Schon wieder ein Buch von Wieczorek, dass sich mit beiden Mainstreams anlegt: Hier nimmt er sowohl die Beamtenverteidiger" als auch die Beamtenfeinde" auseinander.
So rechnet er vor: Wenn wir die Dinge so laufen lassen, bringen die Ausgaben (Gehälter und Pensionen) der Beamten den Staat nahe an den Kollaps.
Aber: Er rechnet ebenso statistiksicher vor, dass der Gesamtreichtum des Volkes (Bruttonationaleinkommens) um ein Vielfaches mehr steigt als die Ausgaben für Beamte, ergo könne mit einer gerechten Verteilung und Steuerbelastung (auch für die Reichen) laut Wieczorek selbst dieses unsägliche Beamtensystem finaziert werden.
So fordert er: Weg mit dem Beamtenstatus!
Aber: Blinde Privatisierung lehnt er ab: Er beweist an erschreckenden Beispielen, dass fast alle Privatisierungen von Kernaufgaben" des Staates - Post, Telekom, Bahn, Gesundheitswesen etc - zu massiven, zum Teil Leib, Leben und Geldbeutel gefährdenden Missständen geführt haben. Stattdessen fordert er staatliche Angestellte wie in unseren Nachbarländern.
So zeigt W. an teilweise ultrakomischen Beispielen die Auswüchse der Bürokratie, z.B. ein Amt, das noch Vermisste aus dem 2. Weltkrieg sucht
Aber: Er weist auch nach, dass die hochgelobten Privatversicherer viel mehr Bürokratiekosten haben als ihre staatliche Konkurrenz. Und: Am Abbau echter Bürokratie hat die Politik kein Interesse. Mit Überregulierung" sind meist Bestimmungen zum Schutz der Bürger gemeint.
Kurzum: W., der ja wohl nicht nur Politikwissenschaftler, sondern auch Eulenspiegelautor ist, präsentiert einen wirklich ansprechenden Realsatire-Krimi.