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Schwarzbuch Kapitalismus - Ein Abgesang auf die Marktwirtschaft
 
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Schwarzbuch Kapitalismus - Ein Abgesang auf die Marktwirtschaft [Gebundene Ausgabe]

Robert Kurz
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 816 Seiten
  • Verlag: Eichborn (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821804912
  • ISBN-13: 978-3821804910
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 16 x 6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (36 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 75.773 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Robert Kurz
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Die Verheißungen der globalen Marktwirtschaft haben sich seit 1989 als Illusion erwiesen. Wer angesichts dieser unerwarteten Krise des Kapitalismus auf die Selbstheilungskräfte des Marktes vertraut, hängt einem Irrglauben an. Für den Philosophen und Schriftsteller Robert Kurz ist der Kapitalismus ein Auslaufmodell, das unaufhaltsam auf seinen Untergang zusteuert, unfähig Alternativen zu entwickeln, die den Weg aus der Krise weisen könnten.

"Marktwirtschaft macht arm" postuliert Kurz in seinem Schwarzbuch Kapitalismus und weist im folgenden en detail nach, daß es der großen Mehrzahl der Menschheit unter der neuen Marktordnung "in nahezu jeder Hinsicht schlechter gegangen ist als im 14. und 15. Jahrhundert". Zwar gibt es auch Gewinner, wir selbst gehören zweifellos dazu, aber in der Gesamtbilanz überwiegt doch eindeutig die Verliererseite.

Um aus der von ihm diagnostizierten Ausweglosigkeit des kapitalistischen Systems ausbrechen zu können, fordert Kurz eine Rehabilitierung der Geschichte. Die folgende präzise Analyse der drei großen industriellen Revolutionen legt den Grundstock für seine eigentliches Anliegen: ein leidenschaftliches Plädoyer für eine neue radikale Kapitalismuskritik.

Robert Kurz geht es nicht um eine Reform des Kapitalismus, sondern um dessen Abschaffung. "Staat und Markt" sind nicht alternativlos, doch liegt die Alternative nicht im "vorsintflutlichen Staatssozialismus", der ohnehin "nur eine gröbere, eher mickrige und auf halbem Weg steckengebliebene Billigversion des Westens" war. Die wirkliche Alternative liegt in der Selbstverwaltung der Gesellschaft durch ein umfassendes Rätesystem.

Mit seinem Schwarzbuch Kapitalismus hat Robert Kurz einen zentralen Beitrag zur aktuellen Debatte um die Zukunft unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung vorgelegt. Das Buch macht Hoffnung, daß mit dem Zeitalter der entfesselten Märkte nicht auch das Ende der Geschichte gekommen ist. --Stephan Fingerle

Kurzbeschreibung

Der Lebensstandard breiter Bevölkerungsgruppen sinkt, die Arbeitslosigkeit nimmt zu, der Ausweg in die Dienstleistungsgesellschaft erweist sich als Illusion. Die Marktwirtschaft wird mit ihren Produktivitätssprüngen - Automation und Globalisierung - nicht mehr fertig.
Robert Kurz seziert die Marktwirtschaft, zeichnet die drei industriellen Revolutionen nach und belegt, wie der Kapitalismus aus weitverzweigten Wurzeln und vielen Quellen im Laufe der Geschichte Varianten seiner inneren Widersprüchlichkeit hervorgetrieben hat: Liberalismus und Sozialdemokratie, den Staatsozialismus als Form nachholender Modernisierung, aber auch immer wieder Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus.
Es zeigt sich, daß die bisherigen Gegenentwürfe das Wesen der kapitalistischen Geldmaschine ungangetastet ließen und selber nur Trendsetter jener permanenten 'Modernisierung' waren, die sich zunehmend als antisozialistischer Drohbegriff entpuppt. Aber ausgerechnet in demselben Maße, wie er von allen Parteien zum alternativlosen Schicksal der Menschheit erklärt wird, treibt der Kapitalismus heute auf eine ausweglose Situation zu.
Robert Kurz, 1943 geboren, lebt als freier Publizist, Journalist und Referent im Kultur- und Wirtschaftsbereich in Nürnberg. Er ist Mitherausgeber der gesellschaftskritischen Theoriezeitschrift 'Krisis'.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Pauli
Format:Gebundene Ausgabe
...für fast alle Phänomene der Auswüchse unseres derzeitigen Wirtschaftssystems kann hier gefunden werden.

