Ich fand "Schwarzbuch Gold" nicht nur sehr interessant, sondern im Sachbuchvergleich überaus spannend.
Schon das Startkapitel, das ausgehend vom steigenden Goldpreis einen Blick zurückwirft und die Bedeutung von Gold für die globale Finanzarchitektur erklärt, liest sich wie ein Wirtschaftskrimi. In Zeiten von Wirtschafts- und Finanzkrisen bin ich allen tiefer gehenden Artikeln und Büchern dankbar, die ein paar Mosaiksteine hinzufügen und mir das anscheinend nicht nur von außen unüberschaubare System ein wenig verständlicher machen. Und das gelingt diesem Buch sehr gut. Die Kapitel, die sich dem Lokalaugenschein in Goldabbauländern rund um den Globus widmen und mit Sätzen wie "Als sich die schweren Türen des verrosteten Stahlkäfigs schließen, geht es mit einem kräftigen Ruck in die Finsternis" beginnen, verbinden interessante Fakten mit persönlichen Geschichten von Involvierten auf lesenswerte Art und Weise. Ob in 3000 Meter (!) tiefen Minen in Südafrika, ob in Ghana, Kambodscha oder Rumänien, alle Beiträge wären ein Buch für sich wert und haben doch einiges gemein. Sie belegen, dass Ressourcenreichtum für diese Länder alles andere als ein Segen ist. Das müsste nicht so sein, aber unter den beschriebenen Umständen erhöhen sie das Konfliktpotential in diesen Ländern, während die Gewinne abwandern.
Somit kann ich das Buch nicht nur potentiellen Investoren empfehlen, sondern auch Lesern, die am Beispiel Gold ein wenig mehr über die globalen Zusammenhänge erfahren wollen.