einverstanden waren. Abschließend ist noch hervorzuheben, dass Navratil ein Buch geschrieben hat, das aufklärt und zur Völkerverständigung aufruft.
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