Klingt plakativ, ist aber wirklich so gemeint: Der Autor erarbeitet Stück für Stück die Gründe für die regelmäßigen Crashs einer kapitalistischen Marktwirtschaft und erklärt u.a.,

- weshalb immer weniger Leute immer mehr Arbeit machen, während andererseits ein riesiges Heer Arbeitsloser entsteht
- weshalb Staatsschulden die letzte große Blase sind und nie zurückgezahlt werden
- weshalb diese Krise anders und übler ist als alle zuvor, da es sich um ein globales Problem handelt (große "Kreisläufe" China-USA und Deutschland - Süd-EU-Länder)
- weshalb der Euro Europa nützt und zugleich massiv schadet
- weshalb totale Inflation oder totale Deflation mit all ihren extrem hässlichen "Nebenwirkungen" unumgänglich sind
- wie sich das Ganze in eine umfassendere Sicht auf u.a. Karl Marx' Lehre einbettet, die eben nicht bloß dessen immer wieder gleichermaßen verwendeten Thesen der jüngeren Historie wiederkäut.

Ja, man kann dieses Riesenwerk auch querlesen, wenn es einem zu lang ist - oder es sich etwas einfacher machen und Robert Kurz' Artikel auf www.exit-online.org studieren. Dann begreift man, wie kaputt unser sich derzeit auflösendes System ist, und vor allem: warum.

Die Ursache für die Konzentration der Arbeit auf wenige Menschen wird im Buch sinngemäß so erklärt: "der Anteil des Sachkapitals, welches keine Werte neu schafft sondern nur reproduziert, wächst auf Grund der durch Konkurrenzdruck verursachten Rationalisierung ständig an, wodurch letztlich die Anlagerendite des Kapitals in der Realwirtschaft unter eine lohnende Schwelle sinkt, was zu Blasen und dem finalen Crash führt".
Mir persönlich war diese Sicht neu (besonders die Erkenntnis, dass nur Menschen und nicht Maschinen dem Verständnis des Autors nach einen Mehrwert schaffen können). Ich empfinde die Argumentation, besonders mit der Konkurrenz als Ursache, jedoch als schwächer als die Erklärung mit erzwungenem Wirtschaftswachstum durch das Zinseszinssystem. Ist die Kritik des Autors dadurch zwar noch fundamentaler als die z.B. Silvio Gesells (der zentral verwendetes Geld nicht abschaffen möchte, sondern durch ein Geld mit eingebautem Wertverlust ersetzen), wird mir dies dennoch nicht sofort so plastisch. Bin ich damit allein? In jedem Fall kommt das Wort "Zins" an den entscheidenden Stellen überhaupt nicht vor; das Buch beinhaltet Kritik am Geld selbst, nicht am Zins - das muss man erstmal verdauen.

Hier meine zentrale Kritik an diesem umfassenden und lesenswerten Werk:

- Die Sprache ist sehr komplex, der betrachtete Horizont riesig und die Zusammenhänge zwar äußerst umfassend, aber dadurch auch ohne tiefgehende Vorbildung schwer zu verdauen. Wer geisteswissenschaftliche/philosophische Wortwahl nicht gewöhnt ist wie ich, MUSS einfach Absätze querlesen, da sich sonst kein Bild im Kopf ergibt und man nur zäh vorankommt. Die zentralen Aussagen ließen sich meiner Ansicht nach massiv raffen, indem man weniger ins Wissenschaftliche abdriftete, ohne dabei an Prägnanz zu verlieren. Jemand, der gar keine Ahnung von der Materie hat, ist bereits mit dem Vorwort überfordert - es ist aber aus meiner Sicht dringend nötig, dieses Wissen in der breiten Masse zu verbreiten, um die neue Zeit gestalten zu können! Vielleicht wäre hier ein "Schwarzbuch Kapitalismus für Dummies" eine lohnende Sonderausgabe.

- Wenn man begriffen hat, wie treffsicher hier unser System zerlegt wird, kommt schnell die Frage auf: "Was ist denn nach Meinung des Autors die Lösung?". Der Autor lässt den Leser hier bewusst allein; Begründung ungefähr: "jedes vorgefertige Rezept kommt höchstwahrscheinlich aus einer seit hunderten Jahren indoktrinierten Sicht von innerhalb des Systems und wäre daher unbefriedigend, da das System incl. aller Denkweisen weg muss." So richtig es ist, dass wir ganz neue Wege brauchen, so schade ist es, dass man von demjenigen, welcher das System abschaffen möchte, als Denkanstoß nur den 3 seitigen Hinweis auf ein Rätesystem bekommt. Der geneigte Leser, welcher vielleicht kein brillanter Revolutionsdenker ist aber dennoch gern die neue Zeit mitgestalten möchte, fühlt sich hier ein wenig alleingelassen.

Ich gebe daher bewusst keine 5 Sterne. Möge sich jemand an eine geraffte Darstellung machen, diese bekäme sie dann :-). Wer jedoch ein gutes Grundgerüst und Zeit zum Lesen mitbringt: Bitte lesen, verdauen - und handeln!
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34 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Harald
Format:Taschenbuch
Es vergeht kein Tag ohne Hiobsbotschaften wie z.B. "Siemens entlässt trotz Millionengewinne wieder 2000 Arbeitnehmer", „Krieg am Golf wird immer wahrscheinlicher", „Post-Agenturen müssen schließen" „kein Geld für Bildung" - dies ließe sich unendlich fortsetzen. Falls Sie daran interessiert sind, was die wirklichen Ursachen für die stille Aushöhlung eines über Jahrtausende entstandenen Systems für das Zusammenleben der Menschen sind, dann sollten Sie dieses Buch lesen. Es kratzt nicht plakativ an der Oberfläche, wie viele anderen Bücher zum Thema Wirtschaftsliberalismus, sondern führt uns die fundamentalen Webfehler des Kapitalismus - auch des ehemaligen kommunistischen Staatskapitalismus - vor Augen. Kurz beschreibt nicht nur - er analysiert. Seine zentrale Hypothesen, dass das Prinzip des Kapitalismus eben nicht - wie von liberalen Strömungen immer wieder behauptet (und nicht bewiesen) wird - zu Glück und Zufriedenheit für alle Menschen führt, belegt er sehr anschaulich mit historisch und philosophisch fundierter Akribie.
Ich habe auch die negativen Kritiken zu Kurz studiert und kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass viele Kritiker dieses Buch von hinten her gelesen haben müssen. Hauptkritik ist häufig, dass Kurz keine Lösungen anbietet - Dies ist jedoch genau das, womit sich dieses Werk von den vielen gängigen „Rezepten" politischer Schaumschläger, wie z.B. eines Lothar Späth unterscheidet, der sich mit seiner Idee einer Bürgergesellschaft vollständig in Widersprüche verstrickt. Im übrigen ist das Erkennen des Problems ja bereits seine halbe Lösung.
Etwas schade ist lediglich die Länge des Buches, da es doch viele Menschen davon abhält, sich der Thematik zu widmen. Aber auch das ist sehr konsequent. Kurz hätte auch aus diesem Buch 4 Bücher machen können (und damit mehr Kapital herausschlagen können), wie wir es von den meisten Sachbuchautoren kennen, die einem in jedem Buch letztendlich doch wieder das selbe erzählen.
Ich warte darauf, dass es jemanden gibt, der die zentralen Thesen im Schwarzbuch Kapitalismus ebenso fundiert widerlegen kann.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
In diesem Buch beschreibt Robert Kurz die Entwicklung des kapitalistischen Wirtschaftssystems und der diesem dienenden Marktwirtschaft von den Anfängen bis heute.

Durchweg brilliant und fulminant formulierend legt der Autor die dem System immanenten Tendenzen zur Ausbeutung sowie dessen explizite Menschenverachtung bloß.

Wer hier allerdings eine "neutral-objektive" lauwarme Wischiwaschi-Auseinandersetzung mit dem Thema Kapitalismus erwartet, wird dieses Buch unter Umständen erschrocken zur Seite legen. Robert Kurz ergreift Partei gegen das System und lässt in puncto Eindeutigkeit und ätzender Schärfe seiner Kritik keine Wünsche offen. Und gerade das macht dieses Buch so großartig.
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